» Kathryn Lasky – Die Legende der Wächter: Die Entführung

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Originaltitel: Guardians of Ga’Hoole: The Capture
Genre: Jugendbuch, Tierfantasy
Reihe: Guardians of Ga’Hoole/Legende der Wächter Band: 1
Erscheinungsdatum: Oktober 2010
Seiten: 288
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473368075
Preis: 14,95€
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Klappentext: Der junge Schleiereulerich Soren wird von einer fremden Eule in die St. Ägolius-Anstalt verschleppt, die kleine Eulen zu finsteren Zwecken ausbildet. Doch Soren kann mit seiner neuen Freundin, dem Elfenkauz Gylfie, fliehen.
Rezension: Die Schleiereule Soren wird noch bevor er richtige Flugfedern entwickelt hat aus dem Nest gestoßen und prompt von anderen Eulen entführt. Sie bringen ihn in das St. Ägolius Internat, eine eulenunwürdige, zerklüftete Landschaft wo er fortan für andere Eulen arbeiten muss und vom Mond mondwirr gemacht wird. Dort lernt er die junge Elfenkauzin Gylfie kennen. Die beiden widersetzen sich den strengen Regeln von St. Ägolius und schmieden Fluchtpläne. Doch sich Skench, der Ablah-Generalin des Internats und ihren Gehilfen Spoorn, Jatt und Jutt entgegen zu stellen ist mehr als gefährlich.
Auf Legende der Wächter bin ich durch den Film-Trailer aufmerksam geworden, den ich bei einem Trailerstreifzug auf youtube entdeckt habe. Der Trailer hat mich sehr beeindruckt. Nicht nur die Bilder, auch die Geschichte fand ich interessant, also habe ich mal ein wenig gegooglet und erfahren, dass der Film auf einer Buchreihe basiert, die vor einigen Jahren von Kathryn Lasky geschrieben wurde. Zum Erscheinen des Filmes am 14. Oktober 2010 erschienen in Deutschland anfang Oktober auch die ersten drei Bände der 16teiligen Reihe in Deutschland, die auch die Grundlage zum Film sind. Die Entführung ist der erste Teil.
Nur weil es sich bei den Protagonisten um Eulen handelt sollte man Die Legende der Wächter nicht unterschätzen. Eulen sind zwar eher unkonventionell, aber die Warrior Cats Reihe von Erin Hunter in der es um Katzen geht ist bisher auch in Deutschland sehr beliebt. Wo Warrior Cats noch in der Gegenwart spielt, wie wir sie kennen ist Die Legende der Wächter aber ein komplettes Fantasybuch mit einer eigenen Welt, ohne Menschen, ohne Städte in der die Eulen die Bewohner sind.
Das Buch ist sehr angenehm geschrieben. Es lässt sich leicht lesen, ist schön ausgeschmückt und ziemlich “eulengerecht”. Häufiger treten Begriffen wie Gewölle und Muskelmagen auf und die Eulen feiern ihr “erstes Fell”, “erstes Fleisch”, “erste Knochen” etc. Das lässt das Buch recht liebevoll erscheinen und es passt einfach super hinein.
Trotzdessen, dass es sich bei Legende der Wächter um ein Kinder/Jugendbuch handelt, ist es stellenweise schon ein wenig brutal. Das hat mich ziemlich gewundert. Es werden Eulen versklavt, ihnen werden zur Strafe die Federn ausgerissen, sie werden zerfetzt und sogar gefressen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es teilweise so ausartet, aber so wird dem Leser die Brutalität der St. Ägolius Eulen dargestellt.
Mir hat Die Legende der Wächter: Die Entführung sehr gut gefallen und Fans der Tierfantasy (Warrior Cats, Sielberflügel Trilogie…) oder Eulenliebhaber ist das Buch, bzw die Reihe, oder der Film mit Sicherheit auch eine schöne Abwechslung. Ich freue mich schon auf Band 2, den ich sicher bald ordern werde. Ich will ja wissen, wie es weitergeht mit Soren, Gylfie, Morgengrau und Digger.
Der Film Die Legende der Wächter erscheint am 14. Oktober 2010 in den deutschen Kinos
» Susan Beth Pfeffer – Die Welt wie wir sie kannten

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Originaltitel: Life as we knew it
Genre: Endzeit, Jugendbuch
Reihe: Last Survivors Band: 1
Erscheinungsdatum: März 2010
Seiten: 412
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551582188
Preis: 17,90€
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Inhalt: Was zählt, wenn jeder Tag der letzte sein könnte? Was, wenn die Welt über Nacht nicht mehr so ist, wie wir sie kannten? Gespannt verfolgt Miranda zusammen mit ihrer Familie und der ganzen Straße, wie ein Asteroid auf dem Mond einschlägt. Doch dann verläuft der Abend ganz anders als erwartet: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn geworfen und nichts ist mehr, wie es war. Über Nacht gerät die Welt aus den Fugen; Flutkatastrophen, Erdbeben und extreme Wetterumschwünge bedrohen die gesamte Zivilisation. Und Miranda und ihre Familie müssen lernen, dass bei großen Katastrophen gerade die kleinen Dinge zählen: Feuerholz, Klopapier, eine Dose Bohnen, Aspirin. Und dass sie alle zusammen sind.
Rezension: Miranda Evans beginnt ihr Tagebuch ein paar Tage vor dem großen Ereignis. Ein Asteroid wird auf dem Mond einschlagen. Im Fernsehen wird gesagt, es würde nur schön aussehen, aber nichts passieren. Jedoch wirft der Asteroid den Mond aus seiner Umlaufbahn und nichts ist mehr so wie es war. Die Gezeiten ändern sich, riesige Flutwellen ertränken die Küsten, Vulkane brechen aus, das Wetter wird unberechenbar. Miranda und ihre Familie ziehen sich in ihr Haus zurück. Geistesgegenwärtig kauft Mirandas Mutter von ihrem Ersparten unzählige Vorräte. Erst fällt der Strom aus, kommt unregelmäßig für ein paar Stunden am Tag wieder bis er irgendwann ganz wegbleibt, das Benzin wird knapp, die Läden schließen oder werden geplündert. Eine ungewisse Zeit beginnt.
Ich bin ein großer Fan von Endzeit-Romanen. Solchen, in denen es nicht um Zombies oder sonstigen Krankheiten und Viren geht. Mir reicht es, wenn die Erde still und langsam untergeht und genau das passiert in Die Welt wie wir sie kannten. Ohne großes Tamtam verändert die Erde sich und mit ihr die Menschen und ihre Gewohnheiten, denn das ist ja eigentlich das wirklich Interessante an einem Weltuntergang. Was machen die Menschen? Wie versuchen sie ihr Leben auch in den ausweglosesten Situationen zu retten? Wie kommen sie miteinander klar, wenn sie Stunde für Stunde aufeinander hocken müssen? Viele solcher Fragen werden in Die Welt wie wir sie kannten beantwortet.
Erzählt wird die Geschichte von Miranda Evans in Tagebuchform. Manche Tage beschreibt sie ausführlich, andere Tage sind nur ein paar Zeilen wert. Diese Tagebuchform macht das Buch nicht unbedingt spannend, aber es macht es interessant und vor allem authentischer. Durch diese privaten Einträge erfährt man viel über Mirandas Gefühle und Ängste. Sie fragt sich ob die Welt untergeht und der Mond auf die Erde kracht, was passiert, wenn ihre Lebensmittelvorräte aufgebraucht sind oder es kein Brennholz mehr gibt. Sie hat Angst davor ihre Familie sterben zu sehen und die Letzte zu sein, die noch am Leben ist.
Mich störte nur das Ende ein wenig. Das Buch endete abrupt und ließ mir einige offene Fragen und den Drang zu wissen, was im Nachhinein noch passiert ist. Auch im mittleren Teil fehlte mir ein wenig. Ich hätte zum Beispiel gerne mehr darüber erfahren, was in der Nachbarschaft passiert ist und an anderern Orten ausserhalb des Hauses der Familie Evans, in dem gut 90% der Handlung spielt. Aber letztendlich ist Die Welt wie wir sie kannten eine wirklich interessante Erfahrung, auch für Leser, die nicht viel für Endzeit übrig haben. Ich finde das Buch sehr realistisch, obgleich ich natürlich noch nie in einer derartigen Situation war, aber ich denke ich würde genau so, oder ähnlich handeln wie Mirandas Mutter. Von mir gibt es also 4 von 5 Sternen für ein sehr interessantes Buch.
» Richard Laymon – Das Grab

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Originaltitel: Resurrection Dreams
Genre: Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 13. September 2010
Seiten: 528
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675551
Preis: 9,95€
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Inhalt: Alle machten sich über Melvin lustig. Nur Vicki hatte den Mut, sich für den Außenseiter einzusetzen. Das änderte sich schlagartig, als er auf die Idee kam, eine Leiche auszugraben und mit Hilfe einer Autobatterie zum Leben zu erwecken. Jahre später wird Vicki immer noch von Alpträumen gequält. Als sie in ihre Heimatstadt zurückkehrt, wird Melvin gerade aus einer Anstalt entlassen. Er ist verrückter als je zuvor – und hat bei seinen Experimenten gewaltige Fortschritte gemacht.
Rezension: Melvin Dobbs buddelte für ein Wissenschaftsprojekt die, bei einem Autounfall verunglückte Darlenen aus, klemmte sie an eine Autobatterie und wollte sie auferstehen lassen. Vergebens. Nach einem jahrelangen Aufenthalt in einer psychiatrischen Anstalt kehrt er wieder zurück nach Ellsworth. Auch Vicki, die mit eigenen Augen sah, wie Melvin Darlene wiedererwecken wollte kehrt nach ihrem Medizinstudium zurück in ihre Heimatstadt und wird seither wieder von Alpträumen gequält, in denen Melvin die Hauptrolle spielt. Sie versucht Melvin aus dem Weg zu gehen, doch der hat mit ihr seine eigenen Pläne, denn mittlerweile ist er im Auferstehungsbusiness ein ganzes Stück weitergekommen und er sucht sein neues Opfer.
Wieder einmal durfte ich einen neuen Laymon genießen und auch diesmal hat er mir ausserordentlich gut gefallen. Das Grab unterscheidet sich allerdings ein wenig von den anderen, bisher in Deutschland erschienenen Laymon Büchern. Was mir ziemlich aufgefallen ist: Es gibt zwar immer noch einiges an Blut und Ekel, aber weniger Sex. Negativ ist das natürlich nicht aber es fällt doch schon auf. Mir kam das extrem komisch vor, denn Laymon reizt solche Dinge manchmal wirklich bis aufs Äusserste aus und wenn soetwas dann plötzlich fehlt, fehlt auch etwas am Laymongesamtbild. Letztendlich macht dieses kleine Detail das Buch aber nicht schlechter. Für manche Leser sogar sicher im Gegenteil.
Wie es immer so ist werden einem Laymons Charaktere ziemlich schnell ziemlich sympathisch. Vorallem Ace, Vickis Freundin fand ich wirklich herrlich. Auch der Schreibstil des Buches ist gewohnt flott und lässt sich leicht lesen. Das ist etwas, was ich an Laymon sehr schätze. Egal was man vorher gelesen hat, oder ob man mit den Gedanken ganz woanders ist, sobald man die erste Seite eines Laymon Buches, egal ob auf deutsch oder im englischen Original gelesen hat, dann ist man drinne.
Wie immer ist also Das Grab ein solider Laymon. Gut zu lesen, spannend, sympathisch.
» Suzanne Collins – The Hunger Games: Mockingjay

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Originaltitel: The Hunger Games: Mockingjay
Genre: Fantasy, Jugend
Reihe: Hunger Games Band: 3
Erscheinungsdatum: 25. August 2010
Seiten: 448
Verlag: Scholastic
ISBN: 978-1407109374
Preis: 8,40€
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Inhalt: Against all odds, Katniss Everdeen has survived the Hunger Games twice. But now that she’s made it out of the bloody arena alive, she’s still not safe. The Capitol is angry. The Capitol wants revenge. Who do they think should pay for the unrest? Katniss. And what’s worse, President Snow has made it clear that no one else is safe either. Not Katniss’s family, not her friends, not the people of District 12.
Rezension: Mockingjay ist der dritte und letzte Band der Hunger Games, bzw. Panem Trilogie. Wo die beiden Vorgänger noch spannend und individuell sind, fällt Mockingjay jedoch extrem ab.
Die Charaktere, die in den Vorgängerbüchern so farbenfroh und tiefgründig ausgemalt wurden verflachen im dritten Band, werden gar unsympathisch. Allen vorran übrigens die Protagonistin Katniss, die im gesamten Buch eigentlich gar nichts anderes macht als sich in Schwierigkeiten zu hangeln und in Folge dessen in irgendwelchen Krankenhausbetten liegt, was das Buch nicht gerade spannend gestaltet. Ich verstehe ja die Problematik und die Zwiespältigkeit
Die erste Hälfte von Mockingjay tröpfelt so sachte dahin. Der Leser bekommt mal ein paar mäßig spannende Minibröckchen serviert und kann sich dann wieder durch die Geschichte gähnen, die irgendwann weit nach dem Mittelteil anfängt stetig spannend zu werden, nur um ganz abrupt plötzlich zuende zu sein, ohne dass man das wirklich wichtige mitbekommen hat.
Meiner Meinung nach ist Mockingjay ein extrem misslungenes Ende einer guten Reihe. Die Reihe hätte ein würdiges, spannendes und lesenswertes Ende verdient, aber leider hat Suzanne Collins das hier absolut nicht geschafft. Zwei Sterne vergebe ich für die kurzzeitig steigende Spannung kurz vor Ende und weil die Handlung im Grunde nicht schlecht ist, sondern einfach nur unzureichend umgesetzt wurde. Extrem schade.
» Sarah Pekkanen – Frauen sind so

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Originaltitel: The Opposite Of Me
Genre: Frauenroman
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. März 2010
Seiten: 464
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453407459
Preis: 8,95€
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Inhalt: Ungleicher können Zwillinge nicht sein. Lindsey war immer das Mauerblümchen und die Fleißige. Alex hingegen die viel Schönere und Strahlendere. Sie sind, wie Frauen sind: wie Gucci und Gummistiefel, wie Feuer und Wasser. Nun will Lindsey es allen zeigen, indem sie es an die Spitze einer New Yorker Werbeagentur schafft. Als ihr Traum durch eine Intrige scheitert und sie nach Hause zurückgehen muss, fürchtet sie, wieder im Schatten der beliebten Schwester zu stehen. Da bekommt Alex eine erschütternde Diagnose.
Rezension: Frauen sind so ist Sarah Pekkanens Debütroman über eine erfolgreiche Karrierefrau namens Lindsey, die immer im Schatten ihrer wunderhübschen, berühmten Schwester Alex stand und sich deswegen in einer Werbeagentur totarbeitet um wenigstens dort Anerkennung zu bekommen. Als sie ihren Job aber durch eine gemeine Intrige verliert kehrt Lindsey wiederwillig nach Hause zurück und befindet sich wieder in ihrer alten Position als unbegehrte und unbeachtete Schwester, aber dann nimmt ihr Leben und das ihrer Schwester eine unerwartete Wendung…
Hinter dem Titel Frauen sind so vermutet man einen eher zu seichten Frauenroman, mit der Thematik Schuhe, MakeUp, Geld und Männer. Eben das typische ChickLit Bild. Aber in Frauen sind so geht es um ganz andere Dinge. Man begleitet Lindsey Rose durch ihr geregeltes und bis auf die Sekunde geplantes Leben, bis diese Intrige sie aus der Bahn wirft und sie sich bei ihren Eltern ganz neu erfindet. Sie setzt sich mit ihrem früheren und ihrem neuen Leben auseinander, mit ihrer Jugendliebe Bradley und ihrer Schwester Alex. Rundherum passiert eigentlich nicht viel, aber durch die lockere Art wie Sarah Pekkanen ihr Buch schreibt findet man Lindsey, ihre Umgebung und auch Alex sofort extrem sympathisch und begleitet sie einfach gerne durch ihre Geschichte, obwohl man nichts welt- dafür aber herzbewegendes erfährt.
Natürlich geht es, wie in wirklich jedem Roman für Frauen auch um Männer, aber hier hält es sich in Grenzen. Da gibt es zwar Bradley, Lindseys bester Freund in den sie sich verliebt hat, der aber offenbar ihre wundervolle Schwester bevorzugt und Lindsey somit traurig, wütend und eifersüchtig macht und dann gibt es noch Matt, Lindseys Arbeitskollege aus New York, dem sie ihr Herz ausschütten kann, aber das Männer- und Liebesthema ist nicht der Kern des Buches. Es geht um das Leben, um die Prioritäten die Lindsey sich setzt und ihr Verhältnis zu ihrer Schwester. Frauen sind so ist also ein extrem schlecht gewählter Titel. Der englische Originaltitel The Opposite Of Me passt hingegen perfekt.
Sarah Pekkanen und die Übersetzerin haben, was den Schreibstil und die Umsetztung angeht, gute Arbeit geleistet. Das Buch liest sich einfach wunderbar flüssig und farbenfroh. Pekkanen hält sich nicht lange mit ausführlichen Beschreibungen der Umgebung oder der Charaktere (ausser möglicherweise Alex) auf, aber das braucht sie nicht. Man wird einfach in das Buch gesogen und man sieht alles klar und deutlich, ohne eine Beschreibung.
Es hat wirklich großen Spaß gemacht Frauen sind so zu lesen. Ein absolut tiefgründiges Buch sollte man hier natürlich nicht erwarten, aber es unterhält wirklich gut und für schöne Stunden ist dieser Wohlfühlroman mehr als geeignet. Rundum super.
» Diane Setterfield – Die dreizehnte Geschichte

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Originaltitel: The Thirteenth Tale
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2008
Seiten: 528
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453405493
Preis: 9,99€
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Inhalt: Sie gilt als Englands beliebteste Schriftstellerin, und doch weiß keiner, wer Vida Winter wirklich ist. Ihr ganzes Leben lang hat sie Stillschweigen darüber bewahrt, was damals, in jener Nacht vor rund sechzig Jahren, wirklich geschah, als der Familiensitz der Angelfields bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und gesteht die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.
Rezension: Die dreizehnte Geschichte ist der erste Roman von Diane Setterfield. Ein Buch über Bücher. In vielen Erstlingswerken geht es um Bücher und ich mag sowas sehr gerne. Ich mag von anderen Menschen und deren Umgang und Begegnungen mit Büchern und den Geschichten darin lesen und davon gibt es reichlich in diesem Roman.
Margaret Lea arbeitet im antiquarischen Buchladen ihres Vaters. Sie liebt es Biographien und Geschichten über und von Menschen zu lesen, die bereits tot sind und ihr Hobby ist das Schreiben von solchen Biographien. Sie führt ein bescheidenes Leben, arbeitet tagsüber mit ihrem Vater zusammen und geht um punkt 20 Uhr Abends ins Bett um bis in die Nacht zu lesen. Eines Abends aber bekommt sie einen Brief von der bekanntesten Autorin Englands. Vida Winter. Diese bittet Margaret ihr Leben zu Papier zu bringen, denn Vida Winter liegt im Sterben und niemand kennt ihre Geschichte. Margaret kommt ihrem Angebot nach, obwohl sie noch nie ein Buch von Vida Winter gelesen hat, aber diese mysteriöse Frau und ihre noch mysteriösere Geschichte zieht Margaret sofort in den Bann.
Die dreizehnte Geschichte vereint geschickt mehrere Gernes: Zum Einen wird die Geschichte von Margaret Lea erzählt, die eigentlich ein ruhiges Leben führt, aber früh in ihrer Kindheit ein Geheimnis in ihrer Familie aufgedeckt hat, dass nun sie und ihre Familie belastet. Zum Anderen gibt es hin und wieder ein paar geisterlastige Stellen in der Geschichte von Vida Winter und viele spannende Wendungen, sowohl in Vida Winters, als auch in Margarets Leben, die mich fest an das Buch gebunden haben. Da die dreizehnte Geschichte ein Buch über Bücher ist, ist es auch soetwas wie eine Hommage an die englischen Klassiker, wie Jane Eyre, Sturmhöhe, Sherlock Holmes und viele Andere, die in diesem Buch häufiger erwähnt und teilweise auch zitiert werden. Das ist natürlich besonders schön, für Menschen, die diese Bücher auch gelesen haben, denn dann wird man einfach an das Buch gebunden und fühlt sich ein kleines Stück mit einbezogen.
Diane Setterfield hat ihr Buch wunderbar ausgeschmückt und es detailreich beschrieben mit einer einzigartigen Atmosphäre. Es nicht allzu sehr in die Länge gezogen und es vorallem nicht in der Handlung verrennen lassen. Der Leser durchlebt viele interessante, unerwartete Wendungen, die das Buch wirklich extrem spannend machen. Dennoch, irgendwann hat man Vida Winters verworrene Geschichte aufgedröselt und ist “dem Ende nahe” und dann möchte man eigentlich nur, dass das Buch zuende geht. Obgleich ein gelungener Schluss ist das Ende einfach ein bisschen zu viel.
Letztendlich kann man mit Die dreizehnte Geschichte gar nichts falsch machen. Es ist ein spannender Roman, lesenswert und sehr schön geschrieben. Mein einziger Kritikpunkt ist einfach das Ende. Das zieht sich einfach in die Länge und wird etwas zu viel Input für ein Ende. Für einen regnerischen, kalten Tag im Herbst oder Winter ist das Buch einfach perfekt gemütlich.





