» Richard Laymon – Finster

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Originaltitel: Night in the lonesome October
Genre: Thriller, Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 8. Dezember 2010
Seiten: 544
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675834
Preis: 9,99€
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Klappentext: Es ist eine stürmische Oktobernacht, in der Ed Logan von seiner Freundin sitzengelassen wird. Verzweifelt und mit gebrochenem Herzen wandert er durch die einsamen Straßen. Er bemerkt ein hübsches, fremdes Mädchen und beschließt, ihr zu folgen. Doch wer hätte ahnen können, welche tödlichen Geheimnisse diese Nacht für ihn bereithält?
Rezension: Wiedereinmal habe ich alles andere abgebrochen für einen neu erschienenen Laymon. Zu Recht, denn bisher wurde ich von keinem Laymon enttäuscht und so hat auch Finster mir wieder ausgezeichnet gefallen.
Wer Bücher von Richard Laymon kennt oder davon nur gehört hat, weiss dass diese meist vor Sex, Blut und Gewalt nur so strotzen. Selten kommen mal 50 Seiten ohne irgendeine gruselige oder gewalttätige Sequenz. So ist man das als Fan von Laymons Werken gewohnt. Finster ist da etwas anders. Es ist eher ein ruhiges Buch, in dem auch viele ganz normale und alltägliche Sachen passieren. Man könnte fast meinen in diesem Buch ginge es um einen ganz normalen Studenten, den man eine Woche lang durch das Buch begleitet. Aber natürlich kommt auch Finster nicht ohne Sex und Mord aus, dann wäre es nämlich einfach kein richtiger Laymon. Denoch ist es wirklich nicht langweilig.
Wie gewohnt hat mich vorallem Laymons Ausdrucksweise und seine Art mit Handlungen umzugehen fasziniert. Er schafft es die langweiligsten und banalsten Sachen wirklich interessant zu schreiben, sodass man eigentlich kaum gelangweilt sein kann und dann wiederrum beschreibt er gruselige Szenen so gruselig, dass selbst mir, die ich ja eigentlich nicht besonders anfällig für solche Sachen bin, die Härchen an den Armen zu Berge stehen. Selbst wenn nicht so viel passiert wie in den anderen Laymon Büchern ist Finster doch total spannend und lesenswert.
Letztendlich kann ich nur das schreiben, was ich immer zu einem Laymon schreiben würde: Ein Roman von Richard Laymon ist für Fans dieses bestimmten Genres. Wer ein Problem mit sinnlosem Mord, gestörten Charakteren und Vergewaltigungen hat der wird keine Freude haben an seinen Büchern, egal an welchem. Wer aber gerne mal in solche Abgründe eintaucht und sich einfach nur in dieser Art unterhalten lassen will, der ist wie immer gut beraten mit einem Buch von Laymon.
» Jane Eagland – Mein Herz so wild

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Originaltitel: Wildthorn
Genre: Jugendbuch, History
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2010
Seiten: 448
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423248396
Preis: 12,90€
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Inhalt: Je nachdrücklicher die 17-jährige Louisa ihre geistige Gesundheit beteuert, desto weniger glaubt man ihr – und desto schlimmer wird ihre Situation. Denn Louisa ist in einer Irrenanstalt gelandet. Warum, kann sie nur ahnen. Weil sie anders ist? Weil sie als Mädchen einen Beruf erlernen will – was im viktorianischen England einem Sakrileg gleichkommt. Und wer steckt hinter ihrer Einweisung? Diese Ungewissheit und die demütigenden Schikanen zermürben Louisa. Wäre da nicht die junge Pflegerin Eliza, würde Louisa sogar an Selbstmord denken.
Rezension: Mein Herz so wild war ein totaler Spontankauf. Es stand in der Neuheitenabteilung meiner Lieblingsbuchhandlung und ich hab es einfach mitgenommen. Mich sprach sowohl das wunderbare Cover an, als auch die Story, auch wenn ich im Moment eher weniger lust habe auf einen historischen Roman und nach dem katatrophalen Die Wahrheit über Alice auch erstmal die Nase von Jugendbüchern voll hatte hab ich es mal mitgenommen, eigentlich auf Vorrat, aber dann hab ich es doch sofort gelesen.
Die 17jährige Louisa ist ein Bücherwurm und hat den großen Traum einmal Ärztin zu werden. Für Frauen wie sie ist dies aber zu dieser Zeit ein weit entfernter Traum. Ihre Eltern legen ihr nahe bald zu heiraten, einen eigenen Haushalt zu führen und Kinder zu bekommen. Aber Louisa interessiert sich nicht dafür. Eines Tages wird sie fort geschickt, um für einige Zeit bei einer anderen Familie zu leben, doch stattdessen landet sie in einer Anstalt für Geisteskranke. Sie hält es für ein großes Missverständnis, zumal jeder sie als Lucy Childs anspricht, die sie nicht ist. Doch ihre Einwände werden als ein Zeichen ihrer Geisteskrankheit abgehandelt und sie wird eingesperrt. Eine grausame Zeit voller Angst, Zweifel und Gemeinheiten beginnt und Louisa sieht keinen Ausweg jemals diesem Loch entkommen zu können, in dem sie zu Unrecht sitzt…
Als großartigen historischen Roman kann man Mein Herz so wild natürlich nicht bezeichnen. Es ist vielmehr ein großartiges Jugendbuch, das durchaus lesenswert ist. Die Protagonistin Louisa ist ein intelligentes, junges Mädchen, das ihren eigenen Weg gehen will und nicht den, der ihr von der Gesellschaft auferlegt wurde. Das ist natürlich nichts neues. Hat man, vorallem natürlich in Jugendbüchern, schon zu Hauf gelesen. Aber Louisa sträubt sich nicht gegen eine Ehe mit einem Mann, den sie nicht will, sie liebt keinen Anderen, den ihre Familie nicht akzeptiert, wie es in den meisten Büchern der Fall ist. Sie ist durchaus bereit einen, für sie ausgesuchten Ehemann zu heiraten, aber dieser soll ihr erlauben Ärztin zu werden, das ist ihr größter Wunsch und ihr Lebenstraum. Es macht Louisa sympathisch, dass sie nicht völlig abwegig handelt und sich gegen einfach alles auflehnt. Sie akzeptiert, dass sie früher oder später heiraten muss, aber denoch möchte sie auch ihren Traum verwirklichen und ist denoch kein Duckmäuschen.
Der Plot ist gut aufgebaut. Anfangs wechseln sich die Handlungsstränge ab. Man begleitet Louisa auf den Weg zur Anstalt und die ersten Wochen als Insasse darin, zwischen den Kapiteln erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, was ihren Wunsch Ärztin zu werden gefestigt hat, wie ihr Verhältnis zu ihren Eltern, ihrem Bruder, ihrer Tante und ihrer Cousine ist. Ab etwa der hälfte des Buches befindet man sich aber fast ausschließlich nur zur Zeit der wirklichen Handlung. Das finde ich ist eine sehr gute Lösung. So mag man vielleicht anfangs kurz von den Sprüngen genervt sein, aber das legt sich dann sehr schnell. Mir fehlt aber leider ein bisschen Würze im Plot. Es passt irgendwie alles zusammen, aber es hätte eindeutig noch mehr passieren können. Mir kam es beim lesen manchmal so vor, als hätte dort etwas gefehlt, oder die Autorin hätte etwas vergessen.
Der Schreibstil ist flüssig, nicht besonders ausgeschmückt, liest sich aber gut. Meiner Meinung nach hätte man ruhig noch ein bisschen historisches Feeling in die Geschichte und Beschreibungen einfließen lassen können, den das viktorianische England ist meiner Meinung nach sehr interessant und dem Leser sollte das auch nahe gebracht werden. Die Autorin hat sich aber leider nicht mit solchen Dinge zu lange aufgehalten und einfach drauf los geschrieben. Stellenweise bekommt man so leider gar nicht so doll mit, dass man sich gerade im viktorianischen England befindet. Das fand ich etwas schade.
Letztendlich fehlen mir für eine volle Punktzahl eben die angeprochenen Ausschmückungen und ein bisschen mehr Pepp im Plot. Aber denoch ist Mein Herz so wild ein Buch, das man sehr gut lesen kann und sich sicher unterhalten fühlt, wenn man Interesse hat an historischen Romanen und Jugendbüchern, denn man merkt Mein Herz so wild sehr an, dass es hauptsächlich für jüngere Leser geschrieben wurde.
» Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

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Originaltitel: Beautiful Malice
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2010
Seiten: 320
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250030
Preis: 16,95€
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Inhalt: Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine mehr als überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie im Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…
Rezension: Über Die Wahrheit über Alice hat man in letzter Zeit sehr viel gehört. Es wurde an jeder Ecke im Internet angepriesen, überall sieht man Blogartikel oder Empfehlungen und sogar im New Yorker gab es eine Leseprobe sowohl in schriftlicher- als auch mündlicher Form über die Lautsprecher. Die Geschichte hinter Die Wahrheit über Alice hört sich ja auch sehr interessant an, aber das wars leider auch schon.
Katherine ist von Melbourne nach Sydney umgezogen und geht auf eine neue Schule. Dort versucht sie möglichst nicht aufzufallen. Sie macht ihre Schularbeit und hält sich im Hintergrund. Doch eines Tages lädt Alice, eines der beliebtesten Mädchen der Schule sie zu ihrer Geburtstagsparty ein. Nach anfänglichem Zögern willigt Katherine dann ein und verbringt eine schöne, spaßige Feier an Alice Seite. Seither sind sie Freunde, sie unternehmen viel, haben Spaß und Katherine erzählt ihr ein Geheimnis,, das sie eigentlich niemandem erzählen wollte, etwas aus ihrer Vergangenheit, das sie eigentlich in Melbourne hinter sich lassen wollte. Sie vertraut Alice, doch plötzlich ändert sich das Mädchen. Sie beginnt grausam zu werden, fängt an unangenehm zu werden und Katherine möchte Alice irgendwann nur noch los werden, doch Alice lässt sich nicht so einfach abschütteln.
Das Buch benötigt wohl gute PR, denn mit einem spannenden Inhalt kann es leider nicht aufwarten. Die Wahrheit über Alice plätschert so seicht daher mit unglaublich vielen langweiligen Stellen und Dialogen, die sinnfrei und uninteressant sind. Es passiert eigentlich nicht viel. Ständig wird dem Leser aber erzählt wie grauenvoll und brutal Katherines Geheimnis um ihre kleine Schwester Rachel ist, dass man irgendwann total genervt ist und wissen will, was den da so schrecklich ist, das ständig am Ende jedes Kapitel angepriesen wird und offenbar die Spannung und somit die Geschichte aufwerten will. Leider klappt das aber nicht so richtig. Es frustriert eher. Ich hasse es einfach, wenn in einem Buch ständig irgendetwas erwähnt wird, das erst sehr viel später geklärt wird und dabei nicht mal das Hauptthema des Buches ist.
Wenn man die sinnfreien Dialoge, die eigentlich nicht zum Plot gepasst haben und die vielen Lückenfüllerhandlungen weggelassen hätte, wäre es kein Problem Die Wahrheit über Alice auf 50 Seiten zu kürzen und trotzdem noch alles Wichtige zu erfahren. Alice selber, die als grausam und als Albtraum bezeichnet wird hat letztendlich einen Grund, warum sie ihr Verhältnis zu Katherine geändert hat. Sie hat wohl einen leichten psychischen Knacks, aber es wäre kein Problem für Katherine gewesen sich vor Alice zu “schützen”. Wie das Buch letztendlich mit Mick, Katherines Freund, ausgegangen ist, ist meiner Meinung nach ein klarer Fall von “Selbst Schuld”, was mich wieder ein wenig wütend gemacht hat, dass ich ein paar Stunden damit verschwendet habe, so ein unbefriedigendes Ende zu lesen. Sowieso sind die Handlungen der Charaktere sehr bleiern, naiv und gar total dämlich. Ich konnte sie nicht nachvollziehen. Hätten sie anders gehandelt, sich anders verhalten, dann wäre es gar nicht so weit gekommen. Gut, dann gäbe es auch kein Buch (oder ein mehr durchdachteren Plot), aber letztendlich wäre das dann auch nicht so schlimm gewesen.
Die Wahrheit über Alice kann man sich getrost klemmen. Ein Buch über eine psychisch labile Stalkerin zu lesen wäre ja ganz interessant, aber mit diesem Buch ist man da völlig falsch beraten. Es ist langweilig, undurchdacht und total sinnlos. Einen Stern vergebe ich schlicht für die Tatsache, dass das Buch es trotzdem geschafft hat und mich dazu gezwungen hat es zuende zu lesen weil ich wissen wollte, wie es denn aus geht, was ich mir letztendlich aber auch hätte ersparen können. Schade, dass heutzutage einfach die falschen Bücher so dermaßen promoted werden. Definitiv keine Leseempfehlung.
» David Ball – China Run

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Originaltitel: China Run
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. April 2007
Seiten: 544
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426635278
Preis: 8,95€
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Inhalt: Lange hat Allison Turk sich ein Kind gewünscht. Als sie schließlich im fernen China ihr Adoptivbaby Wen Li in Empfang nehmen darf, ist ihr Glück vollkommen. Mit einer Gruppe frisch gebackener Eltern rüstet sie zum Aufbruch in die Heimat – da schlägt eine Nachricht wie eine Bombe ein: Aufgrund einer Anordnung der Behörden müssen alle Kinder binnen einer Stunde zurückgegeben werden. In Panik verlässt Allison mit ihrem Töchterchen das Hotel und befindet sich zusammen mit zwei anderen Paaren in der schwierigsten Situation ihres Lebens. Auf einmal sind sie Kidnapper und befinden sich auf einer nervenzerreißenden Flucht – nicht der Schnellste wird überleben, sondern der Stillste, Klügste und Listigste …
Rezension: China Run war ein Zufallskauf. Es lag vor mir als Mängelexemplar für 2,95€. Ich hatte schonmal etwas darüber gelesen und mir den Titel auch mal aufgeschrieben, das ist aber schon Jahre her und als es da so zufällig für wenig Geld vor mir lag wär ich ja blöd gewesen es nicht zu kaufen.
Die Protagonistin in China Run ist wohl hauptsächlich die Amerikanerin Allison Turk, die zusammen mit ihrem Stiefsohn Tyler und fünf weiteren amerikanischen Familien nach China gekommen ist um dort ein Baby zu adoptieren, weil sie selbst keine Kinder mehr bekommen können. Man übergibt ihr die kleine Wen Li, ein quierliges Baby. Erst kommt es Allison mehr als merkwürdig vor ein fremdes Baby zu versorgen, aber dann erwärmt sie sich für Wen Li und beginnt das kleine Baby zu lieben. Doch plötzlich teilt ihr ihre Fremdenführerin mit, dass den Behörden ein schrecklicher Fehler unterlaufen ist und sie alle ihre Babies zurückgeben müssen innerhalb einer Stunde. Drei der sechs Familien beugen sich widerwillig ihrem Schicksal, aber die anderen drei nicht. Allison packt Tyler und Wen Li und zusammen brechen sie auf um die Repubik zu durchqueren und in die amerikanische Botschaft nach Gouangzhou zu gelangen. Aber bald werden sie gejagt von der Polizei und dem Militär und sie fallen als lao wai, als Ausländer mit heller Hautfarbe, zu sehr auf um unbemerkt durch das Land zu kommen. Eine Hetzjagd in einem fremden Land mit ungewissem Ausgang beginnt.
Ich sage Allison ist wohl hauptsächlich die Protagonisten, weil es in diesem Buch mal wieder so verdammt viele Charaktere gibt. Der Leser lernt derart viele verschiedene Charaktere und deren Funktion kennen, dass man sehr häufig gehörig durcheinander kommt. Man bekommt häufig vorallem chinesische Namen und Personen um die Ohren gehauen, dass man sich die niemals wirklich merken kann. Da gibt es die Amerikaner, die man so gerade noch auf die Kette kriegt, die Fremdenführerin, der Leiter des Weisenhauses, ein Major, ein Gangster, ein Arzt, dessen Familie, ein Polizist, deren Untergebene, irgendwelche Anwälte etc. pp. Viele davon sind gar nicht so wichtig, aber sie kommen im Buch verstreut häufig vor und wenn man dann vergessen hat, wer nochmal Ma Lin oder Quan Yi oder Yi Ling ist steht man schonmal blöd da, wenn sie irgendwann wieder auftauchen. Aber vor allem Allison und Tyler sind sehr sympathisch dargestellt und man konnte gut mit ihnen mitfiebern und für sie hoffen, dass sie unentdeckt bleiben und sich durch brenzliche Situationen durchlavieren können. Schonmal ein großes Lob für die Darstellung der Protagonistin.
Das der Autor sich sehr gut mit China auskennt, das merkt man sehr schnell. Er hat sowohl Ahnung von dem Land, als auch von den Leuten und der Sprache. David Ball schafft es dem Leser das Land neben der Geschichte ganz gut nahe zu bringen. Es war schön ein Buch von einem Autor zu lesen, der entweder wirklich Ahnung davon hat, was er schreibt oder dem Leser das ganz gut verkaufen kann…aber ich gehe davon aus, dass David Ball China so gut kennt. Auch seine Art zu schreiben hat mir sehr gefallen. Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen.
Warum habe ich China Run also “nur” 3 Sterne gegeben? Die Geschichte, so spannend sie auch sein mag, war teilweise so unnötig in die Länge gezogen, dass ich mich gezwungen sah manche Seiten schlichtweg zu ignorieren, sonst hätte ich das Buch bestimmt irgendwann frustriert in die Ecke geworfen und sprichwörtlich “drauf geschissen” wie es ausgeht, auch wenn mich das Ende wiederrum sehr interessiert hat. Man hätte dem Buch locker 150 Seiten entziehen können und die Geschichte wäre trotzdem noch sinnvoll und vorallem spannend(er). Das und die Überzahl an Charakteren schmälerte die Freude an dem Buch ziemlich. Ich habe auch einige Zeit dafür gebraucht es durchzulesen, weil ich zwischendurch einfach keine Lust hatte mich mit Charakteren rumzuquälen, deren Funktion ich sowieso schon wieder vergessen hatte, weil sie irgendwie nicht so wichtig sind oder gerade an einer der wirklich langweiligen Kapiteln hing.
Letztendlich ist China Run ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Man verpasst nichts, wenn man es lässt, aber man verplempert auch nicht allzuviel wertvolle Zeit, wenn man es dann doch tut. Wer ein Interesse an einem soliden Thriller hat oder China mag, der ist mit China Run gut beraten. Es ist einfach ein Buch das man liest, sich davon unterhalten lässt und es danach direkt wieder vergisst, weil es eigentlich keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.
» Klaus-Peter Wolf – Todesbrut

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Originaltitel: Todesbrut
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 15. September 2010
Seiten: 479
Verlag: script5
ISBN: 978-3839001172
Preis: 14,95€
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Klappentext: Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen. Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort. Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt? Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns?
Rezension: Klaus-Peter Wolf kenne ich vor allem durch seine Ostfrieslandkrimis, die ich aber als bekennende Krimihasserin niemals in die Hand genommen hab. Aber man kennt diese Bücher eben einfach als Ostfriese, weil sie überall rumliegen. Todesbrut sticht ein wenig raus. Zwar spielt die Handlung auch in Ostfriesland (Emden und Borkum), aber diesmal ist es thrillerlastig.
Ich hätte ja gerne auch eine kleine, eigene Inhaltsangabe geschrieben, die ein bisschen mehr vom Buch verrät. Aber das ist schwer. Auf knappen 500 Seiten wartet das Buch mit dermaßen vielen Charakteren auf, dass eine passende Inhaltsangabe die Länge des Buches übertreffen würde. Für 500 Seiten sind die Protagonisten einfach ein paar zu viele. Erst nach der Hälfte des Buches hab ich es ganz gut auf die Kette gekriegt sie auseinander zu halten und sie ihren eigenen Geschichten, Ereignissen und Funktionen zuordnen können.
Die Charaktere sind wohl das allergrößte Manko an Todesbrut. Sie waren mir alle dermaßen unsympathisch, dass es mir völlig egal war was mit ihnen passierte. Eben weil es so viele von ihnen gab konnte ich mich auch nicht auf eine einzige Person konzentrieren. Ausserdem haben manche von ihnen so blöd gehandelt, dass ich sicher 200 Seiten durch nur den Kopf geschüttelt habe. Da gab es zum Beispiel diesen Jungen, dessen Namen ich vergessen habe, weil es in diesem Buch so viele Jungs gibt. Er flüchtet sich auf der Fähre in sein Auto um sich vor der Vogelgrippe zu schützen. Ein altes Ehepaar klopft an und bittet darum sich zu ihm ins Auto setzen zu dürfen. Sie sind alt und erschöpft und haben Angst. Der Mann bietet dem Jungen sogar Geld an. Bis zu 300€, mehr haben sie nicht dabei. Aber der Junge verweigert ihnen den Zutritt, weil er angst hat, dass einer von ihnen infiziert ist. Aber da kommen drei “geile Schnecken” um die Ecke, die zu allem Überfluss auch noch das alte Ehepaar verprügeln. Die Dame wird getreten, als sie ohnehin schon verletzt am Boden liegt, der Mann bekommt Schläge ins Gesicht und seine Brille wird mutwillig zertreten. Aber der Junge erlaubt diesen drei fragwürdigen Mädchen den Zutritt zu seinem Auto. Und auch als eine der drei plötzlich hohes Fieber bekommt und ganz offensichtlich infiziert ist schmeißt er sie nicht raus und das, obwohl er anfangs doch alles mögliche getan hat um sich vor dieser Krankheit zu schützen? Das ist dämlich. Äußerst dämlich. Das ganze Buch ist voll von solchen bescheuerten, unlogischen Handlungen. Auf der borkumer Promenade beobachten alle Leute, wie ein Helikopter ausser Kontrolle gerät und in die Nordsee stürzt. Keinen interessiert das. Aber dann werden am Strand Personen aus einem Flugzeug beschossen und da rennen alle hin um zu helfen… Ich kann gar nicht alles aufzählen, was ich total unsinnig und bescheuert fand.
Was mich auch sehr genervt hat ist, dass fast jede Person ständig nur zusammen mit ihrem Nachnamen genannt wurde: “Kai Rose ging hier hin, Ole Ost tat dies und das, Carlo Rosin sagte dazu…”. Das hat letztendlich auch nicht geholfen sich die Personen besser merken zu können. Im Gegenteil, ich hab sie fast noch mehr gehasst.
Was die Story ansich angeht, die wäre mit Sicherheit ganz annehmbar geworden, wenn mit den Charakteren (Die ja meiner Meinung nach ohnehin fast am allerwichtigsten sind) nicht so gepfuscht worden wäre. Ich denke ich hätte das Buch auch abgebrochen, wenn ich die Handlungsorte Borkum (Das zu unserem leeraner Landkreis gehört
) und Emden nicht kennen würde, denn der Autor spart extrem mit Beschreibungen der Gegenstände und Orte. Nur die schönen langen Beine mancher Damen werden fein beschrieben. Damit kann man als Leser aber nix anfangen.
Mit Müh und Not gebe ich Todesbrut einen Stern. Ich hätte auch null vergeben können, aber letztendlich habe ich es ja auch gelesen (Auch, wenn ich die letzten 50 Seiten mehr schlecht als recht überflogen habe). Das Einzige was mich wirklich gereizt hat waren die Handlungsorte und die Tatsache, dass ich sie kenne. Todesbrut wird wohl mein erstes und letztes Buch von Klaus-Peter Wolf sein. Seine Ostfriesenkrimis interessieren mich ja sowieso nicht und wenn alle anderen, möglicherweise noch folgenden Thriller in der Art wie Todesbrut sind, dann lohnt es sich für mich absolut nicht meine Zeit damit zu verschwenden. Sehr schade eigentlich, aber da kann man wohl nix machen.
» Susan Beth Pfeffer – The Dead & The Gone

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Originaltitel: The Dead & The Gone
Genre: Endzeit, Jugendbuch
Reihe: Last Survivors Band: 2
Erscheinungsdatum: 18. Januar 2010
Seiten: 336
Verlag: Graphia Books
ISBN: 978-0547258553
Preis: 5,90€
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Klappentext: Susan Beth Pfeffer’s Life as We Knew It enthralled and devastated readers with its brutal but hopeful look at an apocalyptic event–an asteroid hitting the moon, setting off a tailspin of horrific climate changes. Now this harrowing companion novel examines the same events as they unfold in New York City, revealed through the eyes of seventeen-year-old Puerto Rican Alex Morales. When Alex’s parents disappear in the aftermath of tidal waves, he must care for his two younger sisters, even as Manhattan becomes a deadly wasteland, and food and aid dwindle.
Rezension: Ein Asteroid trifft den Mond und wirft ihn aus seiner Umlaufbahn. In Folge dessen spielen die Gezeiten verrückt, es gibt Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüche und die Menschheit muss um ihr Leben kämpfen. Mitten in New York City wird Alex Morales aus seinem alltäglichen Leben gerissen und ist nun verantwortlich für seine zwei jüngeren Schwestern Briana und Julie. Ihre Mutter arbeitet in einem Krankenhaus in Queens und meldet sich nicht, ihr Vater ist auf der Beerdigung ihrer Oma in Puerto Rico und Carlos, der große Bruder bei den Marines, irgendwo auf der anderen Seite des Landes stationiert. Nun muss Alex für seine Schwestern sorgen, aber das wird in New York City immer schwieriger.
The Dead & The Gone ist total vergleichbar mit Die Welt wie wir sie kannten/Life as we knew it. Nicht nur, dass die beiden Bücher zur gleichen Zeit spielen, nämlich kurz bevor und nach dem Einschlag des Asteroiden in den Mond und der daraus resultierenden Verschiebung der Mondumlaufbahn, die Autorin hat die Ereignisse auch in diesem Buch sehr realistisch und keineswegs übertrieben dargestellt. Wie auch in Die Welt wie wir sie kannten passiert nicht besonders viel Aufregendes. Man begleitet Alex Morales, einen sehr religiösen, pflichtbewussten 17jährigen Jungen durch ein New York City, das langsam zerfällt und zu einem Ort wird, an dem nur noch die Ratten überleben können. Alleine die alltäglichen Sachen, die Alex nun tun muss um zu überlegen sind ausreichende Unterhaltung für ein spannendes Endzeitbuch.
Wenn ich Die Welt wie wir sie kannten und The Dead & The Gone letztendlich haargenau miteinander vergleiche gefällt mir The Dead & The Gone definitiv besser. Endzeitszenarien sind in großen Städten, in denen die Menschen häufiger aufeinander treffen sehr viel spannender und ergiebiger. Alex hat viele andere Probleme, die die Protagonisten in Die Welt wie wir sie kannten nicht haben. Er hat keinen großen Vorrat an Lebensmitteln, muss also täglich los um für sich und seine Schwestern Nahrung zu besorgen, die mit der Zeit immer knapper und knapper wird. Zeitgleich findet noch immer die Schule statt, für die er zu lernen hat und den Unterricht besuche muss, denn Alex will sein Stipendium nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Seine Sorge um seine verschwundene Familie, seine Mutter, Vater und den Bruder macht sein Leben zu dieser Zeit nicht einfacher. Alles in Allem ist The Dead & The Gone einfach spannender, interessanter, auch wenn sich die beiden Bücher letztendlich vom Grundgerüst her sehr ähneln.
Was mich dazu verleitet hat dem Buch einen Stern mehr als seinem Vorgänger zu geben war einfach, dass es hier mehr “Oh mein Gott, das ist jetzt nicht wahr”-Momente hatte, die den Leser kurz schlucken ließen. Das hat das Buch noch ein ganzes Stück lesenswerter und spannender gemacht.





