» Kindle, Sony Reader und Co.

Geschrieben von Sally am Samstag, 30 Januar, 2010 | 840 views. | 7 Kommentare

In letzter Zeit sieht und hört man ja immer mehr von diesen neuartigen eReadern, die laut der Presse bald alle Bücher ersetzen werden. Für irgendwelche Geschäftsmänner, die in ihren Aktentaschen keinen Platz mehr für Bücher, oder ihre unzähligen Notizen haben mag das ja vielleicht was ganz tolles sein, aber wie sieht das aus mit Privatpersonen?
Ich persönlich finde diese eReader total überflüssig und mir würde nie in den Sinn kommen für sowas Geld auszugeben, auch, wenn ich eigentlich jemand bin, der gerne neue Technik ausprobiert,. Wenn ich das mal am Beispiel des Sony Readers ausrechne würde es so aussehen: Ich müsste mir den neuen Reader Touch kaufen, weil es den alten nicht mehr gibt und dieser kostet stolze 299€, was für mich fast 30 Taschenbücher a 10€ sind und dabei muss man mal bedenken, dass der Reader komplett leer und ohne irgendein Buch ankommt. Man würde ja behaupten, dass sich das Teil rentiert, wenn man nun nur dafür Lesestoff kauft, der ja sicher billiger ist als ein normales Buch, weil es sich nur um eine lächerliche Datei handelt. Ja…aber nein. Ein E-Book für den Sony Reader kostet bei Thalia im Schnitt 9,99€, also einige Cent mehr als ein normales Taschenbuch. 10€ für eine dämliche Datei. In 10€ für ein Buch wären neben dem Verdienst für den Autor noch die Kosten zur Herstellung des Buches drin, die in so einer Datei natürlich nicht drin stecken. Der Sony Reader lohnt sich also von vorne bis hinten für eine normallesende Privatperson nicht und nur um ein Stück neue Technik in der Hand zu haben und damit vor allen anderen der große Hecht zu sein ist mir das absolut nicht wert. Mal davon abgesehen finde ich, sieht es ziemlich merkwürdig aus mit so einem Ding in der Hand rumzusitzen. Ein altmodisches Buch macht da eher was her.
Wenn es um das “Ersetzen” des guten, alten Buches geht verstehe ich und offenbar auch einige andere keinen Spaß mehr. Als ich vor einigen Wochen im Thalia in der Spitalerstraße in Hamburg saß beobachtete ich den Sony Reader, der dort ausgestellt war. Ich saß ungefähr 40 Minuten dort und in dieser Zeit haben viele Leute das Ding kritisch beäugt, aber nur sehr sehr wenige und hauptsächlich Männer, die von ihren Leserattenfrauen zum Buchshoppen gezwungen wurden haben das Ding in die Hand genommen und ausprobiert. Allerdings auch nur kurz. Die meiste Zeit lag das Ding unbeachtet in seinem Schaukasten.
Ich denke man kann mit so einem Gerät ein Buch gar nicht ersetzen. Höchstens das Buchuniversum für manche erweitern. Ich könnte mich nicht damit abfinden anstelle eines Buches so ein Gerät in den Händen zu halten. Ich brauche knisterndes Papier und könnte ohne den Geruch von Druckerschwärze und Papier gar nicht ans Lesen denken. Für mich also keinen Reader und auch keine eBooks, weder auf dem PC, noch auf dem Telefon oder sonstwo.

von Sally am Samstag, 30 Januar, 2010 um 13:57 Uhr
In den Kategorien: Bücherwelt,Kaufrausch

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7 Kommentare zu “Kindle, Sony Reader und Co.”

  1. Hallo Sally!
    Ich bekenne, daß ich durchaus mit einem ebook-reader liebäugel, die mir allerdings alle noch zu teuer sind. Gerade für meine Urlaubsreise finde ich die Idee reizvoll, statt meiner Bücher nur das Gerät mitzunehmen und mir ggf. einfach etwas nachträglich downzuloaden…
    Ansonsten käme ich aber nicht auf die Idee, mir statt des Buches den reader mit auf das Sofa oder den Balkon zu nehmen… näh… Ich sehe diese Plattform ähnlich wie Hörbücher als Ergänzung, meine Bücher will ich nicht misse – und auch nicht etwaigen Staub darauf *001*
    Schönes Wochenende
    Natira

  2. Hey, ja gegen den Charme eines Buches kommt ein Gerät einfach nicht an. In der Uni konnten wir Kindle, Sony Reader und Ipod Touch (oder war das ein Iphone? *kopfkratz*) ausprobieren und wir waren uns einig: zu teuer, Technik noch nicht ausgereift (Bedienung und Wartezeiten) und zu sensibel für den Strand.

  3. Deinen Artikel kann ich nur unterschreiben! Würde mir im Leben nicht einfallen, mit sowas meine Bücher zu ersetzten – was soll ich denn dann bitte auf meine Regale stellen und träumerisch anschaun wenn ich grad nichts anderes zu tun habe? Da bleib ich lieber beim guten alten Papier und falls mal ein EBook anfallen sollte wird das ausgedruckt und spiralgebunden.

  4. Natira, stimmt, für Reisen ist er vielleicht noch ganz praktisch, aber klar, 300€ sind dafür viel zu viel.
    mauzini, ja, lass das Ding mal in den Sand, oder gar ins Wasser fallen, wie es mir schon mit manchen Büchern passiert ist. Da guckt man dann aber viemlich blöd.
    Stefanie, schön, dass du das auch so siehst *040* Wegen Lesern wie uns wirds sicher immer Bücher in Papierform geben *046*

  5. Alsooo, ein paar Vorteile hats ja doch schon… Ein selbstleuchtends Display empfinde ich z.b. schon als seeehr praktisch, um nicht um Umgebungslicht abhängig zu sein. Dass man jederzeit und überall sämtliche Bücher kaufen kann ist auch ein tolles Feature. In den USA kann man mit dem kindle auch kostenlos auf wikipedia, das ist auch super. Aber die Nachteile überwiegen im Moment einfach noch, allen vorran für mich die Tatsache, dass Absätze und Zeilen durch die auf-gleiche-Größe angepassten pdfs völlig zerschossen werden. Und natürlich die generelle abhängigkeit vom Strom (auch wenn die Akkulaufzeiten eigentlich sehr lang sein müssten. :)

  6. Ich kann die Anti-Reader Argumente nur unterstützen und mich persönlich stört wirklich am meisten, dass man die Bücher immer teuer neu kaufen muss, sie hinter weder ausleihen, noch vertauschen, noch ins Regal stellen kann. Muss ich nicht haben… *005*

  7. Ich kann mich euren Meinungen nur anschließen. Diese Geräte sind gut gemeint, aber in der Praxis leider überflüssig. Allerdings muss man eingestehen, dass es im Internet auch einige kostenlose Ebooks zum herunterladen gibt (zum Beispiel Sherlock Holmes Romane) und somit sicherlich auch ein paar Euro gespart werden können. Dennoch lese ich natürlich auch lieber in einem richtigen Buch. Die Platzersparnis freut mich bei so einem Reader zudem garnicht, weil ich es schön finde ein Regal voller Bücher zu haben, die man auch alle gelesen hat :)

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