» Dmitry Glukhovsky – Metro 2033

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Originaltitel: Метро 2033
Genre: Science Fiction, Horror, Endzeit
Reihe: Metro Reihe Band: 1
Erscheinungsdatum: 3. November 2008
Seiten: 784 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453532984
Preis: 14,00€
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Inhalt: Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Moskau ist eine Geisterstadt, bevölkert von Mutanten und Ungeheuern. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich in das weit verzweigte U-Bahn-Netz der Hauptstadt zurückgezogen und dort die skurrilsten Gesellschaftsformen entwickelt. Sie leben unter ständiger Bedrohung der monströsen Wesen, die versuchen, von oben in die Metro einzudringen … Dies ist die Geschichte des jungen Artjom, der sich auf eine abenteuerliche Reise durch das U-Bahn-Netz macht, auf der Suche nach einem geheimnisvollen Objekt, das die Menschheit vor der endgültigen Vernichtung bewahren soll.
Rezension: Wow! Nach diesem knapp 800 Seiten starkem Wälzer bin ich völlig überwältigt. Als ich Metro 2033 vor ungefähr einem halben Jahr gekauft und auch angelesen habe, musste ich es direkt nach dem ersten Kapitel wieder abbrechen, weil es mich endlos gelangweilt hat. Hätte ich mal durchgehalten, dann wäre mir dieses äußerst spannende und lesenswerte Buch schon vorher ein gewaltiger Begriff gewesen.
Das Buch beginnt mit der, bei einem solchen Roman obligatorischen Einleitung. Mehrere Männer, die ihre Wache abzuleisten haben sitzen um ein Feuer und unterhalten sich über die neusten Vorkommnisse in der Moskauer Metro, in der sie seit nunmehr 15 Jahren leben müssen. Dem Leser wird die sehr komplexe Lage der Metro und die Machtverteilung, sowie die politischen Gesinnungen der einzelnen Stationen nahe gebracht. Dabei muss sich der Leser auch noch mit den komplizierten Namen der Stationen herumschlagen, wie die Ochotny Rjad, der Turgenewskaja, Tschistyje prudy oder der Krasnopresnenskaja und nebenher sollte man auch mal die vorne und hinten liegenden Karten zu rate ziehen und diese Stationen suchen, um einen geordneten Überblick über die Metro zu haben. Belohnt wird der Leser allerdings mit einigen, ziemlich gruseligen Erzählungen über Menschen, die einfach in den Tunneln verschwunden sind, oder über Mutanten, die man nur die Schwarzen nennt, die von der Botanitscheski Sad, eine Station vor der WDNCh, in der die Reise von Artjom beginnt, in die Station eindringen und die Bewohner in Aufruhr und Angst versetzen. Wenn man über diesen Anfang hinweg ist und Artjom auf seiner Reise durch die Metro begleitet, dann liegt ein unglaublich spannender Endzeitroman vor einem, der sich für Fans dieses Genres sehr zu lesen lohnt.
Artjom ist ein 20 jähriger junger Mann, der den Großteil seines Lebens in der Moskauer Metro auf der Station WDNCh verbracht hat. Vor 15 Jahren explodierten dort oben Atombomben und machten das Leben in der total zerstörten Megastadt Moskau unmöglich. Die Menschen zogen sich in die einigermaßen sicheren Metro zurück und bauten sich dort ein neues Leben auf. Nach vielen Jahren der Strahlung entwickelten sich auf der Oberfläche neue Arten und Formen des Lebens, die eine Bedrohung für die Metro dastellen. Hin und wieder gelangen Mutanten und andere Wesen in die Metro und verbreiten Angst, Schrecken und den Tod. Als eines Tages vermehrt außergewöhnliche Mutanten, die “Schwarzen” auf der WDNCh auftauchen und der Widerstand zusammen zu brechen droht, macht Artjom sich auf den Weg um etwas zu unternehmen und um seine geliebte Heimatstation und die gesamte Metro von diesen Wesen, die die nächste Stufe der Evolution sein könnten und den Menschen an der Spitze der Schöpfung ablösen würden zu befreien, denn immerhin war es Artjom, der in jugendlichem Leichtsinn die Tore zur Metro geöffnet hat, nur um einen Blick auf das zerstörte Moskau zu werfen.
Das Buch übertrifft alles, was ich je gelesen habe in Sachen Stimmung und Atmosphäre. Man ist sofort gebannt von der Geschichte um die Metro und man gruselt sich unweigerlich an sehr vielen Stellen im Buch. Dmitry Glukhovsky hat die Begabung dem Leser eine vollkommen neue, bzw sehr stark veränderte Welt in wenigen Sätzen real und glaubwürdig offen zu legen. Er fordert einen dadurch sehr stark auf das Buch weiter zu lesen, selbst, wenn es gerade einen Hänger hat.
Hänger hat das Buch leider viele, vorallem auf den ersten 300 Seiten (Und 300 Seiten sind für viele schon ein komplettes Buch). Wenn Menschen aus unerfindlichen Gründen in den Tunneln der Metro verschwinden, dann ist das anfangs vielleicht noch sehr spannend, aber wenn auf 300 Seiten immer nur Menschen verschwinden und verschwinden und verschwinden, ohne, dass der Leser erfährt warum das so ist, dann fragt man sich wirklich, warum dem Autor bei einer so gewaltigen Welt mit so vielen Möglichkeiten nichts besseres eingefallen ist. Man muss einfach nur verbissen durchhalten und die 300 Seiten Grenze überschreiten und dann interessieren einen die verschwundenen Menschen nicht mehr, dann ist es einem fast egal, was dort in der Metro passiert, weil es für den Leser dann nämlich an die Oberfläche geht und dort passiert genau das, was der Leser lesen will und das Buch verliert seine Spannung bishin zum Ende kaum noch.
Die Charaktere sind auch auf den ganzen 800 Seiten eher farblos gehalten und bis auf Artjom sollte man sich besser mit keinem der anderen Protagonisten anfreunden, daran hat man nämlich meist keine lange Freude. Artjom, den man von vorne bis hinten begleitet bleibt aber immer nur ein kleines Licht. Er ist einem sympathisch, aber man erfährt nicht viel über ihn, er bleibt einfach farblos und man möchte meinen nur das “Mittel zum Zweck”. Frauen gibt es in diesem ganzen Buch übrigens fast keine. Obwohl durchaus Frauen in der Metro leben haben diese im Buch wohl keine großartige Bedeutung. Wenn man alles, was mit einer Frau zu tun hat zusammen schreiben würde, dann hätte man ungefähr 2 von 800 Seiten. Lara Croft Action ist da also nicht in der Metro. Ich bin nicht unbedingt schockiert desswegen. Frauen haben mir da nicht unbedingt gefehlt.
Diese angesprochenen 300 Seiten und das viele drumherum Gerede in diesem Buch verleiten mich zum Abzug des einen Sternes. Alles Andere ist so lesenswert und spannend, dass ich es dennoch jedem empfehlen würde. Man muss eben einfach anfangs nur eisern durchhalten und man wird mit viel Spannung, Atmosphäre und einem sehr bedrückendem und überraschendem Ende belohnt.
Dmitry Glukhovsky hat Metro 2033 übrigens weiter geschrieben und im Oktober 2009 erschien in Deutschland der zweite Teil der Reihe: Metro 2034, der auch schon in meinem Regal steht und dringend gelesen werden möchte.
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Hui, das klingt ja doch besser als gedacht. Vielleicht sollte ich es doch nicht im Regal verrotten lassen. :D
Offensichtlich hast du da aufgehört, wo es gerade spannend wurde
Dauert eben ziemlich lange, bis das Buch in Schwung kommt..
Das Buch klingt gut.
Hatte es in der Mayerschen schon öfters in der Hand, mir es bislang aber noch nicht gekauft. Sollte ich wohl mal tun. Vielleicht ja von einem Gutschein, den ich hoffentlich zu Weihnachten bekomme
Wenn ich mich recht erinnere hast du Fallout3 gespielt -> das Buch auf meinem Blog gesehn -> das Buch gelesen.
Ich mach das genau umgekehrt, ich spiele jetzt gerade Fallout3. Aber ich muss dir recht geben: Die Ähnlichkeit ist ziemlich frappierend. In den Fallout3 UBahn-Schächten hab ich Metro und Artjom immer wieder vor Augen. Passt echt super zusammen :)
Hast du mal in 2034 reingeschaut? Laut Amazon-Rezis soll es ja nicht so der Hammer sein…
2034 steht hier rum, aber nach den Rezensionen auf Amazon trau ich mich nicht so recht ran. Ich hab ein bisschen angst, dass es blöd wird.
los, les mal :P Ich überleg immernoch ob ich es kaufen soll oder nicht. Da dein Lesegeschmack bis jetzt schon so ungefähr gepasst hat (“die handeln verständlich” bei nem Laymon mal außen vorgelassen *g), wär ich auf dein Urteil gespannt ;)
Also ich habe schon vor das Buch in nächster Zeit zu lesen, jedenfalls liegt es ganz weit oben…aber wie gesagt, so richtig trauen tu ich mich nicht
Ich habe das Metro 2033 auch gelesen und fand es ganz ähnlich wie du: Die Figuren nicht sehr tief, die Handlung hat Längen bzw. wiederholt sich…aber insgesamt eine nette Idee. 2034 ist da viel schlechter!