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» New Moon – Biss zur Mittagsstunde

Geschrieben von Sally am Sonntag, 6 Dezember, 2009 | 925 views. | 5 Kommentare


Originaltitel: The Twilight Saga: New Moon
Premiere: 20. November 2009 (USA)
Dt. Start: 26. November 2009
Genre: Romance, Fantasy, Literaturverfilmung
Laufzeit: 131 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Regie: Chris Weitz
Drehbuch: Stephenie Meyer, Melissa Rosenberg
Darsteller: Kristen Stewart (Bella Swan), Robert Pattinson (Edward Cullen), Taylor Lautner (Jacob Black), Ashley Greene (Alice Cullen), Peter Facinelli (Dr. Carlisle Cullen), Elizabeth Reaser (Esme Cullen), Kellan Lutz (Emmett Cullen), Nikki Reed (Rosalie Hale), Jackson Rathbone (Jasper Hale), Bronson Pelletier (Jared), Alex Meraz (Paul), Kiowa Gordon (Embry Call), Billy Burke (Charlie Swan), Chaske Spencer (Sam Uley), Edi Gathegi (Laurent)

Inhalt: Anders als erhofft finden die jungen Liebenden Bella Swan und Vampir Edward Cullen keine Ruhe. Die Zweisamkeit und die Nähe zu den Vampiren ist vor allem für Bella eine große Gefahr. Deswegen beschließt Edward, sie zu verlassen und zu verschwinden. Bella ist völlig am Boden zerstört, doch findet sie bald Halt bei ihrem indianischen Jugendfreund Jacob Black. Damit ist die Gefahr allerdings noch nicht gebannt und so findet sich Bella bald zwischen den Fronten eines Kampfes zwischen Vampiren und Werwölfen wieder.

Trailer:

Rezension: Für die ganzen Fangirlies, die sicher heulen werden, weil das hier ja so fürchterlich ungerecht ist und soooo blöd , dass andere Leute ihren Edwardschnuckiputzi schrecklich finden, tut es mir ja echt wahnsinnig leid, aber ich fand New Moon rein gar nicht berauschend. Eher im Gegenteil. Zum Einschlafen ist dieser Film sicher ganz gut geeignet.

Ich bewerte diesen Film nicht hauptsächlich als Literaturverfilmung, denn ich habe das Buch nicht komplett lesen können, weil es mich irgendwann so dermaßen genervt und aggressiv gemacht hat, dass ich es letztendlich in der hinterste Ecke meines Bücherregals begraben habe und es dort hoffentlich auch nicht wieder raushole. Obwohl ich sagen muss, dass die Verfilmung bis zu dem Punkt, als ich das Buch abgebrochen habe angemessen und nahe an der Vorlage war. Sowas ist schon wichtig bei einem Film, der auf einem Roman beruht.

Der Anfang von New Moon war ok. Ich konnte mich recht schnell in die Geschichte einbringen und war wieder mitten drin, obwohl ich Twilight das letzte Mal damals im Kino gesehen habe und das Buch ungefähr zur selben Zeit beendet hatte. Er war auch spannend,  jedenfalls habe ich mich nicht so unglaublich gelangweilt wie zum Schluss. Die Emotionen, die Bella verspürt, als Edward und die Cullens sie verlassen kommen im Film sehr gut rüber. Nicht durch das schauspielerische Talent von Kristen Stewart, sondern eher durch die vielen Szenen, in denen sie einfach nur ins leere starrt und die Albträume, die sie Nacht für Nacht quälen. Als sie herausfindet, dass sie Edward sehen kann, wenn sie ihr Leben aufs Spiel setzt schwankt sie zwischen tiefer Trauer und unglaublich dämlicher Lebensmüdigkeit. Irgendwann nervte mich als Zuschauer dieses Wechselbad. Ich kann mir ja vorstellen, dass man sich schlichtweg beschissen fühlt, wenn man seine große Liebe verliert (Meine große Liebe habe ich zwar noch nicht verloren und wenn ich kleinere Lieben verloren habe, war ich eher wütend und fragte mich, warum ich mit sojemandem meine Zeit verplempert habe), aber wie charakterlos und naiv muss ein Mensch sein, dass er Monate und Monate nur trauert, Freunde vernachlässigt und solche Aktionen veranstaltet? Man kann doch echt übertreiben.

Was die schauspielerischen Leistungen anbelangt muss ich mich wirklich mal über Kristen Stewart beschweren. Eine gute Schauspielerin ist sie nicht. Ihre Mimik und ihre Gestik wirken viel zu häufig ungeschickt und lassen mich eher lachen, als die Figur zu verstehen, die sie verkörpert. Ausserdem ist es manchmal wirklich schrecklich nervig, dass sie ständig ihren Mund geöffnet hat. Robert Pattinson kauft man den hin und hergerissenen Vampir wohl ab, aber eine Glanzleistung sieht auch anders aus. Gefreut habe ich mich über die (wenn auch kleine) Rolle, die mit Dakota Fanning besetzt wurde, auch wenn sie in ihrer spärlichen Rolle der Jane nicht besonders glänzen konnte; Ich mag sie ganz gerne. Und Ashley Greene als Alice Cullen war mir ebenfalls durchweg sympathisch. Über Taylor Lautner und seine Werwolfkumpels möchte ich mich nur so weit äußern, dass sie gut daran taten ihre Hemden auszuziehen, weil man dann von gewissen Defiziten in ihrem Schauspiel abgelenkt war, auch, wenn es mehr als lächerlich war, dass sie die ganze Zeit oben ohne durch die Gegend gerannt sind.

Wo der Anfang noch spannend war, wurde es zum Ende hin immer langweiliger und langweiliger und langweiliger, bis ich mir wünschte, dass dieser Film endlich, endlich vorbei wäre. Die Zusammenkunft mit den Volturi sollte sicher spannend und faszinierend für den Zuschauer sein, ich fand es öde und möchte da den Mann zitieren, der vor mir saß und sich mit seinen zwei Freunden, die auch von ihren Frauen gezwungen wurden den Film zu sehen, köstlich über den Film amüsiert haben: “War ja klar. Drei offensichtlich homosexuelle Vampire mit beschissenen Frisuren haben das Sagen”.

Die Special Effects und die Visual Effects des Filmes waren ok. Besonders gefallen haben mir die Wölfe. Die waren richtig gut und faszinierend, beinahe auch gruselig dargestellt. Den Soundtrack fand ich einfach nur schrecklich, dafür ist positiv zu erwähnen, dass die Drehorte gleich geblieben sind (Was ja nicht mehr unbedingt üblich ist in Fortsetzungen) und dass diese Drehorte wirklich sehenswert sind.

Worüber ich mich ausnahmsweise nicht äußern will ist die altmodische und prüde Einstellung des Filmes und die fragwürdige Ideologie der Autorin Stephenie Meyer. Das haben schon andere ganz hervorragend gemacht und dort schließe ich mich an.

Die zwei Sterne, die ich dem Film gebe sind letztendlich aber gute Sterne für die offensichtlich gelungene Umsetzung von Buch zu Film, die Spannung am Anfang und das Beibehalten alter Schauspieler, Drehorte und Requisiten, aus dem ersten Teil (Den ich persönlich übrigens besser fand). Ich werde mir die nächsten Teile der Reihe aber auch in Filmform antun, den nun habe ich immerhin auch schon Teil 2 gesehen, da kann ich die anderen Beiden auch noch aushalten (Und es braucht auch keiner schnippisch zu fragen warum ich das tue, wenn ich die Filme/Bücher doch nicht mag. Ich tus einfach, weil ich es kann und weil es meine Entscheidung ist). Ein Fan von Twilight oder gar von Stephenie Meyer (Die, wie ich finde ganz schrecklich schreibt) werde ich aber ganz bestimmt nicht. Für Twilight Fans muss dieser Film ja was ganz was Tolles sein. Für Leute, die sich gerne was anspruchsvolles im Kino ansehen möchten und dabei nicht ihr Hirn an der Popcorntheke zurücklassen wollen ist New Moon allerdings rein gar nichts. Auch eine Literaturverfilmung kann nicht gut sein, wenn die Vorlage so mies ist.

von Sally am Sonntag, 6 Dezember, 2009 um 00:57 Uhr
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