» Klaus-Peter Wolf – Todesbrut

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Originaltitel: Todesbrut
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 15. September 2010
Seiten: 479
Verlag: script5
ISBN: 978-3839001172
Preis: 14,95€
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Klappentext: Eine Fähre irrt über die Nordsee und darf nirgendwo anlegen. An Bord befindet sich eine tödliche Gefahr. Sie könnte von jedem ausgehen. Auf einer beliebten Urlaubsinsel formiert sich eine Bürgerwehr: Kein Neuankömmling soll die Insel mehr betreten. Dabei ist die Bedrohung schon längst dort. Die Bundeswehr riegelt eine Kleinstadt an der Küste ab. Niemand darf mehr ins Sperrgebiet. Und niemand darf mehr hinaus. Aber ob das noch etwas nützt? Es geschieht etwas völlig Unberechenbares, das jegliche Gesellschaftsordnung außer Kraft setzt. Wann kommt es zu uns?
Rezension: Klaus-Peter Wolf kenne ich vor allem durch seine Ostfrieslandkrimis, die ich aber als bekennende Krimihasserin niemals in die Hand genommen hab. Aber man kennt diese Bücher eben einfach als Ostfriese, weil sie überall rumliegen. Todesbrut sticht ein wenig raus. Zwar spielt die Handlung auch in Ostfriesland (Emden und Borkum), aber diesmal ist es thrillerlastig.
Ich hätte ja gerne auch eine kleine, eigene Inhaltsangabe geschrieben, die ein bisschen mehr vom Buch verrät. Aber das ist schwer. Auf knappen 500 Seiten wartet das Buch mit dermaßen vielen Charakteren auf, dass eine passende Inhaltsangabe die Länge des Buches übertreffen würde. Für 500 Seiten sind die Protagonisten einfach ein paar zu viele. Erst nach der Hälfte des Buches hab ich es ganz gut auf die Kette gekriegt sie auseinander zu halten und sie ihren eigenen Geschichten, Ereignissen und Funktionen zuordnen können.
Die Charaktere sind wohl das allergrößte Manko an Todesbrut. Sie waren mir alle dermaßen unsympathisch, dass es mir völlig egal war was mit ihnen passierte. Eben weil es so viele von ihnen gab konnte ich mich auch nicht auf eine einzige Person konzentrieren. Ausserdem haben manche von ihnen so blöd gehandelt, dass ich sicher 200 Seiten durch nur den Kopf geschüttelt habe. Da gab es zum Beispiel diesen Jungen, dessen Namen ich vergessen habe, weil es in diesem Buch so viele Jungs gibt. Er flüchtet sich auf der Fähre in sein Auto um sich vor der Vogelgrippe zu schützen. Ein altes Ehepaar klopft an und bittet darum sich zu ihm ins Auto setzen zu dürfen. Sie sind alt und erschöpft und haben Angst. Der Mann bietet dem Jungen sogar Geld an. Bis zu 300€, mehr haben sie nicht dabei. Aber der Junge verweigert ihnen den Zutritt, weil er angst hat, dass einer von ihnen infiziert ist. Aber da kommen drei “geile Schnecken” um die Ecke, die zu allem Überfluss auch noch das alte Ehepaar verprügeln. Die Dame wird getreten, als sie ohnehin schon verletzt am Boden liegt, der Mann bekommt Schläge ins Gesicht und seine Brille wird mutwillig zertreten. Aber der Junge erlaubt diesen drei fragwürdigen Mädchen den Zutritt zu seinem Auto. Und auch als eine der drei plötzlich hohes Fieber bekommt und ganz offensichtlich infiziert ist schmeißt er sie nicht raus und das, obwohl er anfangs doch alles mögliche getan hat um sich vor dieser Krankheit zu schützen? Das ist dämlich. Äußerst dämlich. Das ganze Buch ist voll von solchen bescheuerten, unlogischen Handlungen. Auf der borkumer Promenade beobachten alle Leute, wie ein Helikopter ausser Kontrolle gerät und in die Nordsee stürzt. Keinen interessiert das. Aber dann werden am Strand Personen aus einem Flugzeug beschossen und da rennen alle hin um zu helfen… Ich kann gar nicht alles aufzählen, was ich total unsinnig und bescheuert fand.
Was mich auch sehr genervt hat ist, dass fast jede Person ständig nur zusammen mit ihrem Nachnamen genannt wurde: “Kai Rose ging hier hin, Ole Ost tat dies und das, Carlo Rosin sagte dazu…”. Das hat letztendlich auch nicht geholfen sich die Personen besser merken zu können. Im Gegenteil, ich hab sie fast noch mehr gehasst.
Was die Story ansich angeht, die wäre mit Sicherheit ganz annehmbar geworden, wenn mit den Charakteren (Die ja meiner Meinung nach ohnehin fast am allerwichtigsten sind) nicht so gepfuscht worden wäre. Ich denke ich hätte das Buch auch abgebrochen, wenn ich die Handlungsorte Borkum (Das zu unserem leeraner Landkreis gehört
) und Emden nicht kennen würde, denn der Autor spart extrem mit Beschreibungen der Gegenstände und Orte. Nur die schönen langen Beine mancher Damen werden fein beschrieben. Damit kann man als Leser aber nix anfangen.
Mit Müh und Not gebe ich Todesbrut einen Stern. Ich hätte auch null vergeben können, aber letztendlich habe ich es ja auch gelesen (Auch, wenn ich die letzten 50 Seiten mehr schlecht als recht überflogen habe). Das Einzige was mich wirklich gereizt hat waren die Handlungsorte und die Tatsache, dass ich sie kenne. Todesbrut wird wohl mein erstes und letztes Buch von Klaus-Peter Wolf sein. Seine Ostfriesenkrimis interessieren mich ja sowieso nicht und wenn alle anderen, möglicherweise noch folgenden Thriller in der Art wie Todesbrut sind, dann lohnt es sich für mich absolut nicht meine Zeit damit zu verschwenden. Sehr schade eigentlich, aber da kann man wohl nix machen.
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Guten Abend,
Du sprichst mir aus der Seele, ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen.
Da ich selber nicht aus Ostfriesland stamme, fällt auch noch der Bonus durch das Lokalkolorit weg.
Und was soll das ganze aufdringliche Namedropping? Konnte man sich als Otto Groot oder Bettina Göschl in den Roman einkaufen? Und ist es tatsächlich so, daß Hühner in Emden fliegen können?
Die Faszination des Schreckens läßt mich jedoch nicht los, ich werde jetzt das Buch zuende lesen.
Ich bin doch gespannt darauf, ob sich “Romeo und Julia” noch kriegen…
Grüße aus Hannover,
A.