» Michael Green – Stunde Null

Geschrieben von Sally am Montag, 26 Oktober, 2009 | 1173 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Blood Line
Genre: Endzeit, Thriller
Reihe: / Band: /
Auflage: 1. Auflage
Erscheinungsdatum: 17. September 2009
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Lübbe
ISBN: 978-3785760154
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Inhalt: Für Mark Chatfield und seine Frau ist es ein gewöhnlicher Flug. Sie sind auf der Heimreise nach Neuseeland. Doch an Bord geschehen seltsame Dinge: Einige Mitglieder der Crew scheinen krank zu sein. Auch Marks Frau leidet an den gleichen Symptomen. Als das Flugzeug landet, umstellen Soldaten die Maschine und nehmen die Passagiere in Gewahrsam. Nur Mark bleibt auf seinem Platz. Er hält seine Frau in den Armen. Sie ist tot. Aus ihrer Nase und ihren Ohren rinnt Blut. Mark verbringt mit den anderen Passagieren die nächsten Wochen in Quarantäne und muss mitansehen, wie einer nach dem anderen an der seltsamen Krankheit stirbt. Nur Mark und seine Kinder scheinen immun zu sein. Die Krankheit verbreitet sich in einer Pandemie über den Globus und löscht die gesamte Menschheit aus. Mark ist bald alleine auf einer entvölkerten Erde. Auf der Suche nach Überlebenden entdeckt er etwas, das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt.

Rezension: Im Moment lese ich sehr gerne Endzeitromane und Stunde Null hat mich wegen seines Klappentextes besonders angesprochen, also habe ich es mir direkt bei meiner nächsten Amazonbestellung mitbestellt und gleich angefangen zu lesen.

Das Buch beginnt direkt in der Handlung, ohne sich viel an einer möglichen Vorgeschichte aufzuhalten. Mark Chatfield und seine Frau Helen sind auf dem Weg von England nach Neuseeland. Sie und einige andere Passagiere leiden unter einer mysteriösen Krankheit. Noch bevor das Flugzeug landet sind einige von ihnen tot, auch Helen. Mark und die überlebenden Passagiere werden auf dem gesperrten Flughafen festgehalten und überwacht. Ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt ist ein Fernseher, über den sie die Nachrichten verfolgen. Nach und nach sterben die verbliebenen Passagiere und auch ihre Bewacher werden weniger. Mark gelingt die Flucht und findet sich in einem Neuseeland wieder, in dem die Menschen nach und nach an dieser Grippe sterben und bald sind er und seine Familie ganz alleine.

Das Buch wäre mit Sicherheit besser gewesen, wenn der Schreibstil von Michael Green ein wenig ausschmückender und emotionaler wäre. Manchmal kam mir das Buch nämlich vor wie das Tagebuch eines 13jährigen. Es spart an Details und an Emotion, aber gott sei dank spart es nicht an Logik. Die Verbreitung des Super-SARS Virusses ist ziemlich realistisch. Mit einer Inkubationszeit von 3 Wochen und der Ansteckung schon alleine durch die ausgeatmete Luft eines Erkrankten lassen das Szenario realistischer erscheinen als so mancher tödlicher Virus, der einfach plötzlich da war, wie es in recht vielen Endzeitromanen mit diesem Hintergrund ist. Logisch sind auch endlich die Handlungen der Personen. Wäre ich in ihrer Situation und müsste weg von der verbleibenden Zivilisation, die verrückt wird und alles und jeden plündert und ermordet, würde ich meine Vorräte und meine Familie schnappen, ein Segelboot suchen und erstmal vor der Küste die Sache aussitzen. Genau das machen auch die Protagonisten dieses Buches und das gefällt mir.

Stunde Null wäre rundum perfekt gewesen, käme man nicht zu dem Teil, der auf dem Klappentext als etwas “das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt” bezeichnet wird. Das, was Mark und seinen Sohn Steven nämlich erwartet ist ganz und gar nicht schlimmer als das Super-SARS Virus, sondern bietet ihnen und vielen anderen Menschen die Möglichkeit zu überleben, gut zu Überleben, mit viel Nahrung, Unterkunft und in gewisser Weise auch Sicherheit. Ich hätte mir jedenfalls was anderes unter “etwas das selbst die tödliche Krankheit in den Schatten stellt” vorgestellt. Für diese große Enttäuschung ziehe ich dem Buch 2 Sterne ab. Man hätte sowas tolles daraus machen können und hat es verbockt. Denoch ist der Anfang sehr lesenswert.

Wenn man nicht besonders viel erwartet ist Stunde Null ein gutes Buch für Endzeitfans und vielleicht auch was für Neulinge, da dieses Buch so gar nicht blutig oder brutal ist, gut, die Brutalität ist mit Sicherheit schon da, aber sie wird in keinster Weise beschrieben. Ich würde Stunde Null als Kuschelendzeit beschreiben.

von Sally am Montag, 26 Oktober, 2009 um 11:51 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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