» Ann Aguirre – Die Enklave

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Originaltitel: Enclave
Genre: Endzeit, Kinder- und Jugendliteratur, Fantasy, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 16. Mai 2011
Seiten: 352
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3442268122
Format: Taschenbuch
Preis: 14,00€
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Zwei ist ein Mädchen aus der Untergrundenklave “College”. Nachdem die Oberfläche der Erde durch Säureregen und unbarmherzige Hitze völlig zerstört wurde, haben sich die überlebenden Menschen in die U-Bahn und Abwassertunnel zurückgezogen. Dort ist Zwei nun eine Jägerin und muss für die Menschen in der Enklave Nahrung besorgen und für ihre Sicherheit sorgen. Zusammen mit ihrem Partner Bleich sind sie ein starkes Team. Doch eines Tages passiert etwas, das Zwei und Bleich an die Oberfläche verbannt.
Soweit hört sich der Plot von Die Enklave sehr spannend an. Ich mag ja bekanntlich Endzeitromane und dieser hier erinnerte mich mit den Tunnels und den vereinzelten Enklaven sehr an das unglaublich spannende Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky, welches ich vor knapp zwei Jahren gelesen habe und mir noch immer in Erinnerung ist, als eines der gruseligsten und interessantesten Bücher, die ich je gelesen habe. Dass Die Enklave nicht einmal annähernd an Metro 2033 heranreichen würde war mir von vornerein schon klar, denn es handelt sich bei diesem Buch durchweg um ein Jugendbuch. Das merkt man vor allem daran, dass sich die Autorin mit detaillierten Beschreibungen der Kampf- und Blutszenen (Welche in diesem Buch recht häufig vorkommen) nicht lange aufhält. Die Protagonisten meistern jede Schlacht ständig fast ohne große Verletzungen. Direkte Verluste gab es auch nicht zu beklagen. Auf die Dauer ist mir sowas einfach zu glatt. Ein 16 jähriges Mädchen und ihr geheimnisvoller 18 jähriger Partner, mit Muskeln gestählt und dabei noch blendend aussehend lassen jede Schlacht mit noch so vielen Gegner mit links? Ich mag einfach keine Superheldencharaktere in Büchern, in denen Superhelden eigentlich nichts zu suchen haben.
Der erste Teil des Buches spielt im Untergrund. Man lernt einen Haufen merkwürdigbenamter Kinder und Jugendliche kennen, die ich versucht habe mir irgendwie zu merken aber ab dem zweiten Teil des Buches taucht niemand mehr von ihnen auf und das fand ich extrem schade. Ich hätte sehr gerne nochmal gelesen, wie Zwei zurück geht in die Unterwelt, so bin ich als Leser, obgleich man das Schicksal der College Enklave im Buch letztendlich erfährt, ein wenig unbefriedigt. Von Zweis und Bleichs Aufenthalt auf der Oberfläche hätte ich mir auch viel mehr erwartet. Dort angekommen gibt es zwar einige interessante Spannungspunkte und gut verbaute Ideen der Autorin aber wirkliche Endzeitstimmung kam bei mir leider überhaupt nicht auf. Ich mag es sehr, wenn Autoren die Umgebungen in ihren Büchern ein wenig beschreiben und ich denke, dass das gerade bei Eindzeitromanen sehr sehr wichtig ist. Zwar kann ich mir vieles selber denken, aber wenn mir wirklich gar keine Beschreibung und nur minimale Eindrücke der Protagonisten vorgeworfen werden, kann ich mich nicht richtig in die Umgebung einfinden und so hab ich zwar ein endzeitmäßiges Szenario im Kopf gehabt aber ich fand es nicht besonders spannend, dass die Autorin kaum etwas von der Umgebung erzählt hat. Das hat den Plot und den Fluss der Handlung ein wenig lieblos erscheinen lassen.
Natürlich gab es zwischen all dem Gemecker meinerseits auch einige Hightlights in Die Eklave. Die Grundidee des Buches fand ich großartig und es war auch zwischen den genannten Kritikpunkten sehr sehr spannend zu lesen, sodass ich es relativ schnell in zwei Tagen durch hatte. Mir waren die Protagonisten Zwei und Bleich, obwohl sie mich manchmal eben ein klein wenig genervt haben, doch sehr sympathisch und ich bin der Autorin dankbar, dass sich die Beiden zwar gut verstanden haben und es auch ein wenig geknistert hat aber nicht gleich in inniger Lieber förmlich zerflossen sind, wie es in so vielen Jugendbüchern viel zu häufig der Fall ist. In Die Enklave bleiben wir also von einer schwülstigen Liebesstory verschont. Dafür bekommen wir ganz feines theoretisches, allerdings ausbaufähiges Endzeitszenario, Action, ein ganz klein wenig grusel und sympathische Charaktere.Alles Dinge, die wichtig sind für ein ganz gutes Buch und ausreichende Leseunterhaltung.
Die Enklave ist also durchaus lesbar, wenn man kein spannendes Gruselerlebnis wie in Metro 2033 erwartet, oder dass man von diesem Buch “in den Bann gezogen wird”, wie es bei Die Tribute von Panem von Suzanne Collins der Fall gewesen ist (Das verspricht nämlich unberechtigter weise die “Publishers Weekly” auf dem Rücken des Buches) dann ist man mit Die Enklave ganz gut bedient.
» Susan Beth Pfeffer – The Dead & The Gone

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Originaltitel: The Dead & The Gone
Genre: Endzeit, Jugendbuch
Reihe: Last Survivors Band: 2
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2010
Seiten: 336
Verlag: Graphia Books
ISBN: 978-0547258553
Preis: 5,90€
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Klappentext: Susan Beth Pfeffer’s Life as We Knew It enthralled and devastated readers with its brutal but hopeful look at an apocalyptic event–an asteroid hitting the moon, setting off a tailspin of horrific climate changes. Now this harrowing companion novel examines the same events as they unfold in New York City, revealed through the eyes of seventeen-year-old Puerto Rican Alex Morales. When Alex’s parents disappear in the aftermath of tidal waves, he must care for his two younger sisters, even as Manhattan becomes a deadly wasteland, and food and aid dwindle.
Rezension: Ein Asteroid trifft den Mond und wirft ihn aus seiner Umlaufbahn. In Folge dessen spielen die Gezeiten verrückt, es gibt Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche und die Menschheit muss um ihr Leben kämpfen. Mitten in New York City wird Alex Morales aus seinem alltäglichen Leben gerissen und ist nun verantwortlich für seine zwei jüngeren Schwestern Briana und Julie. Ihre Mutter arbeitet in einem Krankenhaus in Queens und meldet sich nicht, ihr Vater ist auf der Beerdigung ihrer Oma in Puerto Rico und Carlos, der große Bruder bei den Marines, irgendwo auf der anderen Seite des Landes stationiert. Nun muss Alex für seine Schwestern sorgen, aber das wird in New York City immer schwieriger.
The Dead & The Gone ist total vergleichbar mit Die Welt wie wir sie kannten/Life as we knew it. Nicht nur, dass die beiden Bücher zur gleichen Zeit spielen, nämlich kurz bevor und nach dem Einschlag des Asteroiden in den Mond und der daraus resultierenden Verschiebung der Mondumlaufbahn, die Autorin hat die Ereignisse auch in diesem Buch sehr realistisch und keineswegs übertrieben dargestellt. Wie auch in Die Welt wie wir sie kannten passiert nicht besonders viel Aufregendes. Man begleitet Alex Morales, einen sehr religiösen, pflichtbewussten 17jährigen Jungen durch ein New York City, das langsam zerfällt und zu einem Ort wird, an dem nur noch die Ratten überleben können. Alleine die alltäglichen Sachen, die Alex nun tun muss um zu überlegen sind ausreichende Unterhaltung für ein spannendes Endzeitbuch.
Wenn ich Die Welt wie wir sie kannten und The Dead & The Gone letztendlich haargenau miteinander vergleiche gefällt mir The Dead & The Gone definitiv besser. Endzeitszenarien sind in großen Städten, in denen die Menschen häufiger aufeinander treffen sehr viel spannender und ergiebiger. Alex hat viele andere Probleme, die die Protagonisten in Die Welt wie wir sie kannten nicht haben. Er hat keinen großen Vorrat an Lebensmitteln, muss also täglich los um für sich und seine Schwestern Nahrung zu besorgen, die mit der Zeit immer knapper und knapper wird. Zeitgleich findet noch immer die Schule statt, für die er zu lernen hat und den Unterricht besuche muss, denn Alex will sein Stipendium nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Seine Sorge um seine verschwundene Familie, seine Mutter, Vater und den Bruder macht sein Leben zu dieser Zeit nicht einfacher. Alles in Allem ist The Dead & The Gone einfach spannender, interessanter, auch wenn sich die beiden Bücher letztendlich vom Grundgerüst her sehr ähneln.
Was mich dazu verleitet hat dem Buch einen Stern mehr als seinem Vorgänger zu geben war einfach, dass es hier mehr “Oh mein Gott, das ist jetzt nicht wahr”-Momente hatte, die den Leser kurz schlucken ließen. Das hat das Buch noch ein ganzes Stück lesenswerter und spannender gemacht.
» Susan Beth Pfeffer – Die Welt wie wir sie kannten

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Originaltitel: Life as we knew it
Genre: Endzeit, Jugendbuch
Reihe: Last Survivors Band: 1
Erscheinungsdatum: März 2010
Seiten: 412
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551582188
Preis: 17,90€
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Inhalt: Was zählt, wenn jeder Tag der letzte sein könnte? Was, wenn die Welt über Nacht nicht mehr so ist, wie wir sie kannten? Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Straße, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dann verläuft der Abend ganz anders als erwartet: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und nichts ist mehr, wie es war. Über Nacht gerät die Welt aus den Fugen; Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die gesamte Zivilisation. Und Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass bei großen Katastrophen gerade die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.
Rezension: Miranda Evans beginnt ihr Tagebuch ein paar Tage vor dem großen Ereignis. Ein Asteroid wird auf dem Mond einschlagen. Im Fernsehen wird gesagt, es würde nur schön aussehen, aber nichts passieren. Jedoch wirft der Asteroid den Mond aus seiner Umlaufbahn und nichts ist mehr so wie es war. Die Gezeiten ändern sich, riesige Flutwellen ertränken die Küsten, Vulkane brechen aus, das Wetter wird unberechenbar. Miranda und ihre Familie ziehen sich in ihr Haus zurück. Geistesgegenwärtig kauft Mirandas Mutter von ihrem Ersparten unzählige Vorräte. Erst fällt der Strom aus, kommt unregelmäßig für ein paar Stunden am Tag wieder bis er irgendwann ganz wegbleibt, das Benzin wird knapp, die Läden schließen oder werden geplündert. Eine ungewisse Zeit beginnt.
Ich bin ein großer Fan von Endzeit-Romanen. Solchen, in denen es nicht um Zombies oder sonstigen Krankheiten und Viren geht. Mir reicht es, wenn die Erde still und langsam untergeht und genau das passiert in Die Welt wie wir sie kannten. Ohne großes Tamtam verändert die Erde sich und mit ihr die Menschen und ihre Gewohnheiten, denn das ist ja eigentlich das wirklich Interessante an einem Weltuntergang. Was machen die Menschen? Wie versuchen sie ihr Leben auch in den ausweglosesten Situationen zu retten? Wie kommen sie miteinander klar, wenn sie Stunde für Stunde aufeinander hocken müssen? Viele solcher Fragen werden in Die Welt wie wir sie kannten beantwortet.
Erzählt wird die Geschichte von Miranda Evans in Tagebuchform. Manche Tage beschreibt sie ausführlich, andere Tage sind nur ein paar Zeilen wert. Diese Tagebuchform macht das Buch nicht unbedingt spannend, aber es macht es interessant und vor allem authentischer. Durch diese privaten Einträge erfährt man viel über Mirandas Gefühle und Ängste. Sie fragt sich ob die Welt untergeht und der Mond auf die Erde kracht, was passiert, wenn ihre Lebensmittelvorräte aufgebraucht sind oder es kein Brennholz mehr gibt. Sie hat Angst davor ihre Familie sterben zu sehen und die Letzte zu sein, die noch am Leben ist.
Mich störte nur das Ende ein wenig. Das Buch endete abrupt und ließ mir einige offene Fragen und den Drang zu wissen, was im Nachhinein noch passiert ist. Auch im mittleren Teil fehlte mir ein wenig. Ich hätte zum Beispiel gerne mehr darüber erfahren, was in der Nachbarschaft passiert ist und an anderern Orten ausserhalb des Hauses der Familie Evans, in dem gut 90% der Handlung spielt. Aber letztendlich ist Die Welt wie wir sie kannten eine wirklich interessante Erfahrung, auch für Leser, die nicht viel für Endzeit übrig haben. Ich finde das Buch sehr realistisch, obgleich ich natürlich noch nie in einer derartigen Situation war, aber ich denke ich würde genau so, oder ähnlich handeln wie Mirandas Mutter. Von mir gibt es also 4 von 5 Sternen für ein sehr interessantes Buch.
» Dmitry Glukhovsky – Metro 2033

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Originaltitel: Метро 2033
Genre: Science Fiction, Horror, Endzeit
Reihe: Metro Reihe Band: 1
Erscheinungsdatum: 3. November 2008
Seiten: 784 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453532984
Preis: 14,00€
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Inhalt: Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch das U-Bahn-Netz macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.
Rezension: Wow! Nach diesem knapp 800 Seiten starkem Wälzer bin ich völlig überwältigt. Als ich Metro 2033 vor ungefähr einem halben Jahr gekauft und auch angelesen habe, musste ich es direkt nach dem ersten Kapitel wieder abbrechen, weil es mich endlos gelangweilt hat. Hätte ich mal durchgehalten, dann wäre mir dieses äußerst spannende und lesenswerte Buch schon vorher ein gewaltiger Begriff gewesen.
Das Buch beginnt mit der, bei einem solchen Roman obligatorischen Einleitung. Mehrere Männer, die ihre Wache abzuleisten haben sitzen um ein Feuer und unterhalten sich über die neusten Vorkommnisse in der Moskauer Metro, in der sie seit nunmehr 15 Jahren leben müssen. Dem Leser wird die sehr komplexe Lage der Metro und die Machtverteilung, sowie die politischen Gesinnungen der einzelnen Stationen nahe gebracht. Dabei muss sich der Leser auch noch mit den komplizierten Namen der Stationen herumschlagen, wie die Ochotny Rjad, der Turgenewskaja, Tschistyje prudy oder der Krasnopresnenskaja und nebenher sollte man auch mal die vorne und hinten liegenden Karten zu rate ziehen und diese Stationen suchen, um einen geordneten Überblick über die Metro zu haben. Belohnt wird der Leser allerdings mit einigen, ziemlich gruseligen Erzählungen über Menschen, die einfach in den Tunneln verschwunden sind, oder über Mutanten, die man nur die Schwarzen nennt, die von der Botanitscheski Sad, eine Station vor der WDNCh, in der die Reise von Artjom beginnt, in die Station eindringen und die Bewohner in Aufruhr und Angst versetzen. Wenn man über diesen Anfang hinweg ist und Artjom auf seiner Reise durch die Metro begleitet, dann liegt ein unglaublich spannender Endzeitroman vor einem, der sich für Fans dieses Genres sehr zu lesen lohnt.
Artjom ist ein 20 jähriger junger Mann, der den Großteil seines Lebens in der Moskauer Metro auf der Station WDNCh verbracht hat. Vor 15 Jahren explodierten dort oben Atombomben und machten das Leben in der total zerstörten Megastadt Moskau unmöglich. Die Menschen zogen sich in die einigermaßen sicheren Metro zurück und bauten sich dort ein neues Leben auf. Nach vielen Jahren der Strahlung entwickelten sich auf der Oberfläche neue Arten und Formen des Lebens, die eine Bedrohung für die Metro dastellen. Hin und wieder gelangen Mutanten und andere Wesen in die Metro und verbreiten Angst, Schrecken und den Tod. Als eines Tages vermehrt außergewöhnliche Mutanten, die “Schwarzen” auf der WDNCh auftauchen und der Widerstand zusammen zu brechen droht, macht Artjom sich auf den Weg um etwas zu unternehmen und um seine geliebte Heimatstation und die gesamte Metro von diesen Wesen, die die nächste Stufe der Evolution sein könnten und den Menschen an der Spitze der Schöpfung ablösen würden zu befreien, denn immerhin war es Artjom, der in jugendlichem Leichtsinn die Tore zur Metro geöffnet hat, nur um einen Blick auf das zerstörte Moskau zu werfen.
Das Buch übertrifft alles, was ich je gelesen habe in Sachen Stimmung und Atmosphäre. Man ist sofort gebannt von der Geschichte um die Metro und man gruselt sich unweigerlich an sehr vielen Stellen im Buch. Dmitry Glukhovsky hat die Begabung dem Leser eine vollkommen neue, bzw sehr stark veränderte Welt in wenigen Sätzen real und glaubwürdig offen zu legen. Er fordert einen dadurch sehr stark auf das Buch weiter zu lesen, selbst, wenn es gerade einen Hänger hat.
Hänger hat das Buch leider viele, vorallem auf den ersten 300 Seiten (Und 300 Seiten sind für viele schon ein komplettes Buch). Wenn Menschen aus unerfindlichen Gründen in den Tunneln der Metro verschwinden, dann ist das anfangs vielleicht noch sehr spannend, aber wenn auf 300 Seiten immer nur Menschen verschwinden und verschwinden und verschwinden, ohne, dass der Leser erfährt warum das so ist, dann fragt man sich wirklich, warum dem Autor bei einer so gewaltigen Welt mit so vielen Möglichkeiten nichts besseres eingefallen ist. Man muss einfach nur verbissen durchhalten und die 300 Seiten Grenze überschreiten und dann interessieren einen die verschwundenen Menschen nicht mehr, dann ist es einem fast egal, was dort in der Metro passiert, weil es für den Leser dann nämlich an die Oberfläche geht und dort passiert genau das, was der Leser lesen will und das Buch verliert seine Spannung bishin zum Ende kaum noch.
Die Charaktere sind auch auf den ganzen 800 Seiten eher farblos gehalten und bis auf Artjom sollte man sich besser mit keinem der anderen Protagonisten anfreunden, daran hat man nämlich meist keine lange Freude. Artjom, den man von vorne bis hinten begleitet bleibt aber immer nur ein kleines Licht. Er ist einem sympathisch, aber man erfährt nicht viel über ihn, er bleibt einfach farblos und man möchte meinen nur das “Mittel zum Zweck”. Frauen gibt es in diesem ganzen Buch übrigens fast keine. Obwohl durchaus Frauen in der Metro leben haben diese im Buch wohl keine großartige Bedeutung. Wenn man alles, was mit einer Frau zu tun hat zusammen schreiben würde, dann hätte man ungefähr 2 von 800 Seiten. Lara Croft Action ist da also nicht in der Metro. Ich bin nicht unbedingt schockiert desswegen. Frauen haben mir da nicht unbedingt gefehlt.
Diese angesprochenen 300 Seiten und das viele drumherum Gerede in diesem Buch verleiten mich zum Abzug des einen Sternes. Alles Andere ist so lesenswert und spannend, dass ich es dennoch jedem empfehlen würde. Man muss eben einfach anfangs nur eisern durchhalten und man wird mit viel Spannung, Atmosphäre und einem sehr bedrückendem und überraschendem Ende belohnt.
Dmitry Glukhovsky hat Metro 2033 übrigens weiter geschrieben und im Oktober 2009 erschien in Deutschland der zweite Teil der Reihe: Metro 2034, der auch schon in meinem Regal steht und dringend gelesen werden möchte.
» 2012

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Originaltitel: 2012
Premiere: November 2009 (USA)
Dt. Start: 12. November 2009
Genre: Drama, Action, Sci-Fi
Laufzeit: 158 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Roland Emmerich, Harald Kloser
Darsteller: John Cusack (Jackson Curtis), Chiwetel Ejiofor (Adrian Helmsley), Oliver Platt (Carl Anheuser), Amanda Peet (Kate Curtis), Thandie Newton (Laura Wilson), Thomas McCarthy (Gordon Silberman), Woody Harrelson (Charlie Frost), Danny Glover (Präsident Thomas Wilson), Liam James (Noah Curtis), Morgan Lily (Lilly Curtis), Zlatko Buric (Yuri Karpov), Beatrice Rosen (Tamara), Alexandre Haussmann (Alec), Philippe Haussmann (Oleg), Johann Urb (Sasha)
Inhalt: 2009. Die Erde stirbt. Drei Jahre noch, dann: Bumm! Die amerikanische Regierung weiß es und trifft Vorbereitungen für den Fortbestand der menschlichen Art. Fest steht aber auch, dass nur ein Bruchteil der Menschheit gerettet werden kann. Familienvater Jackson Curtis stößt bei einem Ausflug mit seinen beiden Kindern auf einen bizarren Wissenschaftler, der ebenfalls vom Ende der Welt kündet. Doch erst als Jackson in Los Angeles miterlebet, wie sich der Boden vor ihm öffnet, will er den Zeichen der Zeit glauben. Und nimmt den Überlebenskampf auf.
Trailer:
Rezension: Das der Maya Kalender 2012 endet ist Fakt. Ob dies nun aber das Ende der Welt einläutet ist nicht gewiss. Manche sagen ja, manche sagen nein, andere sind sich nicht sicher und dem Rest ist es egal. Emmerich hat sich entschlossen 2012 die Welt untergehen zu lassen und das ist etwas, das er nachweislich ziemlich gut kann. 2012 bringt neben einer guten, spannenden Story vorallem gewaltige Bilder mit und Effekte, die einen sabbern lassen.
Die Ereignisse werden aus zwei Sichtweisen erzählt. Zum einen begleitet man den jungen Wissenschaftler Adrian Helmsley, der in die Pläne der Staatsoberhäupter eingeweiht ist und ganz genau weiss, was dort auf ihn zukommt. Zum Anderen der weniger erfolgreiche Autor Jackson Curtis der zusammen mit seiner Ex-Frau, dessen Mann und seinen beiden Kindern Noah und Lilly ins Ungewisse flüchtet und ums Überleben kämpft. Dies ist wohl die beste Möglichkeit um einen solchen Film für den Zuschauer spannend zu machen. Während man vom Involvierten erfährt, was passiert und wann es passiert, ist man mit dem normalen Bürger und seiner Familie mitten drin im Geschehen und bekommt wirklich mit was dort los ist. Um dem Zuschauer aber das ganze Ausmaß der Zerstörung nahe zu bringen musste man die Protagonisten mitten hineinsetzen und so muss man sagen hat Jackson Curtis einfach viel zu viel Glück. Beispielsweise fährt er mit einer Limosine durch Los Angeles, das gerade in sich zusammen fällt. Plötzlich bricht vor ihm ein Wolkenkratzer ein und neigt sich auf die Straße. Allen Ernstes fährt Curtis weiter, benutzt Cobra 11 mäßig eine Rampe um durch ein Glasfenster quer durch das gerade zerschellende Gebäude zu fahren um durch die gegenüberliegende Glasfront auf die andere Seite der Straße zu kommen. Man kann es wirklich auch übertreiben. Dieses unverschämte Glück, das er den ganzen Film über hat nervt etwas, aber man will ja als Zuschauer wirklich mitten drin stecken. Ich denke anders hätte man es nicht unbedingt lösen können.
2012 behandelt neben der Zerstörung der Welt natürlich auch die Skrupellosigkeit der Menschen. Nur wichtige Politiker und Menschen, die mal eben eine Milliarde Dollar für ein Ticket über haben bekommen die Möglichkeit zu Überleben. Der restlichen Bevölkerung wird nicht einmal gesagt was mit ihnen passiert. Ich denke, dass es so bei einem Untergang der Welt wirklich ablaufen wird. Scheiß auf die normalen Menschen. Eine Welt ohne Volk braucht natürlich Politiker, die irgendwas regieren, was es dann nicht mehr gibt. Da 2012 ein Hollywood Film ist gibt es unter den zu überlebenden Wissenschaftlern und Politikern natürlich auch einen, der das gar nicht gut findet und es gibt den Präsidenten der Vereinigten Staaten, der, wie in jedem Katastrophen-Hollywood-Film bis zum bitteren Ende im Weißen Haus zurück bleibt, wie ein Kapitän auf dem sinkenden Schiff. Diese Stereotypen muss man bei solch einem Film einfach erwarten.
Die Effekte in diesem Film waren einfach unübertrefflich. Emmerich benutzte neue Technik für seine Special und Visual Effects und das sieht man. Mir standen mehr als einmal die Haare zu Berge und der Mund stand immer offen. Mehr kann man dazu einfach nicht sagen.
Was mir vorallem sehr gut gefallen hat ist wie Emmerich die Zerstörung der Welt beschrieb. Es fing an mit Erdbeben, die große Teile der Westküste der USA verschlangen, dann brach der Vulkan im Yellowstone Nationalpark aus und dann kamen die Tsunamis. Ich als Zuschauer saß da und habe mich gefragt: Wie will da überhaupt irgend jemand überleben? Für mich war das unmöglich soetwas zu überleben. Ich war natürlich schon überrascht, dass die Lösung, die dort für die Politiker und Reichen konstruiert wurde letztendlich recht simpel ist.
Die Schauspielerischen Leistungen waren ebenfalls durchweg gut. Besonders gefallen hat mir da John Cusack, der mir vorher nicht unbedingt zugesagt hat. Seine Rolle fand ich sehr sympathisch und gut chrakterisiert. Froh war ich auch über die Besetzung von Chiwetel Ejiofor, den ich zuletzt sehr gerne in American Gangster, Children of Men und meinem absoluten Lieblingsweihnachtsfilm Tatsächlich…Liebe gesehen habe. Gestört hat mich lediglich die Synchronstimme des Russen Yuri Karpov (gespielt von Zlatko Buric). Die war nämlich schlichtweg scheiße. Lustig, aber scheiße und das sage ich, obwohl ich es hasse, wenn man über Synchronisation meckert.
Ich habe mich schon seit Monaten auf diesen Film gefreut und ich bin zufrieden, dass er mir so gut gefallen hat. Für mich ist er wohl der beste Film 2009 und ich werde ihn mir definitiv noch einige Male ansehen. Ich finde, dass es jetzt aber auch mal an der Zeit ist einen Film zu drehen, vielleicht einen zweiten Teil, der behandelt, was die Überlebenden nach dieser Katastrophe machen. Sowas fänd ich auch sehr interessant, das erfährt man nämlich nie.
» Michael Green – Stunde Null

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Originaltitel: Blood Line
Genre: Endzeit, Thriller
Reihe: / Band: /
Auflage: 1. Auflage
Erscheinungsdatum: 17. September 2009
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3785760154
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Inhalt: Für Mark Chatfield und seine Frau ist es ein gewöhnlicher Flug. Sie sind auf der Heimreise nach Neuseeland. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge: Einige Mitglieder der Crew scheinen krank zu sein. Auch Marks Frau leidet an den gleichen Symptomen. Als das Flugzeug landet, umstellen Soldaten die Maschine und nehmen die Passagiere in Gewahrsam. Nur Mark bleibt auf seinem Platz. Er hält seine Frau in den Armen. Sie ist tot. Aus ihrer Nase und ihren Ohren rinnt Blut. Mark verbringt mit den anderen Passagieren die nächsten Wochen in Quarantäne und muss mitansehen, wie einer nach dem anderen an der seltsamen Krankheit stirbt. Nur Mark und seine Kinder scheinen immun zu sein. Die Krankheit verbreitet sich in einer Pandemie über den Globus und löscht die gesamte Menschheit aus. Mark ist bald alleine auf einer entvölkerten Erde. Auf der Suche nach Überlebenden entdeckt er etwas, das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt.
Rezension: Im Moment lese ich sehr gerne Endzeitromane und Stunde Null hat mich wegen seines Klappentextes besonders angesprochen, also habe ich es mir direkt bei meiner nächsten Amazonbestellung mitbestellt und gleich angefangen zu lesen.
Das Buch beginnt direkt in der Handlung, ohne sich viel an einer möglichen Vorgeschichte aufzuhalten. Mark Chatfield und seine Frau Helen sind auf dem Weg von England nach Neuseeland. Sie und einige andere Passagiere leiden unter einer mysteriösen Krankheit. Noch bevor das Flugzeug landet sind einige von ihnen tot, auch Helen. Mark und die überlebenden Passagiere werden auf dem gesperrten Flughafen festgehalten und überwacht. Ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt ist ein Fernseher, über den sie die Nachrichten verfolgen. Nach und nach sterben die verbliebenen Passagiere und auch ihre Bewacher werden weniger. Mark gelingt die Flucht und findet sich in einem Neuseeland wieder, in dem die Menschen nach und nach an dieser Grippe sterben und bald sind er und seine Familie ganz alleine.
Das Buch wäre mit Sicherheit besser gewesen, wenn der Schreibstil von Michael Green ein wenig ausschmückender und emotionaler wäre. Manchmal kam mir das Buch nämlich vor wie das Tagebuch eines 13jährigen. Es spart an Details und an Emotion, aber gott sei dank spart es nicht an Logik. Die Verbreitung des Super-SARS Virusses ist ziemlich realistisch. Mit einer Inkubationszeit von 3 Wochen und der Ansteckung schon alleine durch die ausgeatmete Luft eines Erkrankten lassen das Szenario realistischer erscheinen als so mancher tödlicher Virus, der einfach plötzlich da war, wie es in recht vielen Endzeitromanen mit diesem Hintergrund ist. Logisch sind auch endlich die Handlungen der Personen. Wäre ich in ihrer Situation und müsste weg von der verbleibenden Zivilisation, die verrückt wird und alles und jeden plündert und ermordet, würde ich meine Vorräte und meine Familie schnappen, ein Segelboot suchen und erstmal vor der Küste die Sache aussitzen. Genau das machen auch die Protagonisten dieses Buches und das gefällt mir.
Stunde Null wäre rundum perfekt gewesen, käme man nicht zu dem Teil, der auf dem Klappentext als etwas “das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt” bezeichnet wird. Das, was Mark und seinen Sohn Steven nämlich erwartet ist ganz und gar nicht schlimmer als das Super-SARS Virus, sondern bietet ihnen und vielen anderen Menschen die Möglichkeit zu überleben, gut zu Überleben, mit viel Nahrung, Unterkunft und in gewisser Weise auch Sicherheit. Ich hätte mir jedenfalls was anderes unter “etwas das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt” vorgestellt. Für diese große Enttäuschung ziehe ich dem Buch 2 Sterne ab. Man hätte sowas tolles daraus machen können und hat es verbockt. Denoch ist der Anfang sehr lesenswert.
Wenn man nicht besonders viel erwartet ist Stunde Null ein gutes Buch für Endzeitfans und vielleicht auch was für Neulinge, da dieses Buch so gar nicht blutig oder brutal ist, gut, die Brutalität ist mit Sicherheit schon da, aber sie wird in keinster Weise beschrieben. Ich würde Stunde Null als Kuschelendzeit beschreiben.





