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» Anne C. Voorhoeve – Liverpool Street

Geschrieben von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 | 1216 views. | 5 Kommentare


Originaltitel: Liverpool Street
Genre: Jugendbuch
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2007
Seiten: 576
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582969
Preis: 8,95€
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Inhalt: Winter 1939. Ziska ist zehn Jahre alt, als sie mit dem Kindertransport ihre Heimatstadt Berlin verlässt. In London findet sie ein neues Zuhaue bei einer jüdisch-orthodoxen Familie. Auf Ziska warten eine fremde Familie, eine fremde Sprache, Heimweh, Ungewissheit und bald ein mörderischer Krieg – aber auch das Abenteuer ihres Lebens.

Rezension: Liverpool Street hat mich lange gefesselt. Dieses Buch musste ich einfach langsam lesen, in kleinen Happen, damit es mir nicht so schnell weggelesen wird, denn es ist einfach eine unglaublich überwältigende Geschichte. Fesselnd bis zur letzten Seite, emotional und vor Allem so gut geschrieben, dass man sich einfach irgendwie Zeit dafür nehmen muss, weil man sonst betrübt ist, dass es schon vorbei ist.

Franziska “Ziska” Mangold ist 10 Jahre alt, als ihre Mutter sie in den Kindertransport nach England schickt, damit wenigstens sie aus Deutschland heraus kommt, einem Land, in dem es den Juden 1939 langsam zu gefährlich wird. Das Ziska und ihre Familie schon seit Geneartionen evangelisch sind interessiert niemanden. Ihr Vater ist schon verschleppt worden, ihr Zuhause wurde ihnen genommen, nun soll wenigstens Ziska in Sicherheit gebracht werden. Gegen ihren Willen muss sich Ziska von ihrer Familie und ihren Freunden verabschiede, kommt Ziska in eine londoner Familie und erlebt dort die Kriegsjahre, lernt andere Menschen kennen, ein anderes Land und eine andere Sprache und muss mit der Unwissenheit leben, was ihrer Familie und ihren Freunden daheim in Deutschland wiederfährt.

Liverpool Street ist in erster Linie für ein Kinder- und Jugendbuch einfach extrem gut geschrieben und macht es einem eigentlich viel zu einfach es auf der Stelle in einem Rutsch durchzulesen. Hin und wieder habe ich mich gefühlt wie in einem Film. Ich habe das Buch nicht gelesen, ich habe es einfach irgendwie vor mir gesehen und das letztendlich nur, weil Anne Voorhoeve so verdammt gut schreiben kann. Die Geschichte hätte sterbenslangweilig sein können, mit diesem Erzählstil wäre auch eine langweilige Geschichte lesenswert gewesen.

Aber die Geschichte ist nunmal nicht langweilig. Zu keinster Zeit. Sie ist nicht mal auch nur ein kleines bisschen zu langatmig. Ich kann mich an keinen Absatz erinnern, in dem ich auch nur mal einen Satz ausgelassen habe. Liverpool Street kommt mit einer wunderbaren, authentischen Geschichte daher, die mich wirklich gefesselt hat. Neben den historischen Fakten, die größtenteils stimmen, und den Erzählungen über die Erlebnisse von Ziska bringt Voorhoeve den Lesern (Die in diesem Fall wohl am häufigsten Jugendliche sind) auch einiges aus der jüdischen Kultur und Religion nahe. Im Buch befindet sich im hinteren Teil sogar ein kleines Lexikon/Wörterbuch jüdischer Begriffe und Gebräuche. Das Buch ist also nicht nur besonders lesenswert, es bringt einem auch etwas bei *033*

In Liverpool Street bin ich wohl durch jede nur erdenkliche Emotion gegangen, von tief betrübt bis himmelhoch erfreut. Die sympathischen und gut ausgedachten Charaktere tun wohl ihren Teil dazu. Vorallem Ziska war mir sofort irgendwie ans Herz gewachsen und gerade bei einer solchen Schicksalserzählung ist das sehr wichtig.

Von mir gibt es 5 Sterne, die aber eigentlich auch schon wieder zu wenig sind um dieses Buch ausreichend zu bewerten. Liverpool Street ist einfach schlichtweg hervorragend und… ach, ich kann schreiben was ich will, aber niemals könnte ich irgendwie beschreiben wie gut dieses Buch letztendlich wirklich ist. Einfach lesen! Mir würde niemand einfallen, der das bereuen könnte.

von Sally am Freitag, 30 Juli, 2010 um 20:59 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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