Archiv der Kategorie ‘Bücherwelt’

» [Zwischengeschoben] Finster

Geschrieben von Sally am Mittwoch, 8 Dezember, 2010 | 418 views. | 2 Kommentare

Eigentlich habe ich im Moment irgendwie keine Zeit und auch keine lust großartig zu lesen. Ich bin ein wenig im Weihnachtsstress und ich hab hier und da zu tun und denk einfach an ganz andere Sachen. Beim Weihnachtsshopping kam es aber dazu, dass ich in der Innenstadt ganz plötzlich, total gegen meinen Willen ausversehen, unwiederruflich, von der Masse gedrängt, angezogen vom Schaufenster, geleitet durch eine höhere Macht (…ach, ihr wisst schon. Total aus eigener Verantwortung, aber man will es nicht wahrhaben) in die Buchhandlung geflutscht bin *019* . Gut, ich habe noch ein möglichst zu verschenkendes Weihnachtsgeschenk abgestaubt und als ich an der Kasse stand und das Buch eingepackt wurde habe ich ein wenig den Bereich hinter der Kasse inspiziert und einige Stapel an Büchern gesehen, die noch nicht im Verkauf waren (Die interessieren mich immer ganz besonders) und dort lag ein verdächtig nach Heyne aussehendes, braunes Buch mit einem roten Flecken. Finster, von Richard Laymon. Das hab ich selbst zwischen den mörderisch hohenen Stapeln von Smaragdgrün und  dem neuen Buch von Charlotte Link entdeckt. Darauf hatte ich schon gewartet. Also hab ich lieb, mit Dackeläugchen gefragt, ob ich davon vielleicht schon eins bekommen könnte und tada:

Finster von Richard Laymon
Es ist eine stürmische Oktobernacht, in der Ed Logan von seiner Freundin sitzengelassen wird. Verzweifelt und mit gebrochenem Herzen wandert er durch die einsamen Straßen. Er bemerkt ein hübsches, fremdes Mädchen und beschließt, ihr zu folgen. Doch wer hätte ahnen können, welche tödlichen Geheimnisse diese Nacht für ihn bereithält?
ISBN: 978-3453675834

Dafür muss natürlich erstmal alles andere pausieren, auch die Weihnachtsbücher. Geht nicht anders. Gerade stecke ich sonst mitten in Das Weihnachtswunder von New York und muss gestehen, dass ich es bisher sehr sehr langweilig  und gar nicht weihnachtlich finde, deswegen fällt es mir auch nicht besonders schwer es erstmal beiseite zu schieben. Mittlerweile habe ich auch schon die ersten knappen 100 Seiten von Finster gelesen und bin ganz glücklich mit meinem neuen Laymon *046*

von Sally am Mittwoch, 8 Dezember, 2010 um 22:44 Uhr
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» [Lesestatistik] November 2010

Geschrieben von Sally am Mittwoch, 1 Dezember, 2010 | 368 views. | Keine Kommentare

Und da ist er wieder vorbei, der November und es geht hab in den Endspurt. Der November war lesetechnisch ganz erfolgreich, wenn man die Menge der Bücher betrachtet, die ich in der Hand hatte. Wenn man allerdings weiss, dass ich einige davon abgebrochen habe, erscheint alles wieder in einem anderen Licht *018*

Gelesen, Abgebrochen, Pausiert
  1. Warrior Cats: Vor dem Sturm von Erin Hunter
  2. Infiziert von Scott Sigler (abgebrochen)
  3. Der kleine Wal von Lynne Cox
  4. Schnelle Beute von Duane Louis (abgebrochen)
  5. Das geheime Leben der Bücher von Regis de Sa Moreira
  6. China Run von David Ball
  7. Die Wahrheit über Alice von Rebecca James
  8. Mein Herz so wild von Jane Eagland
  9. The Store von Bentley Little
  10. Die Katze die zur Weihnacht kam von Cleveland Amory (abgebrochen)

Gelesene Seiten: 2914
Gelesene Bücher: 7
Abgebrochene Bücher: 3 abgebrochen, 0 pausiert

Gekauft, Geschenkt
  1. China Run von David Ball
  2. Memoiren einer Überlebenden von Doris Lessing
  3. Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte von Paul Auster
  4. New York von Edward Rutherfurd
  5. Harry Potter Filmzauber
  6. Die Wahrheit über Alice von Rebecca James
  7. Mein Herz so wild von Jane Eagland
  8. The Pillars of the Earth von Ken Follett

Bekommene Bücher: 8
Bereits gelesen: 4
Neu zum SUB: 4

Ein wirklich tolles Buch hab ich diesen Monat nicht gelesen, wie man an den eher durchschnittlichen Bewertungen sehen kann. Bis auf den vierten Teil der Warrior Cats Reihe hat mir nur The Store von Bentley Little so wirklich gefallen, deswegen wird The Store mein Tipp des Monats November, denn irgendein Buch muss es ja werden  *032* Eine Rezension hab ich zwar noch nicht geschrieben, aber das nehme ich noch in Angriff.

von Sally am Mittwoch, 1 Dezember, 2010 um 12:04 Uhr
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» Weihnachtsbücher 2010

Geschrieben von Sally am Samstag, 27 November, 2010 | 674 views. | 8 Kommentare

Mittlerweile dauert es ja gar nicht mehr so lange bis Weihnachten. Deswegen haben Biber und ich den Blog schonmal etwas dekoriert (Biber bestand darauf Milch und Kekse für den Weihnachtsmann hin zu stellen…er hat Angst, er wird dieses Jahr vergessen *033* ) und die Kerzen aufgestellt. Ich war schon in Versuchung eine anzuzünden, aber bis morgen kann ichs wohl noch abwarten.

Ausserdem habe ich mir Gedanken über die Bücher gemacht, die ich dieses Weihnachten lesen möchte und meine kleine Liste umfasst bisher folgende Bücher:

  • Das Weihnachtswunder von New York‘ von Luanne Rice
    Das wollte ich schon vor 3 Weihnachten lesen, aber ich kam nie dazu. Dieses Jahr werd ichs aber endlich lesen.
  • Weihnachtskatze gesucht‘ von Andrea Schacht
  • Das doppelte Weihnachtslätzchen‘ von Andrea Schacht
    Man sieht, mein Weihnachten wird Katzenlastig. Weihnachtsbücher mit Bibern gibts ja nicht *054*

Ausserdem möchte ich dieses Jahr nochmal Der kleine Weihnachtsbegleiter von Anne Rademacher lesen. Das ist ein Adventskalenderbuch. Vorne auf dem Cover sind Türchen, die einem sagen, welche der Geschichten im Buch man heute lesen darf. Letztes Jahr hab ich damit leider ein wenig geschlampt und natürlich muss ich umbedingt nocheinmal Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown lesen. Das hat mir so gut gefallen im letzten Jahr.
Bevor ich aber mit all dem anfangen kann, muss ich erstmal bei Amazon bestellen *017* Das ist auch schon wie Weihnachten.

von Sally am Samstag, 27 November, 2010 um 17:11 Uhr
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» Jane Eagland – Mein Herz so wild

Geschrieben von Sally am Freitag, 26 November, 2010 | 1134 views. | 10 Kommentare


Originaltitel: Wildthorn
Genre: Jugendbuch, History
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2010
Seiten: 448
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423248396
Preis: 12,90€
Amazon

Inhalt: Je nachdrücklicher die 17-jährige Louisa ihre geistige Gesundheit beteuert, desto weniger glaubt man ihr – und desto schlimmer wird ihre Situation. Denn Louisa ist in einer Irrenanstalt gelandet. Warum, kann sie nur ahnen. Weil sie anders ist? Weil sie als Mädchen einen Beruf erlernen will – was im viktorianischen England einem Sakrileg gleichkommt. Und wer steckt hinter ihrer Einweisung? Diese Ungewissheit und die demütigenden Schikanen zermürben Louisa. Wäre da nicht die junge Pflegerin Eliza, würde Louisa sogar an Selbstmord denken.

Rezension: Mein Herz so wild war ein totaler Spontankauf. Es stand in der Neuheitenabteilung meiner Lieblingsbuchhandlung und ich hab es einfach mitgenommen. Mich sprach sowohl das wunderbare Cover an, als auch die Story, auch wenn ich im Moment eher weniger lust habe auf einen historischen Roman und nach dem katatrophalen Die Wahrheit über Alice auch erstmal die Nase von Jugendbüchern voll hatte hab ich es mal mitgenommen, eigentlich auf Vorrat, aber dann hab ich es doch sofort gelesen.

Die 17jährige Louisa ist ein Bücherwurm und hat den großen Traum einmal Ärztin zu werden. Für Frauen wie sie ist dies aber zu dieser Zeit ein weit entfernter Traum. Ihre Eltern legen ihr nahe bald zu heiraten, einen eigenen Haushalt zu führen und Kinder zu bekommen. Aber Louisa interessiert sich nicht dafür. Eines Tages wird sie fort geschickt, um für einige Zeit bei einer anderen Familie zu leben, doch stattdessen landet sie in einer Anstalt für Geisteskranke. Sie hält es für ein großes Missverständnis, zumal jeder sie als Lucy Childs anspricht, die sie nicht ist. Doch ihre Einwände werden als ein Zeichen ihrer Geisteskrankheit abgehandelt und sie wird eingesperrt. Eine grausame Zeit voller Angst, Zweifel und Gemeinheiten beginnt und Louisa sieht keinen Ausweg jemals diesem Loch entkommen zu können, in dem sie zu Unrecht sitzt…

Als großartigen historischen Roman kann man Mein Herz so wild natürlich nicht bezeichnen. Es ist vielmehr ein großartiges Jugendbuch, das durchaus lesenswert ist. Die Protagonistin Louisa ist ein intelligentes, junges Mädchen, das ihren eigenen Weg gehen will und nicht den, der ihr von der Gesellschaft auferlegt wurde. Das ist natürlich nichts neues. Hat man, vorallem natürlich in Jugendbüchern, schon zu Hauf gelesen. Aber Louisa sträubt sich nicht gegen eine Ehe mit einem Mann, den sie nicht will, sie liebt keinen Anderen, den ihre Familie nicht akzeptiert, wie es in den meisten Büchern der Fall ist. Sie ist durchaus bereit einen, für sie ausgesuchten Ehemann zu heiraten, aber dieser soll ihr erlauben Ärztin zu werden, das ist ihr größter Wunsch und ihr Lebenstraum. Es macht Louisa sympathisch, dass sie nicht völlig abwegig handelt und sich gegen einfach alles auflehnt. Sie akzeptiert, dass sie früher oder später heiraten muss, aber denoch möchte sie auch ihren Traum verwirklichen und ist denoch kein Duckmäuschen.

Der Plot ist gut aufgebaut. Anfangs wechseln sich die Handlungsstränge ab. Man begleitet Louisa auf den Weg zur Anstalt und die ersten Wochen als Insasse darin, zwischen den Kapiteln erfährt man etwas über ihre Vergangenheit, was ihren Wunsch Ärztin zu werden gefestigt hat, wie ihr Verhältnis zu ihren Eltern, ihrem Bruder, ihrer Tante und ihrer Cousine ist. Ab etwa der hälfte des Buches befindet man sich aber fast ausschließlich nur zur Zeit der wirklichen Handlung. Das finde ich ist eine sehr gute Lösung. So mag man vielleicht anfangs kurz von den Sprüngen genervt sein, aber das legt sich dann sehr schnell. Mir fehlt aber leider ein bisschen Würze im Plot. Es passt irgendwie alles zusammen, aber es hätte eindeutig noch mehr passieren können. Mir kam es beim lesen manchmal so vor, als hätte dort etwas gefehlt, oder die Autorin hätte etwas vergessen.

Der Schreibstil ist flüssig, nicht besonders ausgeschmückt, liest sich aber gut. Meiner Meinung nach hätte man ruhig noch ein bisschen historisches Feeling in die Geschichte und Beschreibungen einfließen lassen können, den das viktorianische England ist meiner Meinung nach sehr interessant und dem Leser sollte das auch nahe gebracht werden. Die Autorin hat sich aber leider nicht mit solchen Dinge zu lange aufgehalten und einfach drauf los geschrieben. Stellenweise bekommt man so leider gar nicht so doll mit, dass man sich gerade im viktorianischen England befindet. Das fand ich etwas schade.

Letztendlich fehlen mir für eine volle Punktzahl eben die angeprochenen Ausschmückungen und ein bisschen mehr Pepp im Plot. Aber denoch ist Mein Herz so wild ein Buch, das man sehr gut lesen kann und sich sicher unterhalten fühlt, wenn man Interesse hat an historischen Romanen und Jugendbüchern, denn man merkt Mein Herz so wild sehr an, dass es hauptsächlich für jüngere Leser geschrieben wurde.

von Sally am Freitag, 26 November, 2010 um 16:45 Uhr
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» Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

Geschrieben von Sally am Montag, 22 November, 2010 | 1210 views. | 12 Kommentare


Originaltitel: Beautiful Malice
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2010
Seiten: 320
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250030
Preis: 16,95€
Amazon

Inhalt: Als Alice sie zu ihrer Geburtstagsparty einlädt, ist Katherine mehr als überrascht. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule, will mit ihr feiern? Dabei ist Katherine eine Einzelgängerin, die sich von allen fern hält, damit keiner ihr Geheimnis erfährt: Niemand soll wissen, was mit Rachel, ihrer kleinen, talentierten Schwester, passiert ist. Vor Katherines Augen, die nichts tun konnte, um ihr zu helfen. Katherine erlebt die Party wie im Rausch, Alice weicht nicht mehr von ihrer Seite. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Bald entdeckt Katherine, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt…

Rezension: Über Die Wahrheit über Alice hat man in letzter Zeit sehr viel gehört. Es wurde an jeder Ecke im Internet angepriesen, überall sieht man Blogartikel oder Empfehlungen und sogar im New Yorker gab es eine Leseprobe sowohl in schriftlicher- als auch mündlicher Form über die Lautsprecher. Die Geschichte hinter Die Wahrheit über Alice hört sich ja auch sehr interessant an, aber das wars leider auch schon.

Katherine ist von Melbourne nach Sydney umgezogen und geht auf eine neue Schule. Dort versucht sie möglichst nicht aufzufallen. Sie macht ihre Schularbeit und hält sich im Hintergrund. Doch eines Tages lädt Alice, eines der beliebtesten Mädchen der Schule sie zu ihrer Geburtstagsparty ein. Nach anfänglichem Zögern willigt Katherine dann ein und verbringt eine schöne, spaßige Feier an Alice Seite. Seither sind sie Freunde, sie unternehmen viel, haben Spaß und Katherine erzählt ihr ein Geheimnis,, das sie eigentlich niemandem erzählen wollte, etwas aus ihrer Vergangenheit, das sie eigentlich in Melbourne hinter sich lassen wollte. Sie vertraut Alice, doch plötzlich ändert sich das Mädchen. Sie beginnt grausam zu werden, fängt an unangenehm zu werden und Katherine möchte Alice irgendwann nur noch los werden, doch Alice lässt sich nicht so einfach abschütteln.

Das Buch benötigt wohl gute PR, denn mit einem  spannenden Inhalt kann es leider nicht aufwarten. Die Wahrheit über Alice plätschert so seicht daher mit unglaublich vielen langweiligen Stellen und Dialogen, die sinnfrei und uninteressant sind. Es passiert eigentlich nicht viel. Ständig wird dem Leser aber erzählt wie grauenvoll und brutal Katherines Geheimnis um ihre kleine Schwester Rachel ist, dass man irgendwann total genervt ist und wissen will, was den da so schrecklich ist, das ständig am Ende jedes Kapitel angepriesen wird und offenbar die Spannung und somit die Geschichte aufwerten will. Leider klappt das aber nicht so richtig. Es frustriert eher. Ich hasse es einfach, wenn in einem Buch ständig irgendetwas erwähnt wird, das erst sehr viel später geklärt wird und dabei nicht mal das Hauptthema des Buches ist.

Wenn man die sinnfreien Dialoge, die eigentlich nicht zum Plot gepasst haben und die vielen Lückenfüllerhandlungen weggelassen hätte, wäre es kein Problem Die Wahrheit über Alice auf 50 Seiten zu kürzen und trotzdem noch alles Wichtige zu erfahren. Alice selber, die als grausam und als Albtraum bezeichnet wird hat letztendlich einen Grund, warum sie ihr Verhältnis zu Katherine geändert hat. Sie hat wohl einen leichten psychischen Knacks, aber es wäre kein Problem für Katherine gewesen sich vor Alice zu “schützen”. Wie das Buch letztendlich mit Mick, Katherines Freund, ausgegangen ist, ist meiner Meinung nach ein klarer Fall von “Selbst Schuld”, was mich wieder ein wenig wütend gemacht hat, dass ich ein paar Stunden damit verschwendet habe, so ein unbefriedigendes Ende zu lesen. Sowieso sind die Handlungen der Charaktere sehr bleiern, naiv und gar total dämlich. Ich konnte sie nicht nachvollziehen. Hätten sie anders gehandelt, sich anders verhalten, dann wäre es gar nicht so weit gekommen. Gut, dann gäbe es auch kein Buch  (oder ein mehr durchdachteren Plot), aber letztendlich wäre das dann auch nicht so schlimm gewesen.

Die Wahrheit über Alice kann man sich getrost klemmen. Ein Buch über eine psychisch labile Stalkerin zu lesen wäre ja ganz interessant, aber mit diesem Buch ist man da völlig falsch beraten. Es ist langweilig, undurchdacht und total sinnlos. Einen Stern vergebe ich schlicht für die Tatsache, dass das Buch es trotzdem geschafft hat und mich dazu gezwungen hat es zuende zu lesen weil ich wissen wollte, wie es denn aus geht, was ich mir letztendlich aber auch hätte ersparen können. Schade, dass heutzutage einfach die falschen Bücher so dermaßen promoted werden. Definitiv keine Leseempfehlung.

von Sally am Montag, 22 November, 2010 um 12:48 Uhr
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» David Ball – China Run

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 18 November, 2010 | 534 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: China Run
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. April 2007
Seiten: 544
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426635278
Preis: 8,95€
Amazon

Inhalt: Lange hat Allison Turk sich ein Kind gewünscht. Als sie schließlich im fernen China ihr Adoptivbaby Wen Li in Empfang nehmen darf, ist ihr Glück vollkommen. Mit einer Gruppe frisch gebackener Eltern rüstet sie zum Aufbruch in die Heimat – da schlägt eine Nachricht wie eine Bombe ein: Aufgrund einer Anordnung der Behörden müssen alle Kinder binnen einer Stunde zurückgegeben werden. In Panik verlässt Allison mit ihrem Töchterchen das Hotel und befindet sich zusammen mit zwei anderen Paaren in der schwierigsten Situation ihres Lebens. Auf einmal sind sie Kidnapper und befinden sich auf einer nervenzerreißenden Flucht – nicht der Schnellste wird überleben, sondern der Stillste, Klügste und Listigste …

Rezension: China Run war ein Zufallskauf. Es lag vor mir als Mängelexemplar für 2,95€. Ich hatte schonmal etwas darüber gelesen und mir den Titel auch mal aufgeschrieben, das ist aber schon Jahre her und als es da so zufällig für wenig Geld vor mir lag wär ich ja blöd gewesen es nicht zu kaufen.

Die Protagonistin in China Run ist wohl hauptsächlich die Amerikanerin Allison Turk, die zusammen mit ihrem Stiefsohn Tyler und fünf weiteren amerikanischen Familien nach China gekommen ist um dort ein Baby zu adoptieren, weil sie selbst keine Kinder mehr bekommen können. Man übergibt ihr die kleine Wen Li, ein quierliges Baby. Erst kommt es Allison mehr als merkwürdig vor ein fremdes Baby zu versorgen, aber dann erwärmt sie sich für Wen Li und beginnt das kleine Baby zu lieben. Doch plötzlich teilt ihr ihre Fremdenführerin mit, dass den Behörden ein schrecklicher Fehler unterlaufen ist und sie alle ihre Babies zurückgeben müssen innerhalb einer Stunde. Drei der sechs Familien beugen sich widerwillig ihrem Schicksal, aber die anderen drei nicht. Allison packt Tyler und Wen Li und zusammen brechen sie auf um die Repubik zu durchqueren und in die amerikanische Botschaft nach Gouangzhou zu gelangen. Aber bald werden sie gejagt von der Polizei und dem Militär und sie fallen als lao wai, als Ausländer mit heller Hautfarbe, zu sehr auf um unbemerkt durch das Land zu kommen. Eine Hetzjagd in einem fremden Land mit ungewissem Ausgang beginnt.

Ich sage Allison ist wohl hauptsächlich die Protagonisten, weil es in diesem Buch mal wieder so verdammt viele Charaktere gibt. Der Leser lernt derart viele verschiedene Charaktere und deren Funktion kennen, dass man sehr häufig gehörig durcheinander kommt. Man bekommt häufig vorallem chinesische Namen und Personen um die Ohren gehauen, dass man sich die niemals wirklich merken kann. Da gibt es die Amerikaner, die man so gerade noch auf die Kette kriegt, die Fremdenführerin, der Leiter des Weisenhauses, ein Major, ein Gangster, ein Arzt, dessen Familie, ein Polizist, deren Untergebene, irgendwelche Anwälte etc. pp. Viele davon sind gar nicht so wichtig, aber sie kommen im Buch verstreut häufig vor und wenn man dann vergessen hat, wer nochmal Ma Lin oder Quan Yi oder Yi Ling ist steht man schonmal blöd da, wenn sie irgendwann wieder auftauchen. Aber vor allem Allison und Tyler sind sehr sympathisch dargestellt und man konnte gut mit ihnen mitfiebern und für sie hoffen, dass sie unentdeckt bleiben und sich durch brenzliche Situationen durchlavieren können. Schonmal ein großes Lob für die Darstellung der Protagonistin.

Das der Autor sich sehr gut mit China auskennt, das merkt man sehr schnell. Er hat sowohl Ahnung von dem Land, als auch von den Leuten und der Sprache. David Ball schafft es dem Leser das Land neben der Geschichte ganz gut nahe zu bringen. Es war schön ein Buch von einem Autor zu lesen, der entweder wirklich Ahnung davon hat, was er schreibt oder dem Leser das ganz gut verkaufen kann…aber ich gehe davon aus, dass David Ball China so gut kennt. Auch seine Art zu schreiben hat mir sehr gefallen. Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen.

Warum habe ich China Run also “nur” 3 Sterne gegeben? Die Geschichte, so spannend sie auch sein mag, war teilweise so unnötig in die Länge gezogen, dass ich mich gezwungen sah manche Seiten schlichtweg zu ignorieren, sonst hätte ich das Buch bestimmt irgendwann frustriert in die Ecke geworfen und sprichwörtlich “drauf geschissen” wie es ausgeht, auch wenn mich das Ende wiederrum sehr interessiert hat. Man hätte dem Buch locker 150 Seiten entziehen können und die Geschichte wäre trotzdem noch sinnvoll und vorallem spannend(er). Das und die Überzahl an Charakteren schmälerte die Freude an dem Buch ziemlich. Ich habe auch einige Zeit dafür gebraucht es durchzulesen, weil ich zwischendurch einfach keine Lust hatte mich mit Charakteren rumzuquälen, deren Funktion ich sowieso schon wieder vergessen hatte, weil sie irgendwie nicht so wichtig sind oder gerade an einer der wirklich langweiligen Kapiteln hing.

Letztendlich ist China Run ein Buch, das man lesen kann, aber nicht muss. Man verpasst nichts, wenn man es lässt, aber man verplempert auch nicht allzuviel wertvolle Zeit, wenn man es dann doch tut. Wer ein Interesse an einem soliden Thriller hat oder China mag, der ist mit China Run gut beraten. Es ist einfach ein Buch das man liest, sich davon unterhalten lässt und es danach direkt wieder vergisst, weil es eigentlich keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

von Sally am Donnerstag, 18 November, 2010 um 21:43 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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