» Richard Laymon – Der Pfahl

Geschrieben von Sally am Sonntag, 9 Oktober, 2011 | 1486 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: The Stake
Autor/en: Richard Laymon
Genre: Horror, Thriller
Reihe: / Band: /
Seiten: 589
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453675803
Format: Taschenbuch
Sprache: deutsch
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Während eines Ausfluges in die kalifornische Wüste stoßen der Horrorautor Lawrence “Larry” Dunbar, seine Frau Jean und deren Freunde Pete und Barbara auf eine verlassene Geisterstadt namens Sagebrush Flat. Abenteuerlustig wie sie sind erkunden sie die verfallenen Gebäude und finden ein altes Hotel, das merkwürdigerweise vor nicht allzu langer Zeit mit einer Kette und einem Schloss verriegelt wurde. Die Neugier packt die vier und sie beschließen in das Hotel einzudringen. Dort, unter der zerfallenen Treppe des Hotels finden sie einen Sarg, mit der mumifizierten Leiche einer jungen Frau. In ihrer Brust steckt ein hölzerner Pfahl. Geschockt von ihrem Fund fliehen die vier, in der Absicht zu vergessen, was sie dort in dem verlassenen Hotel gefunden haben. Doch Larry und Pete lässt der Gedanke an die Leiche nicht los. Wer hat das Mädchen ermordet, warum wurde sie in ihrem Sarg in diesem Hotel versteckt und die wichtigste aller Fragen: Warum hat der Mörder ihr einen Pfahl durch die Brust getrieben? Ist das mysteriöse Mädchen unter der Treppe vielleicht ein Vampir?

Larry beschließt ein Buch über das Mädchen zu schreiben und zusammen mit Pete geht er zurück, um ihre Leiche aus dem Hotel zu holen und zu dokumentieren, wie sie den Pfahl herausziehen. Bald findet Larry heraus, wer das tote Mädchen ist und dass zur Zeit ihrer Ermordung weitere Mädchen verschwunden sind und er verstrickt sich immer tiefer in ihre Vergangenheit und dann ist da ja noch die Frage, ob es sich wirklich um einen Vampir handelt und was passiert, wenn sie den Pfahl entfernen?

Man sollte von Der Pfahl nicht erwarten, dass man in Laymon Manier einen Vampirroman präsentiert bekommt, wie es der Klappentext möglicherweise vermuten lässt. Eigentlich geht es in diesem Buch gar nicht wirklich um den Vampir. Es geht viel eher um Bonnie, das Mädchen hinter dem vermeintlichen Vampir und ihre Ermordung. Larry stellt ein paar Nachforschungen an und findet einiges über sie und ihrer Vergangenheit heraus und ist nahezu “besessen” von ihr. Im Buch gibt es aber noch einen zweiten Handlungsstrang, nämlich den von Larrys Tochter Lane.

Lane hat ein paar Probleme mit ihrem sexbessesenen Freund Jim und erwischt sich dabei, wie sie sich langsam in ihren Lehrer Mr. Kramer verliebt. Sie bleibt nach dem Unterricht länger und hilft ihm beim Korrigieren der Arbeiten. Doch Mr. Kramer ist nicht der nette, gutaussehende, sympathische Lehrer, der ihr bei einem Angriff eines Mitschülers zur Hilfe eilt und besorgt um ihre Sicherheit ist. Er hat ganz andere Pläne mit Lane, als ihr vielleicht lieb ist.

Lanes Geschichte macht mindestens ein Drittel des Buches aus und ich fand ihre Geschichte fast interessanter als die Geschichte um Bonnie und Larrys Buch. Was mit Sicherheit auch daran lag, dass ich Lane ziemlich sympathisch fand. Denn Larry und Pete sind zwei Idioten. Wer würde nachts in eine verlassene Geisterstadt fahren um die Leiche eines ermordeten Mädchens zu bergen und sie in ihrer Garage zu verstecken? Aber solche Charaktere machen Richard Laymons Bücher aus. Sie stolpern von einem großen Fehler in den nächsten und steigen immer tiefer hinab in die Geschichte, die sie nicht mehr loslässt und auch sehr schnell den Leser fesseln kann. Dennoch lässt sich über die Naivität und Dummheit der Charaktere in Der Pfahl gut und gerne häufig den Kopf schütteln. Ohne Lanes Geschichte wäre das Buch allerdings nur halb so interessant gewesen.

Gerade in diesen Kapiteln fiel mir, vor allem zum Schluss hin auf, dass dieser Laymon ein wenig “züchtiger” ist, als die anderen Bücher, die ich von ihm gelesen habe. Wo er in Romanen wie zum Beispiel Die Insel nicht mit brutalen Einzelheiten geizt setzt er in Der Pfahl einen Punkt und geht nicht weiter auf die Geschehnisse ein. Dem Leser bleibt es überlassen sich auszumalen, was dort den Protagonisten, in diesem Fall hauptsächlich Lane, passiert ist. Dennoch ist auch dieses Buch nichts für schwache Nerven. Wer ein Problem mit Gewalt, Blut und Vergewaltigungen hat, der sollte einen Bogen um Laymon machen, auch um Der Pfahl, selbst wenn es, wie ich finde eines der “dezenteren” Bücher von ihm ist.

Der Pfahl ist also mal wieder ein Buch von Richard Laymon, das ich wirklich gerne gelesen habe und mich von dem ersten, bis zum letzten Wort absolut unterhalten hat.

von Sally am Sonntag, 9 Oktober, 2011 um 13:53 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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2 Kommentare zu “Richard Laymon – Der Pfahl”

  1. Wow, ich hab gerade gestöbert und bin begeistert, dass ich nicht die Einzige bin, die Laymon liebt :D

    Ich bin erst vor kurzem auf ihn gestossen und finde seine Bücher toll – Hirn aus und mitfiebern :D

    Und du hast mir Lust auf das Buch gemacht, weil da hab ich wirklich ne Vampirstory erwartet (was ich eigentlich nicht so mag ;))

    Liebe Grüße

  2. Hirn aus ist wohl nötig *042*
    Auf ne Vampirstory hatte ich auch keinen Bock, ich denke das ist der Grund, warum Der Pfahl so lange ungelesen in meinem Regal schlummerte. Eigentlich lese ich ja jeden neuen Laymon sofort. Aber letztendlich hab ichs nicht bereut.

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