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» Kindle, Sony Reader und Co.

Geschrieben von Sally am Samstag, 30 Januar, 2010 | 896 views. | 7 Kommentare

In letzter Zeit sieht und hört man ja immer mehr von diesen neuartigen eReadern, die laut der Presse bald alle Bücher ersetzen werden. Für irgendwelche Geschäftsmänner, die in ihren Aktentaschen keinen Platz mehr für Bücher, oder ihre unzähligen Notizen haben mag das ja vielleicht was ganz tolles sein, aber wie sieht das aus mit Privatpersonen?
Ich persönlich finde diese eReader total überflüssig und mir würde nie in den Sinn kommen für sowas Geld auszugeben, auch, wenn ich eigentlich jemand bin, der gerne neue Technik ausprobiert,. Wenn ich das mal am Beispiel des Sony Readers ausrechne würde es so aussehen: Ich müsste mir den neuen Reader Touch kaufen, weil es den alten nicht mehr gibt und dieser kostet stolze 299€, was für mich fast 30 Taschenbücher a 10€ sind und dabei muss man mal bedenken, dass der Reader komplett leer und ohne irgendein Buch ankommt. Man würde ja behaupten, dass sich das Teil rentiert, wenn man nun nur dafür Lesestoff kauft, der ja sicher billiger ist als ein normales Buch, weil es sich nur um eine lächerliche Datei handelt. Ja…aber nein. Ein E-Book für den Sony Reader kostet bei Thalia im Schnitt 9,99€, also einige Cent mehr als ein normales Taschenbuch. 10€ für eine dämliche Datei. In 10€ für ein Buch wären neben dem Verdienst für den Autor noch die Kosten zur Herstellung des Buches drin, die in so einer Datei natürlich nicht drin stecken. Der Sony Reader lohnt sich also von vorne bis hinten für eine normallesende Privatperson nicht und nur um ein Stück neue Technik in der Hand zu haben und damit vor allen anderen der große Hecht zu sein ist mir das absolut nicht wert. Mal davon abgesehen finde ich, sieht es ziemlich merkwürdig aus mit so einem Ding in der Hand rumzusitzen. Ein altmodisches Buch macht da eher was her.
Wenn es um das “Ersetzen” des guten, alten Buches geht verstehe ich und offenbar auch einige andere keinen Spaß mehr. Als ich vor einigen Wochen im Thalia in der Spitalerstraße in Hamburg saß beobachtete ich den Sony Reader, der dort ausgestellt war. Ich saß ungefähr 40 Minuten dort und in dieser Zeit haben viele Leute das Ding kritisch beäugt, aber nur sehr sehr wenige und hauptsächlich Männer, die von ihren Leserattenfrauen zum Buchshoppen gezwungen wurden haben das Ding in die Hand genommen und ausprobiert. Allerdings auch nur kurz. Die meiste Zeit lag das Ding unbeachtet in seinem Schaukasten.
Ich denke man kann mit so einem Gerät ein Buch gar nicht ersetzen. Höchstens das Buchuniversum für manche erweitern. Ich könnte mich nicht damit abfinden anstelle eines Buches so ein Gerät in den Händen zu halten. Ich brauche knisterndes Papier und könnte ohne den Geruch von Druckerschwärze und Papier gar nicht ans Lesen denken. Für mich also keinen Reader und auch keine eBooks, weder auf dem PC, noch auf dem Telefon oder sonstwo.

von Sally am Samstag, 30 Januar, 2010 um 13:57 Uhr
In den Kategorien: Bücherwelt,Kaufrausch

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