» Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt

Geschrieben von Sally am Donnerstag, 16 Juni, 2011 | 1577 views. | 2 Kommentare


Originaltitel: Vom anderen Ende der Welt
Genre: History
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 1. Juni 2011
Seiten: 448
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423248471
Format: Taschenbuch
Preis: 14,90€
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Mary Linley ist eine junge, wissbegierige Frau, die schon als kleines Mädchen mit ihrem Vater in der Natur nach interessanten Pflanzen und Tieren suchte. Ihr größter Traum ist es eine Botanikerin zu werden, so wie ihr Vater. Doch sie ist eine Frau und nach dem Tod ihres Vaters nimmt niemand sie ernst. Als sie verheiratet werden soll entscheidet Mary sich, ihr altes Leben zurückzulassen und ihren Traum zu verwirklichen. Sie geht, als Mann verkleidet an Bord der Sailing Queen, einem Schiff, dass die Welt umrunden und erforschen wird. Zusammen mit dem Botaniker Sir Carl Belham lebt sie ihren Traum, bis sie erkennt, dass sie sich in diesen Mann verliebt hat…

Von Büchern wie Vom anderen Ende der Welt gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige. Ich finde solche historischen Seefahrerromane, in denen Frauen die Hauptrolle spielen großartig. Deswegen war ich auf den ersten 200 Seiten vollkommen begeistert und habe jede Seite von Vom anderen Ende der Welt genossen.

Zwar musste ich mich anfangs ein wenig an die eigensinnige Schreibweise gewöhnen. Liv Winterberg hat mit Sicherheit ein Talent zu schreiben, aber ihre Ausdrucksweise hat mich hin und wieder ein wenig stutzen lassen, dabei kann ich nicht mal richtig sagen, woran das liegt. Manche Szenen reißt sie blitzschnell herunter und man weiss kurzzeitig gar nicht, was nun los ist und was da gerade passiert. In anderen hält sie sich unglaublich auf. Hin und wieder nervt das ein wenig aber man gewöhnt sich dran. Was mir aber sehr sehr gut gefallen hat, ist, dass sie offenbar Ahnung hat, wovon sie da schreibt. Sie nutzt einige Fachbegriffe (Hinten im Buch befindet sich darum sogar ein Glossar) und beschreibt den Alltag an Bord sehr realistisch. Sowas finde ich gerade bei historischen Büchern ziemlich wichtig.

Der Plot ist einfach und eigentlich wäre das Buch in einem Satz komplett erzählt. Ein Großteil des Buches besteht aus der Schilderung des Alltages an Bord der Sailing Queen, was in den ersten 200 bis 250 Seiten noch wirklich spaß macht zu lesen beginnt leider im letzten Teil des Buches ein wenig langweilig zu werden. Zwischen den Kapiteln springt das Buch zwar mal von den Erzählungen von Mary zu Seth, einem Schiffsjungen an Bord der Sailing Queen, einem gewissen Landon Reed, der in London nach Mary sucht und Owahiri, einem Tahitianer, allerdings hätte man sich diese Passagen durchaus sparen können. Seths Geschichte ist noch einigermaßen interessant, denn er erfährt im Buch an Bord der Sailing Queen unter den rauhbeinigen Seemännern Dinge, die Mary nicht einmal annähernd zu Gesicht bekommt und das macht das Buch noch ein wenig spannender aber auch am Ende habe ich mich noch gefragt, warum es denn ausgerechnet noch Kapitel aus der Sicht des Tahitianers Owahiri geben muss? Zwar spielt er am Ende des Buches noch eine etwas größere Rolle, aber das hätte auch ohne die vorangegangenen Kapitel funktioniert.

Trotz allem: Gerade in den ersten 200/250 Seiten fand ich das Buch großartig. Ich mochte Mary sehr gerne, ebenso wie Carl und auch mit dem jungen Seth konnte ich mitfiebern. In der Mitte ließ das Buch dann eben ein wenig nach und auch das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Es handelt sich hierbei nämlich um ein Und-dafür-der-ganze-Stress? Ende. Dennoch bin ich sehr froh und dankbar für das Buch (Liebe, Frau Winterberg, bitte mehr Seefahrerromane dieser Art!), habe es auch ganz gerne gelesen und kenne defintiv viel, viel schlechtere Romane in diesem Genre.

von Sally am Donnerstag, 16 Juni, 2011 um 17:01 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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2 Kommentare zu “Liv Winterberg – Vom anderen Ende der Welt”

  1. Puhh…. Dachte schon das deine Bewertung schlechter ausfällt. Da bin ich ja froh das ich mich dann doch auf das Buch freuen kann.

    Schöne Rezension und Danke!

  2. Huhu! Ich fand “Vom anderen Ende” rührend und total schön. Habe gesehen, dass du von “pirates” einen re-read machst und wollte dazu nocheinmal loswerden, dass ich es auch einzigartig fand. Celia Rees ist eine tolle Schriftstellerin!
    GLG,
    Charlousie

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