» Dmitry Glukhovsky – Metro 2033

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Originaltitel: Метро 2033
Genre: Science Fiction, Horror, Endzeit
Reihe: Metro Reihe Band: 1
Erscheinungsdatum: 3. November 2008
Seiten: 784 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453532984
Preis: 14,00€
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Inhalt: Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch das U-Bahn-Netz macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.
Rezension: Wow! Nach diesem knapp 800 Seiten starkem Wälzer bin ich völlig überwältigt. Als ich Metro 2033 vor ungefähr einem halben Jahr gekauft und auch angelesen habe, musste ich es direkt nach dem ersten Kapitel wieder abbrechen, weil es mich endlos gelangweilt hat. Hätte ich mal durchgehalten, dann wäre mir dieses äußerst spannende und lesenswerte Buch schon vorher ein gewaltiger Begriff gewesen.
Das Buch beginnt mit der, bei einem solchen Roman obligatorischen Einleitung. Mehrere Männer, die ihre Wache abzuleisten haben sitzen um ein Feuer und unterhalten sich über die neusten Vorkommnisse in der Moskauer Metro, in der sie seit nunmehr 15 Jahren leben müssen. Dem Leser wird die sehr komplexe Lage der Metro und die Machtverteilung, sowie die politischen Gesinnungen der einzelnen Stationen nahe gebracht. Dabei muss sich der Leser auch noch mit den komplizierten Namen der Stationen herumschlagen, wie die Ochotny Rjad, der Turgenewskaja, Tschistyje prudy oder der Krasnopresnenskaja und nebenher sollte man auch mal die vorne und hinten liegenden Karten zu rate ziehen und diese Stationen suchen, um einen geordneten Überblick über die Metro zu haben. Belohnt wird der Leser allerdings mit einigen, ziemlich gruseligen Erzählungen über Menschen, die einfach in den Tunneln verschwunden sind, oder über Mutanten, die man nur die Schwarzen nennt, die von der Botanitscheski Sad, eine Station vor der WDNCh, in der die Reise von Artjom beginnt, in die Station eindringen und die Bewohner in Aufruhr und Angst versetzen. Wenn man über diesen Anfang hinweg ist und Artjom auf seiner Reise durch die Metro begleitet, dann liegt ein unglaublich spannender Endzeitroman vor einem, der sich für Fans dieses Genres sehr zu lesen lohnt.
Artjom ist ein 20 jähriger junger Mann, der den Großteil seines Lebens in der Moskauer Metro auf der Station WDNCh verbracht hat. Vor 15 Jahren explodierten dort oben Atombomben und machten das Leben in der total zerstörten Megastadt Moskau unmöglich. Die Menschen zogen sich in die einigermaßen sicheren Metro zurück und bauten sich dort ein neues Leben auf. Nach vielen Jahren der Strahlung entwickelten sich auf der Oberfläche neue Arten und Formen des Lebens, die eine Bedrohung für die Metro dastellen. Hin und wieder gelangen Mutanten und andere Wesen in die Metro und verbreiten Angst, Schrecken und den Tod. Als eines Tages vermehrt außergewöhnliche Mutanten, die “Schwarzen” auf der WDNCh auftauchen und der Widerstand zusammen zu brechen droht, macht Artjom sich auf den Weg um etwas zu unternehmen und um seine geliebte Heimatstation und die gesamte Metro von diesen Wesen, die die nächste Stufe der Evolution sein könnten und den Menschen an der Spitze der Schöpfung ablösen würden zu befreien, denn immerhin war es Artjom, der in jugendlichem Leichtsinn die Tore zur Metro geöffnet hat, nur um einen Blick auf das zerstörte Moskau zu werfen.
Das Buch übertrifft alles, was ich je gelesen habe in Sachen Stimmung und Atmosphäre. Man ist sofort gebannt von der Geschichte um die Metro und man gruselt sich unweigerlich an sehr vielen Stellen im Buch. Dmitry Glukhovsky hat die Begabung dem Leser eine vollkommen neue, bzw sehr stark veränderte Welt in wenigen Sätzen real und glaubwürdig offen zu legen. Er fordert einen dadurch sehr stark auf das Buch weiter zu lesen, selbst, wenn es gerade einen Hänger hat.
Hänger hat das Buch leider viele, vorallem auf den ersten 300 Seiten (Und 300 Seiten sind für viele schon ein komplettes Buch). Wenn Menschen aus unerfindlichen Gründen in den Tunneln der Metro verschwinden, dann ist das anfangs vielleicht noch sehr spannend, aber wenn auf 300 Seiten immer nur Menschen verschwinden und verschwinden und verschwinden, ohne, dass der Leser erfährt warum das so ist, dann fragt man sich wirklich, warum dem Autor bei einer so gewaltigen Welt mit so vielen Möglichkeiten nichts besseres eingefallen ist. Man muss einfach nur verbissen durchhalten und die 300 Seiten Grenze überschreiten und dann interessieren einen die verschwundenen Menschen nicht mehr, dann ist es einem fast egal, was dort in der Metro passiert, weil es für den Leser dann nämlich an die Oberfläche geht und dort passiert genau das, was der Leser lesen will und das Buch verliert seine Spannung bishin zum Ende kaum noch.
Die Charaktere sind auch auf den ganzen 800 Seiten eher farblos gehalten und bis auf Artjom sollte man sich besser mit keinem der anderen Protagonisten anfreunden, daran hat man nämlich meist keine lange Freude. Artjom, den man von vorne bis hinten begleitet bleibt aber immer nur ein kleines Licht. Er ist einem sympathisch, aber man erfährt nicht viel über ihn, er bleibt einfach farblos und man möchte meinen nur das “Mittel zum Zweck”. Frauen gibt es in diesem ganzen Buch übrigens fast keine. Obwohl durchaus Frauen in der Metro leben haben diese im Buch wohl keine großartige Bedeutung. Wenn man alles, was mit einer Frau zu tun hat zusammen schreiben würde, dann hätte man ungefähr 2 von 800 Seiten. Lara Croft Action ist da also nicht in der Metro. Ich bin nicht unbedingt schockiert desswegen. Frauen haben mir da nicht unbedingt gefehlt.
Diese angesprochenen 300 Seiten und das viele drumherum Gerede in diesem Buch verleiten mich zum Abzug des einen Sternes. Alles Andere ist so lesenswert und spannend, dass ich es dennoch jedem empfehlen würde. Man muss eben einfach anfangs nur eisern durchhalten und man wird mit viel Spannung, Atmosphäre und einem sehr bedrückendem und überraschendem Ende belohnt.
Dmitry Glukhovsky hat Metro 2033 übrigens weiter geschrieben und im Oktober 2009 erschien in Deutschland der zweite Teil der Reihe: Metro 2034, der auch schon in meinem Regal steht und dringend gelesen werden möchte.
» Jack Ketchum – Wahnsinn

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Originaltitel: Stranglehold
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2. November 2009
Seiten: 352 Seiten
Verlag: Heyne Hardcore
ISBN: 978-3453675520
Preis: 8,95€
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Inhalt: Schon bald nach ihrer Hochzeit entdeckt Liddy die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Nach der Geburt ihres Sohnes gerät er zunehmend außer Kontrolle. Er verletzt Liddy, schlägt und missbraucht sie. Um ihres Kindes willen erträgt sie zunächst schlimmste Demütigungen. Doch dann begreift Liddy, wie wahnsinnig Arthur tatsächlich ist, und nimmt den ungleichen Kampf auf.
Sie informiert die Polizei und reicht die Scheidung ein. Arthurs Anwälten gelingt es jedoch, Liddy als nicht zurechnungsfähig hinzustellen. Während Liddy um ihr Sorgerecht kämpft, werden weibliche Leichen gefunden, die Opfer eines äußerst brutalen Serienkillers.
Rezension: Wieder ein neuer Ketchum, den ich einfach gekauft habe, ohne in Erfahrung zu bringen, worum es geht. es gibt Autoren, bei denen man das machen kann, da ihre Bücher grundsätzlich lesenswert sind. Ketchums ist so ein Autor.
Zugegebenermaßen schwächelte er in seinen letzten Romanen ein wenig. Die Story war fad, aber die Story war spannend beschrieben. Wahnsinn ist nach Evil endlich mal wieder ein Buch, bei dem beinahe alles stimmt.
Liddy Danse lässt sich von ihrem brutale Ehemann scheiden, nachdem er sie mehrere male brutal vergewaltigt und letztendlich sogar verprügelt hatte. Beide teilen sich das Sorgerecht. Mal ist ihr Sohn Robert bei Liddy, mal ist er bei Arthur. Eines Tages bringt Arthur ihren Sohn nach Hause und Robert ist total verstört und ängstlich. Liddy hat den verdacht, dass Arthur ihren gemeinsamen Sohn vergewaltigt hat. Sofort zeigt sie ihn bei der Polizei an und es kommt zur Verhandlung, aber die Verhandlung läuft nicht so, wie Liddy es sich wünscht.
Es ist eine heikle Angelegenheit, ein Buch in dieser Form zu schreiben (und zu rezensieren) in dem es um die Vergewaltigung eines Kindes geht, auch, wenn Jack Ketchum auf großartige Details verzichtet hat. Allerdings ist dies auch nicht das erste Buch, das dieses Thema behandelt. Es sollte schon jeder selbst entscheiden, was er lesen möchte und was zu viel für ihn ist. Einem Autoren wie Ketchum ist bekannt, dass er sich nicht gerade in einer rosa Plüschwelt aufhält und auch unangenehme Themen aufgreift, die jeden anderen zusammenzucken lassen. Das ist das, was ich persönlich sehr an ihm mag. Ich will nicht explizit die Vergewaltigung eines Kindes lesen, aber ich kann auch nicht viel mit dem 0815 Wischiwaschi der normalen Krimi- und Thrillerautoren von heute anfangen.
Die Geschichte ist hauptsächlich aus der Sicht von Liddy erzählt. Man begleitet sie durch den Verhandlungsterror und die Angst um ihren Sohn Robert. Sie ist einem durchaus sympathisch, auch, wenn sie manchmal Dinge macht, die den Leser verständnislos den Kopf schütteln lassen. Gerade zum Ende hin nervt das des Öfteren. Wenige, kurze Kapitel sind auch in der Sicht von Robert und Arthur, sowie einiger unbeteiligterer Personen geschrieben. Dies lockert die Geschichte auf und lässt sie aus einem anderen Blickwinkel sehen. Ich denke, dass es für den Leser in diesem Fall auch wichtig ist die Gedanken des Opfers (Robert) und die des Täters (Arthur) zu erfahren.
Was mich sehr gestört hat und zum Abzug des Sternes führte waren die Morde, die neben den Verhandlungen passierten. Diese passten nämlich nicht in die Geschichte und störten viel mehr. Sie hatten wirklich absolut keinen Sinn und wären vielleicht interessant gewesen, wenn das Buch ein anderes Hauptthema gehabt hätte. Letztendlich haben diese Morde auch keine große Bedeutung zum Schluss gehabt. Hätte man sich also perfekt sparen können.
Alles Andere, was wichtig ist um ein Buch als gut zu bezeichnen ist vorhanden. Der Schreibstil ist gewohnt fließend, die Spannung flacht während der ganzen 350 Seiten nicht ab und die Handlung ist, eben bis auf ein paar Fehlgriffen von Liddy wohl durchdacht.
Wer Ketchum mag sollte natürlich auch dieses Buch lesen. Er wird letztendlich, wenn er zuvor Evil gelesen hat angenehm überrascht sein. Fans von Richard Laymon und Bentley Little werden an Ketchum auch ihren Spaß haben. Wer keine Bücher über Kindesmisshandlung lesen kann, der sollte hier die Finger davon lassen. Es hat keinen Sinn es zu versuchen, nur um sich später darüber aufregen zu können. Wer noch nie einen Ketchum gelesen hat, kann mit diesem Buch auch nicht unbedingt etwas falsch machen, denn es unterhält in Sachen Spannung ungemein und das ist etwas, das ein solches Buch ausmachen sollte.
» Anne Helene Bubenzer – Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown

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Originaltitel: Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2009
Seiten: 479 Seiten
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499252891
Preis: 9,95€
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Inhalt: Henry N. Brown erblickt das Licht der Welt, als ihm das zweite Auge angenäht wird, am 16. Juli 1921. So beginnt ein turbulentes Leben. Eine Odyssee durch Europa, durch das zwanzigste Jahrhundert, durch Krieg und Frieden. Und überall, wo Henry hinkommt, bemerkt er, dass die Menschen vor allem ein Bedürfnis haben: Sie brauchen jemanden, der ihnen zuhört.
“Es war die erste Nacht seit langer Zeit, die ich alleine auf einem kalten Boden verbrachte, unbeachtet und nicht vermisst. Aber auch das war gut so, denn ich wusste, dass Isabelle glücklich war”
S. 349
Rezension: Dieses Buch ist wohl mein ganz persönliches Buch des Jahres. Als ich es anfing machte ich mich auf eine seichte Geschichte, mehr für Kinder gedacht mit einem Bären in der Hauptrolle gefasst, aber ich bekam was völlig anderes.
Henry Nearly Brown wird von Alice, einer einsamen Frau aus Bath/England genäht und verbringt ein paar wundervolle Jahre mit ihr zusammen. Auch, wenn er sich nicht bewegen kann und es ihm auch sonst nicht möglich ist sich bemerkbar zu machen,er ist immer für seinen Besitzer da, wenn dieser Trost braucht, oder jemanden der ihnem zuhört. Er hat seine eigenen Gedanken und seine eigene Meinung. Doch irgendwann verliert Alice Henry und er kommt zufällig in eine andere Familie und so beginnt seine Reise durch die Zeit und durch viele verschiedene Menschenhände, in denen er schöne und auch grausame Dinge erlebt, die manchmal zu viel sind für einen kleinen Bären, der viel Liebe in sich trägt.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich dieses Buch so berührt hat. Ich bin ein Mensch, der auch mit 21 noch an seinen Plüschtieren hängt. So habe ich zwei meiner Lieblingsplüschtiere, die ich bekommen habe, als ich 5 war noch immer auf meinem Nachttisch stehen und ausserdem teile ich mein Bett natürlich mit Biber. Ich könnte mir nicht vorstellen einen von ihnen jemals zu verlieren. Das würde mich endlos traurig machen. Als Kind habe ich immer gedacht, dass mich meine Plüschtiere verstehen können, wenn ich mit ihnen rede. Sie haben mir in manchen Situationen sehr geholfen, indem sie mir eben auch einfach nur zugehört und meine Tränen in sich aufgesogen haben. Nach Harry Potter hat es kein Buch mehr geschafft mich zum Weinen zu bringen, bis ich Die unglaubliche Geschichte des Henry N. Brown las. Dieses Buch beherbergt so viele Dinge, die einen aufmerksamen Leser berührt, ihn schockiert und ihn auch manchmal wütend macht. Dieses Buch hat alles, was man braucht um in eine Geschichte einfach nur abtauchen zu können.
Der Schreibstil von Anne Helene Bubenzer ist wirklich hervorragend. Das Buch ließ sich einfach weglesen. Ohne holpern, ohne stocken. Sie weiss, wie man mit Worten umgehen muss um den Leser an ein Buch zu fesseln. Sie hat es auch geschafft mich immer wieder in der Geschichte zu überraschen und es scheint für sie absolut kein Problem zu sein auch in friedlichen Situationen hohe Spannung zu halten. Alleine dafür gebe ich dem Buch schon mindestens 1 1/2 Sterne.
Es ist sehr interessant zu lesen, was ein Teddybär für ein Leben führt. Wohin ihn das Schicksal bringt, was er dort erlebt und wie seine Gedanken sind. Dieses Buch bleibt nun wohl für immer in meinem Herzen und es wird einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal bekommen, damit ich nicht vergesse es bald möglich nocheinmal zu lesen. Die Geschichte des Henry N. Brown ist wirklich bezaubernd und es passt perfekt in die gemütliche und besinnliche Vorweihnachtszeit hinein. Es ist eines dieser Bücher, die am liebsten nie zu ende gehen sollten und es ist auch ein Buch, das für jeden geeignet ist. Lest dieses Buch, es lohnt sich wirklich sehr.
» Andrea Maria Schenkel – Tannöd

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Originaltitel: Tannöd
Genre: Krimi
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 24. Januar 2006
Seiten: 171 Seiten
Verlag: btb
ISBN: 978-3442740253
Preis: 7,00€
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Inhalt: Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur.
Rezension: An Tannöd scheiden sich die Geister. Während die Einen dieses Buch höchst spannend finden, wird es für Andere die Langeweile pur sein. Ich kann da durchaus beide Seiten verstehen.
Tannöd beruht auf einer wahren Geschichte. In Hinterkaifeck wurden 1922 sechs Menschen auf einem Einödhof ermordet. Der Täter ist bis heute nicht bekannt. Vier von ihnen wurden im Stadl mit einer Reuthaue erschlagen, die Magd fand man tot in ihrer Kammer und der 2jährige Junge Josef wurde in seinem Stubenwagen getötet. Dieser ganze Mordfall ist wirklich ziemlich mysteriös. So soll der Mörder sich vor der Tat mehrere Tage auf dem Hof versteckt haben. Man fand auf dem Dachboden Kuhlen im Heu, in denen ein Mensch hätte schlafen können. Ausserdem waren Dachziegel verschoben um den Hof überblicken zu können. Kurz vor der Tat erzählte eines der Opfer von unbekannten Fußspuren im Schnee, die zum Hof, aber nicht zurück führten und merkwürdige Geräusche im Gebäude. Auch nach der Tat war der Mörder noch einige Tage auf dem Hof um die Tiere zu versorgen.
Ich habe mich nach einer TV Reportage darüber im Internet etwas schlau gelesen, weil ich diesen ganzen Fall ziemlich interessant und fast auch gruselig finde. Ich denke, wenn man sich für diesen Fall nicht großartig interessiert, oder ihn nicht kennt, dann könnte Tannöd eher ödes, aber ein gott sei dank dünnes Buch sein, das zwar eine interessante Schreibart vorweist, aber mehr auch nicht.
Die Geschichte ist aufgeteilt in Erfahrungsberichten von Einwohnern in Tannöd und zu einem kleinen Teil auch aus der Sicht des Mörders und der Opfer beschrieben. Der Einödhof ist sehr stimmungsvoll dargestellt und es gruselt einen auch leicht, wenn man bedenkt, was dort passiert ist. Die Erfahrungsberichte der Einwohner sind größtenteils auch sehr interessant aber ich hab auch einiges schnell überflogen. Viel Großartiges hat man manchmal nämlich nicht erfahren. Das ganze Buch hat mich nicht wirklich begeistert, aber auch nicht unbedingt gelangweilt. Es liest sich schnell weg und dann vergisst man es leicht wieder.
Wenn man sich nicht für den Hinterkaifeck Fall interessiert könnte Tannöd eher ein Fehlgriff sein, wenn man sich intensiv mit dem Fall beschäftigt hat, erzählt das Buch einem auch nichts Neues mehr. Aber ich denke die Zeit für171 Seiten kann man verschmerzen.
» Gerard Donovan – Winter in Maine

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Originaltitel: Julius Winsome
Genre: Erzählung
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 14. September 2009
Seiten: 208 Seiten
Verlag: Luchterhand
ISBN: 978-3630872728
Preis: 17,99€
Amazon.
Inhalt: Julius Winsome hat den Schuss gehört. Zumindest glaubt er das, denn in den Wäldern von Maine ist kurz vor Winteranbruch Jagdsaison – es hätte also auch jeder andere Schuss gewesen sein können. Sein geliebter Pitbullterrier Hobbes jedenfalls schafft es gerade noch, sich 500 Meter zu ihm hin zu schleppen, bevor er an der aus nächster Nähe kaltblütig in seinen Rücken gefeuerten Schrotflintenladung zugrunde geht. Kurzerhand nimmt Winsome, der in der Einsamkeit mit seinen geerbten Büchern und den antiquierten Worten Shakespeares lebt, sein ebenfalls geerbtes Scharfschützengewehr und macht seinerseits Jagd auf die Jäger. Drei von ihnen erlegt er sofort – auch wenn keiner von ihnen mehr sagen kann, ob er tatsächlich Hobbes’ Mörder war.
Rezension: Also ich bin mir da ja nicht so ganz sicher. Winter in Maine wurde von der britischen Tageszeitung The Guardian als Buch des Jahres gekürt, die Bewertungen bei Amazon sind durchweg positiv, Meinungen, die ich bisher gehört habe ebenfalls und Elke Heidenreich hat es auch für gut befunden. Irgendwas muss ja sein an diesem Buch…und warum hab ich das nicht so ganz rausgefunden?
Ein Mann lebt mit seinem Hund Hobbes in einer Hütte im tiefsten Wald in Maine. Ganz alleine, nur die Beiden. Während er vor dem Ofen hockt und die beinahe 3.000 Bücher liest, die sein Vater ihm hinterlassen hat hört er einen Schuss von einem der Jäger draussen im Wald, die jagd auf Wild machen. Er findet bald drauf seinen treuen Gefährten Hobbes, angeschossen und geschwächt. Als sein Hund stirbt sinnt Winsome nach Rache und macht sich mit seinem Scharfschützengewehr auf die Suche nach Jägern.
Winsomes Entscheidung nun die Jäger zu töten, die seinen Hund erschossen haben hat mich dazu gebracht dieses Buch zu lesen. Manche würden sagen man kann nicht einen Menschen erschießen, bloss weil er einen Hund, ein Tier getötet hat. Ich aber finde man kann. Wer auf ein Tier schießt und es somit tötet ohne erdenklichen Grund, der hat es eigentlich nicht anders verdient als selber erschossen zu werden. Ich mag Menschen nicht, die Tiere wie Dinge behandeln, die ihnen gehören und ich mag Menschen nicht, die diesen Tieren etwas antun und was ich schon gar nicht mag sind Menschen, die meinen sie könnten aus Spaß an der Freude jagen. Mit anderen Worten: Ich hasse Jäger. Nein, ich verachte Jäger. Ich finde sie widerwärtig und ich würde niemals auf die Idee kommen sie Gleichberechtigt wie einen Menschen zu behandeln, denn das sind sie offensichtlich nicht. Von daher hat Julius Winsome in diesem Buch mein vollstes Verständnis und für mich ist er der Held dieser Geschichte.
Ergo ist die Geschichte das, was die drei Sterne verdient hat. Allerdings fand ich einige Stellen in diesem Buch sehr langweilig, wie beispielsweise die Rückblenden zu Julius Vater im Krieg und seinen Erzählungen davon. Ich war einfach nicht in Stimmung um sowas zu lesen. Das hatte ich nämlich nicht erwartet. Zum Anderen finde ich es schlimm, wenn sich Autoren in ihren Büchern auf Worte anderer Autoren stützen. In Winter in Maine waren es Phrasen und Worte aus Shakespeares Werken und das nicht gerade zu knapp. Hätte ich Shakespeare lesen wollen, hätt ich das auch getan.
Einen, ganz bestimmten Stern muss ich für das Buch ansich abziehen. Ich hab überlegt ob ich das tun soll und nun tu ich es einfach mal. Ich möchte nicht nur den Inhalt des Buches bewerten, sondern auch das Produkt selber. Das Buch ist eines aus dem Luchterhand Verlag. Beim Kauf war es noch eingeschweißt, also komplett neu. Als ich es auspackte stank dieses Buch so widerlich, wie eine Mischung aus Druckerschwärze und ordentlich Zigarettenrauch. Mir wurde hin und wieder richtig übel als ich es vor mir hatte, sodass ich aufhören musste. Ich denke wenn jedes Buch aus dem Luchterhand Verlag so riecht, dann war Winter in Maine definitiv mein letztes davon. Ich mag gerne an Büchern riechen, aber da vergeht es mir doch definitiv.
Winter in Maine würde ich letztendlich nicht unbedingt empfehlen. Wer einfach nur die Geschichte eines Mannes lesen möchte, dessen Hund erschossen wird und er auf Rache sinnt, ohne irgendwas drumherum der ist mit Blutrot von Jack Ketchum gut beraten. Für mich ist Winter in Maine nun einfach nicht das Buch des Jahres. Da hab ich dieses Jahr besserers gelesen…oder ich habe einfach einen miserablen Geschmack.
» Simon Tofield – Simons Katze

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Originaltitel: Simons Cat
Genre: Comic, Humor
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2009
Seiten: 240 Seiten
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3442312337
Preis: 12,00€
Amazon
Inhalt: Eigentlich wollte Simon Tofield nur ein neues Zeichenprogramm testen. Er zeichnete einen Kurzfilm und stellte ihn für ein paar Freunde ins Netz. Dann brach der Server fast zusammen. Inzwischen sind es mehr als 30 Millionen Klicks auf YouTube: Simons Katze ist ein sagenhafter Mund-zu-Mund-Propaganda Erfolg aus England. Begeisterte Fans aus der ganzen Welt haben sich schon in dieses anarchische, anbetungswürdige Tier verliebt. Warum? – Jeder kennt eine Katze wie diese! Von phänomenaler Fresslust besessen schnurrt Simons Katze erfindungsreich durch den Tag. Nahezu rund um die Uhr versucht sie, mit subtilen Manövern und dreisten Kapriolen die Aufmerksamkeit ihres Besitzers zu wecken, damit dieser sie füttert. Wer Katzen kennt, wird diese lieben.
Rezension: Wie die Meisten kenne ich Simons Cat natürlich aus dem Internet. Auf Youtube hat Simon Tofield bisher 5 kleiner Comic Videos veröffentlicht, die schnell sehr erfolgreich in der Internetgemeinde wurden. Simon und seine verfressene und faule Katze bekamen mit der Zeit eine große Fangemeinde.
Es liegt nahe, nach dem großen Erfolg mit den Videos ein Buch zu veröffentlichen. Als ich es im Buchhandel auf dem Tresen liegen sah, während ich gerade bezahlte nahm ich es spontan einfach auch noch mit. Ich konnte mir nicht unbedingt vorstellen, dass Simons Cat auch unbewegt so gut und lustig sein kann, aber ein erster Blick in das ziemlich dicke Buch beruhigte mich. Simons Cat funktioniert auch auf Papier.
Ob man das Buch nun auf englisch oder deutsch kauft ist ziemlich egal, denn es steht nichts drin. Wie auch in den Videos kommt Simon Tofield nur mit seinen Zeichnungen aus. Allerdings ist die englische Ausgabe von Simons Cat 0,95€ teuer. Nicht viel, aber diese 0,95€ lohnen sich eben einfach nicht wirklich, desswegen empfehle ich die deutsche Ausgabe zu kaufen.
Seine kurzen Comics sind herrlich katzig und lassen einen immer wieder schmunzeln. Für Fans von Simons Cat ist dieses Buch, wie das Abonnement bei Youtube ein Muss. Aber auch Katzenbesitzer könnte es gefallen, denn sie werden sicher ihre Katze darin wiederfinden.
Weitere Simons Cat Videos gibt es auf dem offiziellen Youtube Account





