» Gerard Donovan – Winter in Maine

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Originaltitel: Julius Winsome
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 14. September 2009
Seiten: 208 Seiten
Verlag: Luchterhand
ISBN: 978-3630872728
Preis: 17,99€
Amazon.
Inhalt: Julius Winsome hat den Schuss gehört. Zumindest glaubt er das, denn in den Wäldern von Maine ist kurz vor Winteranbruch Jagdsaison – es hätte also auch jeder andere Schuss gewesen sein können. Sein geliebter Pitbullterrier Hobbes jedenfalls schafft es gerade noch, sich 500 Meter zu ihm hin zu schleppen, bevor er an der aus nächster Nähe kaltblütig in seinen Rücken gefeuerten Schrotflintenladung zugrunde geht. Kurzerhand nimmt Winsome, der in der Einsamkeit mit seinen geerbten Büchern und den antiquierten Worten Shakespeares lebt, sein ebenfalls geerbtes Scharfschützengewehr und macht seinerseits Jagd auf die Jäger. Drei von ihnen erlegt er sofort – auch wenn keiner von ihnen mehr sagen kann, ob er tatsächlich Hobbes’ Mörder war.
Rezension: Also ich bin mir da ja nicht so ganz sicher. Winter in Maine wurde von der britischen Tageszeitung The Guardian als Buch des Jahres gekürt, die Bewertungen bei Amazon sind durchweg positiv, Meinungen, die ich bisher gehört habe ebenfalls und Elke Heidenreich hat es auch für gut befunden. Irgendwas muss ja sein an diesem Buch…und warum hab ich das nicht so ganz rausgefunden?
Ein Mann lebt mit seinem Hund Hobbes in einer Hütte im tiefsten Wald in Maine. Ganz alleine, nur die Beiden. Während er vor dem Ofen hockt und die beinahe 3.000 Bücher liest, die sein Vater ihm hinterlassen hat hört er einen Schuss von einem der Jäger draussen im Wald, die jagd auf Wild machen. Er findet bald drauf seinen treuen Gefährten Hobbes, angeschossen und geschwächt. Als sein Hund stirbt sinnt Winsome nach Rache und macht sich mit seinem Scharfschützengewehr auf die Suche nach Jägern.
Winsomes Entscheidung nun die Jäger zu töten, die seinen Hund erschossen haben hat mich dazu gebracht dieses Buch zu lesen. Manche würden sagen man kann nicht einen Menschen erschießen, bloss weil er einen Hund, ein Tier getötet hat. Ich aber finde man kann. Wer auf ein Tier schießt und es somit tötet ohne erdenklichen Grund, der hat es eigentlich nicht anders verdient als selber erschossen zu werden. Ich mag Menschen nicht, die Tiere wie Dinge behandeln, die ihnen gehören und ich mag Menschen nicht, die diesen Tieren etwas antun und was ich schon gar nicht mag sind Menschen, die meinen sie könnten aus Spaß an der Freude jagen. Mit anderen Worten: Ich hasse Jäger. Nein, ich verachte Jäger. Ich finde sie widerwärtig und ich würde niemals auf die Idee kommen sie Gleichberechtigt wie einen Menschen zu behandeln, denn das sind sie offensichtlich nicht. Von daher hat Julius Winsome in diesem Buch mein vollstes Verständnis und für mich ist er der Held dieser Geschichte.
Ergo ist die Geschichte das, was die drei Sterne verdient hat. Allerdings fand ich einige Stellen in diesem Buch sehr langweilig, wie beispielsweise die Rückblenden zu Julius Vater im Krieg und seinen Erzählungen davon. Ich war einfach nicht in Stimmung um sowas zu lesen. Das hatte ich nämlich nicht erwartet. Zum Anderen finde ich es schlimm, wenn sich Autoren in ihren Büchern auf Worte anderer Autoren stützen. In Winter in Maine waren es Phrasen und Worte aus Shakespeares Werken und das nicht gerade zu knapp. Hätte ich Shakespeare lesen wollen, hätt ich das auch getan.
Einen, ganz bestimmten Stern muss ich für das Buch ansich abziehen. Ich hab überlegt ob ich das tun soll und nun tu ich es einfach mal. Ich möchte nicht nur den Inhalt des Buches bewerten, sondern auch das Produkt selber. Das Buch ist eines aus dem Luchterhand Verlag. Beim Kauf war es noch eingeschweißt, also komplett neu. Als ich es auspackte stank dieses Buch so widerlich, wie eine Mischung aus Druckerschwärze und ordentlich Zigarettenrauch. Mir wurde hin und wieder richtig übel als ich es vor mir hatte, sodass ich aufhören musste. Ich denke wenn jedes Buch aus dem Luchterhand Verlag so riecht, dann war Winter in Maine definitiv mein letztes davon. Ich mag gerne an Büchern riechen, aber da vergeht es mir doch definitiv.
Winter in Maine würde ich letztendlich nicht unbedingt empfehlen. Wer einfach nur die Geschichte eines Mannes lesen möchte, dessen Hund erschossen wird und er auf Rache sinnt, ohne irgendwas drumherum der ist mit Blutrot von Jack Ketchum gut beraten. Für mich ist Winter in Maine nun einfach nicht das Buch des Jahres. Da hab ich dieses Jahr besserers gelesen…oder ich habe einfach einen miserablen Geschmack.





