» Jack Ketchum – Wahnsinn

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Originaltitel: Stranglehold
Genre: Thriller
Reihe: / Band: /
Erscheinungsdatum: 2. November 2009
Seiten: 352 Seiten
Verlag: Heyne Hardcore
ISBN: 978-3453675520
Preis: 8,95€
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Inhalt: Schon bald nach ihrer Hochzeit entdeckt Liddy die sadistische Ader ihres Mannes Arthur. Nach der Geburt ihres Sohnes gerät er zunehmend außer Kontrolle. Er verletzt Liddy, schlägt und missbraucht sie. Um ihres Kindes willen erträgt sie zunächst schlimmste Demütigungen. Doch dann begreift Liddy, wie wahnsinnig Arthur tatsächlich ist, und nimmt den ungleichen Kampf auf.
Sie informiert die Polizei und reicht die Scheidung ein. Arthurs Anwälten gelingt es jedoch, Liddy als nicht zurechnungsfähig hinzustellen. Während Liddy um ihr Sorgerecht kämpft, werden weibliche Leichen gefunden, die Opfer eines äußerst brutalen Serienkillers.
Rezension: Wieder ein neuer Ketchum, den ich einfach gekauft habe, ohne in Erfahrung zu bringen, worum es geht. es gibt Autoren, bei denen man das machen kann, da ihre Bücher grundsätzlich lesenswert sind. Ketchums ist so ein Autor.
Zugegebenermaßen schwächelte er in seinen letzten Romanen ein wenig. Die Story war fad, aber die Story war spannend beschrieben. Wahnsinn ist nach Evil endlich mal wieder ein Buch, bei dem beinahe alles stimmt.
Liddy Danse lässt sich von ihrem brutale Ehemann scheiden, nachdem er sie mehrere male brutal vergewaltigt und letztendlich sogar verprügelt hatte. Beide teilen sich das Sorgerecht. Mal ist ihr Sohn Robert bei Liddy, mal ist er bei Arthur. Eines Tages bringt Arthur ihren Sohn nach Hause und Robert ist total verstört und ängstlich. Liddy hat den verdacht, dass Arthur ihren gemeinsamen Sohn vergewaltigt hat. Sofort zeigt sie ihn bei der Polizei an und es kommt zur Verhandlung, aber die Verhandlung läuft nicht so, wie Liddy es sich wünscht.
Es ist eine heikle Angelegenheit, ein Buch in dieser Form zu schreiben (und zu rezensieren) in dem es um die Vergewaltigung eines Kindes geht, auch, wenn Jack Ketchum auf großartige Details verzichtet hat. Allerdings ist dies auch nicht das erste Buch, das dieses Thema behandelt. Es sollte schon jeder selbst entscheiden, was er lesen möchte und was zu viel für ihn ist. Einem Autoren wie Ketchum ist bekannt, dass er sich nicht gerade in einer rosa Plüschwelt aufhält und auch unangenehme Themen aufgreift, die jeden anderen zusammenzucken lassen. Das ist das, was ich persönlich sehr an ihm mag. Ich will nicht explizit die Vergewaltigung eines Kindes lesen, aber ich kann auch nicht viel mit dem 0815 Wischiwaschi der normalen Krimi- und Thrillerautoren von heute anfangen.
Die Geschichte ist hauptsächlich aus der Sicht von Liddy erzählt. Man begleitet sie durch den Verhandlungsterror und die Angst um ihren Sohn Robert. Sie ist einem durchaus sympathisch, auch, wenn sie manchmal Dinge macht, die den Leser verständnislos den Kopf schütteln lassen. Gerade zum Ende hin nervt das des Öfteren. Wenige, kurze Kapitel sind auch in der Sicht von Robert und Arthur, sowie einiger unbeteiligterer Personen geschrieben. Dies lockert die Geschichte auf und lässt sie aus einem anderen Blickwinkel sehen. Ich denke, dass es für den Leser in diesem Fall auch wichtig ist die Gedanken des Opfers (Robert) und die des Täters (Arthur) zu erfahren.
Was mich sehr gestört hat und zum Abzug des Sternes führte waren die Morde, die neben den Verhandlungen passierten. Diese passten nämlich nicht in die Geschichte und störten viel mehr. Sie hatten wirklich absolut keinen Sinn und wären vielleicht interessant gewesen, wenn das Buch ein anderes Hauptthema gehabt hätte. Letztendlich haben diese Morde auch keine große Bedeutung zum Schluss gehabt. Hätte man sich also perfekt sparen können.
Alles Andere, was wichtig ist um ein Buch als gut zu bezeichnen ist vorhanden. Der Schreibstil ist gewohnt fließend, die Spannung flacht während der ganzen 350 Seiten nicht ab und die Handlung ist, eben bis auf ein paar Fehlgriffen von Liddy wohl durchdacht.
Wer Ketchum mag sollte natürlich auch dieses Buch lesen. Er wird letztendlich, wenn er zuvor Evil gelesen hat angenehm überrascht sein. Fans von Richard Laymon und Bentley Little werden an Ketchum auch ihren Spaß haben. Wer keine Bücher über Kindesmisshandlung lesen kann, der sollte hier die Finger davon lassen. Es hat keinen Sinn es zu versuchen, nur um sich später darüber aufregen zu können. Wer noch nie einen Ketchum gelesen hat, kann mit diesem Buch auch nicht unbedingt etwas falsch machen, denn es unterhält in Sachen Spannung ungemein und das ist etwas, das ein solches Buch ausmachen sollte.
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Wahnsinn habe ich mitlerweile auch gelesen (und hier auch ein Review geschrieben) und muss sagen, dass ich diesmal genau deiner Meinung bin.
Recht gut geschriebenes Buch, mit einem total sinnfreien Nebenplot. Wobei ich die Verhandlung nicht als “Verhandlungsterror” gesehen habe, dafür war es stellenweise doch zu öde.