Archiv der Kategorie ‘Buchrezensionen’

» Peter Behrens – Das Gesetz der Träume

Geschrieben von Sally am Montag, 31 Januar, 2011 | 593 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: The Law of Dreams
Genre: History, Drama
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Ausgabe: 1. Auflage Taschenbuch
Seiten: 555
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3596183159
Preis: 9,95€
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Inhalt: Irland 1846: Für den fünfzehnjährigen Fergus ist Flucht keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit. Er wird aus seinem Zuhause vertrieben und verliert nicht nur seine Familie, sondern alles, was er jemals liebte. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise, die ihn von der Westküste Irlands zu den Docks und Bordellen Liverpools und schließlich sogar auf die andere Seite der Welt

Rezension: Der junge Fergus wächst mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer kleinen Hütte auf einem Berg in Irland auf. Seine Eltern bestellen Kartoffelfelder für den reichen Bauern Carmichael. Als die gesamte Ernte von der Kartoffenfäule heimgesucht wird, wirft Carmichael die Familien aus ihren Hütten und runter von seinem Berg. Fergus’ Familie weigert sich. Sie verhungern unweigerlich. Fergus ist der einzige Überlebende. Er muss mit ansehen, wie Carmichaels Söhne seine Hütte und die Körper seiner Familie verbrennen. Er wird in ein Armenhaus  gebracht und von dort beginnt seine lange, erschwerliche Reise in ein neues Leben.

Peter Behrens’ Gesetz der Träume ist wohl hauptsächlich ein sehr trauriges und erschütterndes Buch. Vorallem anfangs hat es Fergus nicht leicht. Er leidet nahezu ständig an Hunger und Kälte, hat seine Familie verloren und kennt sich überhaupt nicht aus in der Welt. Er irrt von einem Ort zum anderen und trifft auf allerhand bizarre Leute, die ihm helfen und die ihn weiter bringen. Fergus ist ein recht sympathischer Junge, auch wenn ich seine Entscheidungen und seine Anschichten manchmal nicht ganz verstehe und ihm darum auch nicht folgen kann. Dennoch schließt man ihn ins Herz und ist interessiert daran, wohin ihn seine Reise tragen wird. Viele Charaktere, auf die der Junge während seiner Reise trifft verschwinden leider eben so schnell, wie sie aufgetaucht sind. Hin und wieder hätte ich als Leser gerne noch mehr über den ein oder anderen erfahren, aber das blieb mir leider vergönnt.

Sehr erstaunt war ich über die Wandlungen der Ausdrücke und des Schreibstiles im Buch. Es liest sich anfangs sehr fein und beinahe schon poetisch und dann plötzlich wird die Handlung lapidar abgehandelt und mit recht vulgärer Wortwahl gespickt. Letztendlich muss ich sagen, passt dieser einfache Stil aber viel besser zu dem Buch passt als das ausschmücken der Sätze bis zum Erbrechen und da dieser Stil vorherschend ist in diesem Buch, gibt es da letztendlich nicht so viel zu mäkeln.

Was die Handlung angeht, finde ich dass Fergus im Vergleich zu anderen Iren in diesem Buch sehr viel Glück hatte. Man leidet die ersten Kapitel mit ihm, aber dann wendet sich sein Schicksal und eigentlich muss man sagen, verläuft sein weiteres Leben gar nicht mal so schlecht. Also, wer “ein Epos der Gefühle” sucht, dessen Geschichten einen mit “ungeheurer Wucht von Seite zu Seite treibt”, wie es der Klappentext von Das Gesetz der Träume verspricht, der muss leider weitersuchen. Das Buch ist weder das eine noch das andere aber das hätte es bestimmt sein können, wenn der Autor Fergus’ Geschichte anders erzählt und ihn andere Wege hätte gehen lassen.

Das Gesetz der Träume ist wieder so ein Buch, das passend zu lesen ist, wenn man sich für das Thema interessiert. Es ist weder ein herausragender historischer Roman, noch eine wirklich spannende Erzählung. Es ist einfach eine Geschichte. Ganz nett erzählt, aber einfach nichts, was man unbedingt lesen sollte.

von Sally am Montag, 31 Januar, 2011 um 17:20 Uhr
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» Richard Laymon – Dark Mountain

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 13 Januar, 2011 | 784 views. | 3 Kommentare


Originaltitel: Dark Mountain
Genre: Horror
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 24. Februar 2009
Seiten: 321
Verlag: Leisure Books
ISBN: 978-0843961386
Preis: 5,95€
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Inhalt: When two families head off on a camping holiday, it is meant to be a break from city life, in the hills amid the wonders of nature. But in the wilderness lurk two others, an old woman with gruesome powers and her son, whose depraved and unnatural lusts even she cannot control.

Rezension: Es tut mir jetzt sehr sehr weh das zu schreiben: Mein Gott, bin ich froh, dass ich dieses Buch endlich durch habe. Autsch *036* Dark Mountain ist wahrscheinlich der schlechteste Laymon, den ich bisher gelesen habe und ich möchte mich mit der Rezension auch gar nicht so lange aufhalten. Es ist schon schwer genug zu ertragen, dass es tatsächlich ein schlechtes Buch von Laymon gibt.

“Eigentlich sollte es ein entspannter Campingausflug werden. Zwei Familien aus Los Angeles trampen durch die Wälder und erzählen sich am Lagerfeuer Gruselgeschichten. Bis eine dieser Geschichten Wirklichkeit wird und der Urlaub ein jähes Ende nimmt: Nach einem brutalen Überfall von Hinterwäldlern gelingt die Flucht – doch die Großstädter werden verflucht, und das Böse sucht sie auch in L.A. heim.” von der deutschen Ausgabe.

Der Klappentext des Buches verspricht einen “ganz normalen” Laymon, wie die Fans ihn kennen. Doch wenn man dann das Buch liest, dann weiss man, dass dort irgendwas schief gelaufen ist. Ich würde sagen ganze 80% des Buches sind belangloses Gelaber und Schwachsinn. Man begleitet die Familien auf ihrer Wanderung durch die Berge und hört ihnen zu wie sie über irgendeinen total uninteressanten Schwachsinn reden, bescheuerte Streiche spielen oder sich semigruselige Geschichten erzählen. Das alles mag in der Umgebung des Waldes ja noch einigermaßen auszuhalten sein, denn der Leser ist in der Hoffnung, dass dort jeden Moment etwas passieren kann, aber dann wird der Charakter umgebracht, der diese Spannung und Action bringen sollte und ab dort weiss man dann, dass das nichts mehr werden kann.

Die Familie flüchtet zurück nach L.A. und steht unter dem Fluch der alten Hexe aus dem Wald. Gähn. Es passieren ein paar weniger spannende Dinge, bis vier von den Verfluchten, 20 Seiten vor dem Ende, drauf kommen diesen Fluch irgendwie los zu werden und dann kommt das Ende und das hab ich nur mit einem viertel Auge gelesen, nur froh, dass das Buch endlich endlich zuende ist. Das Ende selber ist nicht der Rede wert.

Ein Stern für Laymons art zu schreiben, die wieder durchaus lesbar ist. Nur eben hat das dem Buch auch nicht geholfen.

Ich bin ein sehr großer Laymon Fan. Ich lese alles von ihm, was mir in die Finger kommt und meist gefällt mir das auch. Das Dark Mountain nun plötzlich so dermaßen aus der Reihe fällt verwundert mich ziemlich. Ich versuche nun alles um das zu vergessen und warte geduldig auf den nächsten Laymon, der mich hoffentlich aus diesem Schock rausholen kann *026*

von Sally am Donnerstag, 13 Januar, 2011 um 13:29 Uhr
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» Olaf Kraemer, Uschi Obermaier – High Times

Geschrieben von Sally am Montag, 10 Januar, 2011 | 848 views. | 3 Kommentare


Originaltitel: High Times: Mein wildes Leben
Genre: Biographie
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. April 2008
Seiten: 324
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453640337
Preis: 8,95€
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Inhalt: Uschi Obermaier war DIE Galionsfigur der Gegenkultur, Pop-Ikone der 60er- und 70er-Jahre, Pin-up der Studentenrevolte, Model und Covergirl, Filmstar, Groupie und Geliebte. Ihr Leben zwischen Sex, Drugs und Rock ‘n’ Roll war losgelöst von allen Fesseln bürgerlicher Konventionen. In dieser mitreißenden, reich bebilderten Autobiografie erzählt Uschi Obermaier völlig ungeschminkt, wie ihr Leben wirklich war.

Rezension: Für mich ist es recht schwer dieses Buch zu objektiv bewerten, denn grundsätzlich habe ich absolut nichts übrig für Menschen, die es nötig haben Drogen zu nehmen. Die kann ich nicht ernst nehmen, selbst wenn ich wollte. Dass Uschi Obermaier aber so eine Drogenuschi war, war mir von vorne rein klar, darum habe ich nicht erwartet, dass mir diese Person sympathisch ist oder im Laufe des Buches wird. Eher im Gegenteil. Ich denke, dass sie eine extrem naive, wenn nicht sogar dumme Person ist, bzw. war (Man soll ja mit dem Alter lernen). Aber ich möchte mir mal nicht anmaßen über eine Person zu urteilen, die ich nur durch dieses Buch kenne, obgleich man sich dadurch natürlich ein gewisses Bild macht.

Was das Buch selber betrifft kann es aber kaum besser werden, denn es ist so dermaßen platt und langweilig geschrieben, dass man fast meinen könnte der Autor sei 13 und hätte das nur so aus Spaß geschrieben. Teilweise kam es mir sogar extrem lustlos vor, als hätte der Autor doch eigentlich gar keinen Bock gehabt das alles aufs Papier zu bringen (Was ich ihm allerdings nicht verübeln könnte). Das Buch weisst praktisch keinen Spannungsbogen auf. Gut, es ist eine Art Biographie, manchmal sind diese nicht mit besonderer Spannung gefüllt, aber irgendetwas spannendes oder interessantes muss ja passiert sein. In diesem Buch ist aber nix dergleichen zu finden, selbst wenn die Geschichte selber etwas hergegeben hätte. Hätte der Autor sprachlich ein wenig besser hantiert, dann wäre das mit der Spannung auch sicher was geworden. Im Nachwort von Olaf Kraemer steht, dass er Uschi Obermaier das Manuskript geschickt hat und sie es sofort ablehnte und sagte sie könnte “mit dem Text in keinem Falle leben”. Recht hatte sie ja.

Wer auf der Suche nach Uschi Obermaiers Gedanken und Ansichten ist, der wird sie in diesem Buch nicht finden. Es ist eine platte Aneinanderreihung von Handlungen, nicht tiefgründiges, nichts was den Leser wirklich interessiert. Einzig und alleine die (kurze) Erzählung Uschis und Bockhorns Reise mit dem Bus durch Asien fand ich wirklich interessant, auch wenn ich mir, was das angeht etwas mehr gewünscht hätte.

High Times kann man sich stecken, wenn Uschi Obermaier einen nicht besonders interessiert. Vielleicht ist der Film ja besser, den ich mir demnächst auch zu Gemüte ziehen möchte. Das Buch hingegen ist wirklich eine Katastrophe.

von Sally am Montag, 10 Januar, 2011 um 00:40 Uhr
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» Dan Simmons – Drood

Geschrieben von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 | 827 views. | 8 Kommentare


Originaltitel:
Drood
Genre: History, Krimi
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2010 (TB, 1. Auflage)
Seiten: 976
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453408067
Preis: 10,99€
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Inhalt: London im Jahr 1865: Bei einem dramatischen Eisenbahnunglück finden etliche Menschen den Tod. Unter den Überlebenden ist der bedeutendste Schriftsteller seiner Zeit: Charles Dickens. Doch nach diesem Ereignis ist Dickens nicht mehr derselbe. Wie besessen macht er sich auf die Suche nach einem mysteriösen Mann namens Drood. Aber wer oder was ist Drood wirklich? Und kann es sein, dass Charles Dickens in seinen letzten Lebensjahren zum kaltblütigen Mörder wird?

Rezension: Nachdem Dan Simmon’ Terror eine nachhaltige Wirkung auf mich hatte, habe ich ein paar Monate gezögert mich seinem zweiten historischen Roman Drood zuzuwenden. Denn eigentlich hat mich der Inhalt dieses Buches gar nicht interessiert. Ich hatte kein Interesse an Charles Dickens, noch an einem mysteriösen Fremden. Doch als ich das Buch dann in der Buchhandlung liegen sah habe ich es kurzerhand mitgenommen und auch gleich zu lesen angefangen, aus Angst, es sonst monatelang ungelesen im Regal liegen zu haben.

Der Erzähler dieser Geschichte ist William Wilkie Collins, ein Autor und guter Freund und Weggefährte des Unnachahmlichen Charles Dickens. Dickens erzählt ihm von dem schrecklichen Eisenbahnunglück am 9. Juni 1865 in Staplehurst, bei dem viele Menschen ums Leben kamen. Dickens selber saß ein einem der Waggons und überlebte unverletzt. Als er den Verletzten helfen wollte, stieß ein merkwürdiger Mann zu ihm. Er stellte sich als Drood vor. Dickens behielt ihn in Erinnerung. Ein Mann mit einem langen, schwarzen Opernumhang und einem Zylinder, mitten im Sommer, mit heller, fast weißer Hautfarbe, dem die Nase und einige Finger fehlten. Dickens erzählt seinem Freund Wilkie von dieser Begegnung und seither verfolgt Dickens Drood und Drood Dickens. Auf seiner Suche nach dem mysteriösen Mann verschlägt es Dickens und Wilkie in die finstersten Ecken des viktorianischen Londons, in die Unterstadt und in so manche zwielichtige Etablissements. Doch irgendwann gerät alles ausser Kontrolle und Wilkie wird tiefer in die Sache hineingezogen als er eigentlich möchte.

Die ersten 400 bis 500 Seiten des Buches sind anstrengend gewesen. Man lernt zunächst Wilkie Collins kennen, er erzählt über sich und seine Freundschaft zu dem zu dieser Zeit berühmstesten Autor Englands. Er schildert das Eisenbahnunglück, das Dickens überlebt hat und führt den Leser langsam an Drood heran. Doch leider schweift er sehr häufig ab und liefert Geschichten und Anekdoten über irgendwelche Familienmitglieder oder Bekannte, die überhaupt nicht wichtig sind und auch nicht besonders interessant. Er schreibt seitenweise über Dickens und seine Veröffentlichungen, vergleicht diese, erzählt über seine Theaterstücke und deren Schauspieler, so dass man einige Zeit gar nicht in der Geschichte selber weiter kommt. Ich würde fast meinen das der Autor Dan Simmons damit ca. die Hälfte seines Buches gefüllt hat. Hin und wieder begleitet man Wilkie und Dickens dann auf ihren Suchen durch die übelsten Viertel Londons und ist wieder kurze Zeit völlig gebannt von diesem Teil, bis Wilkie wieder über irgendetwas völlig anderes und unbedeutendes schreibt.

Dennoch bin ich an dem Buch dran geblieben, auch wenn es mir vorallem in dieser ersten Hälfte teilweise sehr schwer fiel. Der Grund ist ganz einfach: Selbst wenn Dan Simmons über die todlangweiligsten Dinge schreibt, die einem einfallen können so schreibt er doch wahnsinnig gut. Selbst wenn es einen überhaupt nicht interessiert, was dort geschrieben steht bleibt man dran und genießt die Art, wie Dan Simmons seine Bücher scheibt. Das war auch schon in Terror so (Obgleich dieses Buch nur sehr sehr selten und wenn dann nur ganz kurz als langweilig zu bezeichnen ist). Man erfährt sehr viel über das Leben im viktorianischen London. Eher über das Leben wohlhabenderer Leute, denn Wilkie interessiert sich so gar nicht für die Armut und die Menschen in den Elendsvierteln der Stadt. Als er und Dickens zum ersten Mal eine solche Gegend betreten ist es auch für den Leser wie für Wilkie eine neue und schreckliche Erfahrung.

Hat man dann diesen Part überstanden wird man mit weiteren 500 Seiten einer sehr sehr spannenden und gruseligen Geschichte belohnt. Wilkie taucht immer tiefer in das Geheimnis von Drood ein, Dickens verändert sich in den letzten Jahren seines Lebens und dann kommt das Ende, das den Leser meiner Meinung nach kurz ein wenig in der Luft hängen lässt, bis man darüber nachgedacht hat und wirklich erstaunt ist. Ich hätte nämlich mit diesem Ende nicht gerechnet. Aber es ist besser als alles, was ich erwartet hätte.

Vor allem Wilkie Collins ist ein sehr sympathischer Mensch, jedenfalls lernt man ihn als einen solchen kennen. Er beschreibt Dickens ganz objektiv, so wie er für ihn war. Ich selber fand Dickens dadurch ein wenig unsympathisch und arrogant aber das passte sehr gut in die Geschichte hinein. Was mich sehr beeindruckt hat war die Genauigkeit und Detailtreue, die Dan Simmons an den Tag legt. Die Geschichte in diesem Buch hätte genau so passiert sein können. All die merkwürdigen Ereignisse, die Veränderungen Dickens und Wilkies fügen sich natlos an wahre historische Fakten an, sodass man fast meinen könnte diese Erzählung von Wilkie Collins beruhe auf einer wahren Begebenheit. Drood ist wirklich erstaunlich gut durchdacht.

Auch wenn ich sage, dass die ersten 500 Seiten zum größten Teil aus vielen langweiligen, unwichtigen Geschichtchen besteht gebe ich dem Buch 4 Sterne, die es definitiv verdient hat. Man würde vielleicht meinen ich sei verrückt. Immerhin bestehen viele eigenständige Romane ja schon aus 500 Seiten. Dennoch liest man es und wenn man diese 500 Seiten geschafft hat, dann wartet eine wirklich spannende Geschichte auf den Leser, die den großen Hänger am Anfang vergessen lässt. Zusammen mit der einmaligen Art, in der das Buch geschrieben ist, ist Drood ein wirklich gutes Buch. Aber nicht für jeden. Wer sich mit 500 langweiligen Seiten schwer tut, der wird es möglicherweise nicht schaffen zum spannenden Teil zu kommen.

von Sally am Freitag, 7 Januar, 2011 um 15:32 Uhr
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» Victoria McKernan – Schiffbruch in der Antarktis

Geschrieben von Sally am Dienstag, 4 Januar, 2011 | 904 views. | 4 Kommentare


Originaltitel: Shackleton’s Stowaway
Genre: History, Jugendbuch
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2010
Seiten: 384
Verlag: dtv Junior
ISBN: 978-3423714341
Preis: 7,95€
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Inhalt: Ein Abenteuer erleben, das will der 18-jährige Perce, als er sich 1914 als blinder Passagier auf das Forschungsschiff Endurance schleicht. Und es wird ein Abenteuer, ein Abenteuer auf Leben und Tod. Auf ihrer Expedition in die Antarktis wird das Schiff nämlich vom Packeis eingeschlossen. Und es kommt noch schlimmer: Als das Eis taut, sinkt das Schiff und die gesamte Besatzung treibt auf einer Eisscholle im offenen Meer.

Rezension: Die spannendsten Geschichten sind die, die auch wirklich passiert sind. Das finde ich jedenfalls. Deswegen habe ich seit einiger Zeit, genaugenommen seit ich Terror von Dan Simmons gelesen habe einen Faible für Bücher über Arktisexpeditionen. Es ist wirklich unglaublich, was viele Männer früher auf sich genommen haben, nur um an einen menschenfeindlichen Ort zu kommen und diesen als erster zu erkunden. Wenn sie Glück hatten kamen sie mit Erfrierungen davon, wenn sie Pech hatten sank ihr Schiff, sie mussten monatelange Gewaltmärsche über sich ergehen lassen, litten an der Kälte, an Hunger und Skorbut. Schiffbruch in der Antarktis ist die Erzählung der Endurance-Expedition 1914 bis 1917.

Als blinde Passagier schleicht sich der junge, abenteuerlustige Perce Blackboro an Bord der Endurance die unter dem berühmten Entdecker Ernest Shackleton aufbricht um an den Südpol zu gelangen. Doch kurz vor ihrem Ziel wird das Schiff im Packeis eingefroren und zerdrückt. Die Mannschaft verlässt das sinkende Schiff und macht sich über das Eis auf den gefährlichen und ungewissen Weg zurück gen Norden. Sie leiden an den monatelangen Gewaltmärschen in denen sie nur wenige Kilometer täglich vorrankommen. Die Kälte ist unerbittlich und viele Männer leiden an erfrierungen. Bis sie endlich die kleine Inselgruppe Elephant Island erreichen. Doch auch hier ist noch keine Rettung in Sicht.

Schiffbruch in der Antarktis ist in erster Linie ein Kinder- bzw. Jugendbuch. Auf heikle Situationen, auf die die Protagonisten in diesem Buch oft stoßen wird nicht im besonderen Fall eingegangen. Viele dieser Ereignisse bekommt der Leser nur am Rande mit. Es wäre sicher interessanter und spannender gewesen gerade darüber etwas mehr zu erfahren und etwas tiefer in die Gefühle und Gedanken der Mannschaft zu tauchen, aber da es sich nun einmal um ein Kinder- und Jugendbuch handelt, sehe ich darüber hinweg. Mir ist klar, warum sich die Autorin nicht mit Amputationen und dem Pinguinjagen aufgehalten hat, obwohl das ja der  hauptsächliche Alltag der Männer war, der Kampf gegen die Kälte, den Hunger und die Krankheiten. Es passte wohl nicht in ein Kinder- und Jugendbuch.

Dennoch ist das Buch nicht uninteressant. Es ist wirklich spannend zu lesen, wie die Expeditionsteilnehmer, die so plötzlich ihr sicheres Schiff verlassen müssen und auf Eisschollen umhertreiben mit der plötzlichen Umstellung und der Angst ob sie dies alles auch überleben umgehen. Ich, die ich ja schon einige Bücher über Polarexpeditionen gelesen hat, muss allerdings sagen, dass die Mannschaft der Endurance es eigentlich nicht so schlecht getroffen hat. Sie froren natürlich bitterlich mussten wochenlang schwere Schlitten über das raue, weil Salzwasser, Eis schleppen und hatten keine Ahnung ob es was bringt, was sie dort tun, ob sie all das überleben. Doch hatten sie durch viele Pinguin Schwärme immer genug frisches Fleisch, wodurch das Skorbutrisiko sehr gemindert wurde und ihr Überleben in dieser Hinsicht gesichert war. Gut, irgendwann hängt einem Pnguingulasch sicher aus den Ohren raus, aber sie hatten wenigstens etwas zu essen. Andere, wie zum Beispiel die Männer der Franklin Expedition, hatten da nicht so viel Glück. Sie verhungerten, wenn sie nicht vorher schon an Skorbut langsam gestorben waren,

Daran wie das Buch geschrieben ist merkt man auch seine Funktion als Kinder- und Jugendbuch. Es hört sich recht “modern” an, obgleich 1914 bis 17 natürlich noch nicht so lange her ist. Es werden auch keine großartigen Fachausdrücke benutzt. Alles ist eher einfach gehalten und lässt eigentlich nicht auf einen historischen Roman schließen. Die Fakten und Ereignisse und das ist bei solchen Büchern meiner Meinung nach sehr wichtig scheinen durchweg korrekt zu sein. Die Autorin sprach mit den Angehörigen des jungen Perce und las diverse historische Aufzeichnungen. Auch mein Vater, der irgendwie alles weiss, hat mir die Geschichte rund um diese Expedition genau so geschildert wie sie im Buch stand.

Schiffbruch in der Antarktis ist für Leser, die gerne wahre Geschichten lesen möchten, sich nicht von der einfachen Erzählung abschrecken lassen und nur genauso viel erfahren wollen wie nötig, um zu wissen, was genau passiert ist. Ich hätte mir gerne etwas mehr Emotion gewünscht, die hätte das Buch nämlich aufgepeppt. Aber letztendlich ist Schiffbruch in der Antarktis durchaus lesbar und interessant.

von Sally am Dienstag, 4 Januar, 2011 um 19:33 Uhr
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» Jennifer Donnelly – Die Winterrose

Geschrieben von Sally am Mittwoch, 22 Dezember, 2010 | 760 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: The Winter Rose
Genre: History
Reihe: Rose Series Band: 2
Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2008
Seiten: 776
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492252812
Preis: 9,95€
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Klappentext: London, 1900: Die junge India Selwyn-Jones bewegt sich in den feinsten Kreisen. Bis sie als Ärztin im berüchtigten Viertel Whitechapel zu arbeiten beginnt – und dort in leidenschaftlicher Liebe zu dem gefürchteten Gangsterboss Sid Malone entbrennt …

Rezension: Nachdem ich vor einigen Jahren Die Teerose gelesen habe und es mir wirklich sehr gefallen hat, habe ich mich nun endlich mal an Die Winterrose getraut. Der Klappentext hat mich ein wenig davon abgehalten es zu lesen, weil es mich weniger angesprochen hat als der Inhalt von Die Teerose. Denoch musste ich es ja irgendwann einmal zur Hand nehmen und nun bin ich sehr froh es getan zu haben.

Die junge, adelige India Selwyn-Jones hat ihren Traum verwirklicht und arbeitet seit kurzer Zeit als Assistenzärztin im berüchtigten Whitechapel, einem der ärmsten Stadtteile Londons. Sobald sie genügend Geld gesamelt hat, möchte sie eben dort eine freie Klinik für Frauen und Kinder eröffnen. Ihr Verlobter, der Parlamentsabgeordnete Freddie Lytton unterstützt sie augenscheinlich bei der Verwirklichung ihres Traumes. Doch dann wird der schwerverletzte Gangsterboss Sid Malone eingeliefert und India verliebt sich Hals über Kopf in ihn und plötzlich steht all das, wofür sie gekämpft hat auf dem Spiel.

Gleich auf der ersten Seite wird der Leser in die Geschichte hineingezogen, die einen kaum wieder loslässt. Die Autorin hält sich nicht mit langweiligen Vorgeschichten und Erklärungen auf. Sie fängt einfach an. Erst im Laufe der Geschichte werden die ein oder anderen Dinge aus dem vergangenen Roman Die Teerose kurz angeschnitten, so dass auch jemand, der dieses Buch nicht gelesen hat zurechtkommen würde. Die Hauptperson dieser Geschichte ist sowieso ganz neu. Aber Fiona und ihre Familie, aus dem ersten Buch spielen auch eine wichtige, wenn auch eher nebensächliche Rolle.

Jennifer Donnelly hat das großartige Talent so wunderbar zu schreiben, dass man sich als Leser komplett darin verliert. Jeder Charakter und sei er noch so klein und unbedeutend für die Geschichte ist sehr detailreich und liebevoll beschrieben. Auch das London von 1900 kann man sich alleine durch ihre Beschreibungen sehr gut vorstellen. Ein Buch von Jennifer Donnelly zu lesen ist eine Wonne. Ich denke, dass es nur extrem wenige Autoren gibt, die so super schreiben können.

Was den Plot anbelangt kann ich auch nicht meckern. Die gesamten 780 Seiten sind von vorne bis hinten wohl durchdacht. Keine einzige Stelle im Buch kam mir unüberlegt vor, nirgendwo kam es mir vor, dass die Charaktere zu viel Glück hatten, oder alles zu glatt gelaufen ist. Keinen einzigen Dialog kann ich als sinnlos oder Lückenfüllend bezeichnen. Allerhöchstens das Ende hätte ich mir ein wenig anders gewünscht, aber das liegt ja natürlich nicht in meinen Händen. Ich bin trotzdem sehr zufrieden.

Die Winterrose oder auch Die Teerose ist das perfekte Buch für jemanden mit Historyfaible, der mal wieder etwas sehr sehr gutes lesen möchte, der versinken will in das historische London und sich von der aussergewöhnlichen Art zu Schreiben, der Autorin verzaubern lassen möchte.

von Sally am Mittwoch, 22 Dezember, 2010 um 15:56 Uhr
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