» David Safier – Mieses Karma

Geschrieben von Sally am Montag, 16 Februar, 2009 | 1497 views. | Keine Kommentare


Originaltitel: Mieses Karma
Genre: Erzählung
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2008
Seiten: 288 Seiten
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499244551

Inhalt: Die Moderatorin Kim Lange erlebt einen Tag des Triumphes: Sie gewinnt den Deutschen Fernsehpreis. Schade eigentlich, dass sie noch am selben Abend von den Trümmern einer herabstürzenden russischen Raumstation erschlagen wird. Im Jenseits erfährt sie, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat – und bekommt prompt die Rechnung präsentiert. Kim findet sich in einem Erdloch wieder, hat zwei Fühler, sechs Beine und einen überproportional großen Hinterleib: Sie ist eine Ameise! Kim hat wenig Lust, fortan Kuchenkrümel durch die Gegend zu schleppen. Außerdem kann sie nicht zulassen, dass ihr Mann sich mit einer Neuen tröstet. Doch als Ameise ist sie machtlos. Es gibt nur einen Ausweg: Gutes Karma muss her, damit es auf der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht!

Rezension: “Mieses Karma” ist wirklich ein ganz süßes Buch für zwischendurch. Darauf aufmerksam wurde ich, als ich mal in einer Buchhandlung ein Gespräch zwischen zwei Frauen zufällig mitbekam (=belauschte), die sich über ein Buch unterhielten, in dem es um eine Frau geht, die als Ameise wiedergeboren wird. Keiner von Beiden wusste den Titel. Mist. Hätte mich da schon interessiert.
Zufällig hielt mein Mann mir einige Wochen später aber das Buch unter die Nase und da hab ich mich an das Gespräch zurückerinnert. Zack, da war “Mieses Karma” gekauft.

Direkt am selben Tag fing ich damit an und kam ungefähr zu der Stelle, wo die Protagonistin Kim Lange von dem Trümmerteil erschlagen wurde. Bis dahin hat mich das Buch genervt und es war langweilig. Also wanderte es leider schnell wieder ins Regal, bis ich ein Buch für zwischendurch brauchte.  Also musste es wieder her und sobald Kim dann wiedergeboren wird beginnt das Buch wirklich Spaß zu machen.

David Safier hat eine schöne Art zu Schreiben. Er versucht Gott sei Dank nicht sein Buch übermäßig lustig zu machen und so kommen die kleinen, aber feinen Gags nicht so gezwungen rüber, wie bei vielen Büchern dieses Genres. Charaktertechnisch hat er es mit Kim Lange gut getroffen, sie erscheint durchweg unsympathisch und das soll sie wohl auch sein (Warum sonst sollte sie soviel schlechtes Karma haben, dass sie als Ameise wiedergeboren wird?). All die anderen Charaktere sind “nett”, akzeptabel. Sie sind halt einfach “da”.

Das Ende ist der Punkt wo ich ganze zwei Sterne abziehen muss. Also bitte. Das Buch hat sicher das schmierigste und schmalzigste Happy End, das es nur geben kann. Es wirkte auf mich eher wie “Ich brauche nun unbedingt ein Ende und klatsche einfach mal was hin”.

“Mieses Karma” ist amüsant und köstliches Buch für zwischendurch, das nach der Beendigung sicher für 5 Minuten zum Nachdenken anregt, aber eine große Meisterleistung ist es auch nicht.

von Sally am Montag, 16 Februar, 2009 um 01:48 Uhr
In den Kategorien: Buchrezensionen

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